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Ein Museum erfindet sich neu
 

Ein Museum erfindet sich neu

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Das MAK zeigt: Weniger ist besser

Das Museum Angewandte Kunst (MAK) verzichtet künftig nicht nur auf das „für“ im Namen, es vollzieht auch sonst einen Paradigmenwechsel: Zurück zu den Wurzeln, zum Wesentlichen also. Am Freitagabend wird das umgestaltete Haus wiedereröffnet.
Wenn Kulturdezernent Felix Semmelroth das Museum Angewandte Kunst mit dem FC Bayern München vergleicht, mutet das zunächst befremdlich an. Doch die Bayern fegten Barca mit 4:0 vom Platz und das MAK überbot sich bei der Neufindung in „rekordverdächtiger Zeit“ selbst. „Nachdem die Außensanierung des Museums sechs Jahre beansprucht hat, will ich gerne zugeben, dass ich Zweifel hatte, dass die Neukonzeption innen binnen fünf Monaten zu schaffen ist“, sagt der Kulturdezernent. Und doch, wurde der Termin eingehalten, am Freitag um 19 Uhr feiert das MAK Eröffnung.

„Nach 27 Jahren wurden sämtliche Verbauungen entfernt“, beschreibt Semmelroth die Neuerungen. Zuvor war das Credo des Ausstellungshauses immer, dass man schattenspendende Wände einzieht und auch sonst Änderungen am an sich eher gläsernen Richard-Meier-Bau vornimmt, um die Exponate vor zu viel Lichteinwirkung zu schützen. All das ist nun passé. Die klarstrukturierte Architektur kommt derzeit wieder voll zur Geltung, der Bau wirkt einladend und hell und bietet wieder die ursprünglichen Blickachsen. Und der Blick von innen auf die Skyline ist nun auch wieder unverbaut.

Es sei natürlich eine konzeptionelle Entscheidung gewesen, weg zu kommen von der traditionellen Dauerausstellung, hin zu temporären Raummodellen, die den vielfältigen Sammlungsbestand nun sichtbarer machen, erklärt Felix Semmelroth. Für die neue Raumarchitektur zeichnete Thibaut de Ruyter verantwortlich, dessen Pläne sich von der klassischen Vitrinenlandschaft wegbewegten. Stattdessen erarbeitete er ein Wandsystem, dass Richard Meiers Architektur unangetastet lässt und dennoch eine Ausstellung lichtempfindlicher Gegenstände möglich macht. „Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, die mit der Architektur Richard Meiers verbunden sind und einladen zur Entdeckung und zum Verweilen“, lobt Semmelroth. „Das war für mich einer der entscheidenden Gründe, warum ich Matthias Wagner K als Leiter des Museums vorgeschlagen habe.“

Zu der Neukonzeption des MAK gehören nun neben dem neuen Foyer auch ein Museumsshop, in dem auch Frankfurter Designern eine Plattform gegeben werden soll, und ein vom Moloko-Mitbegründer und einstigen Yachtklub-Partner Tomasz Palenicek betriebenen Bistro in der zweiten Etage. Beides soll das Museumserlebnis intensivieren. „Wir läuten einen grundlegenden Paradigmenwechsel ein und haben es jetzt mit thematisch unterschiedlichen Ausstellungen mit unterschiedlicher Dauer zu tun“, kündigt Museumschef Matthias Wagner K an. Die Schauen sollen zwischen drei Monaten und einem Jahr lang zu sehen sein.

Wer demnächst das MAK besucht, kann zu den neuen Öffnungszeiten zunächst bis 25. August die Schau „Korea Power. Design und Identität“ sehen, die sich mit dem zeitgenössischen koreanischen Produkt- und Grafikdesign befasst. Außerdem hat das Museum ein Frankfurter Zimmer eingerichtet, dass Design aus Frankfurt von 1925 bis 1985 zeigt. Bis zum 20. Oktober können Frankfurter darüber staunen, was ihre Stadt an Designperlen hervorgebracht hat. Mit dabei ist natürlich die umfangreiche Dieter-Rams-Sammlung mit den zeitlos erscheinenden Braun-Produkten. Von leicht pornografischen Blättern bis hin zu kitschig überhöhten Landschaftsbildern – so weit reicht die Spanne der japanischen Holzschnitte, die im Mittelpunkt der dritten Ausstellung „Das pralle Leben. Ukiyoe aus den Sammlungen Johann Georg Geyer und Otto Riese“ stehen (bis 27. Oktober). Ein Jahr lang, nämlich bis zum 27. April 2014 wird darüber hinaus die vierte Schau „1607. Aus den frühen Tagen der Globalisierung“ zu sehen sein. Eine Ausstellung, die Exponate aus dem Depot sowie Leihgaben in einen ganz neuen Kontext setzt. Da sollte für jeden Besucher etwas dabei sein.

Die neuen Öffnungszeiten sind dienstags sowie donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 sowie mittwochs von 10 bis 20 Uhr.
 
25. April 2013, 11.31 Uhr
Nicole Brevoord
 
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Leser-Kommentare

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Ulrich Mattner am 25.4.2013, 14:09 Uhr:
Ich habe noch nie verstanden, warum in so einem tollen Gebäude ein Thema museal aufbereitet wird, das mit Frankfurt kaum etwas zu tun hat. Jedes mal wenn ich drin war, war ich der einzige... Warum zieht dort nicht einfach das Völkerkundemuseum ein, zumal die jetzt gezeigten japanischen Holzschnitte auch dorthin passen würden.
 
 
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