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Die Siedlung Taunusblick auf der Bühne
 

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Die Siedlung Taunusblick auf der Bühne

Patchwork-Probe-01

Es gibt unendlich viele Theaterstücke und noch viel mehr Schauspieler. Und es gibt unendlich viele Themen, die man auf die Bühne bringen kann: Liebesgeschichten, Dramen, Komödien. Dennoch ist es meistens das wahre Leben, das die besten und spannendsten Geschichten schreibt. Doch selten haben die Akteure Gelegenheit, sich selber zu verkörpern.

Bei der Theaterproduktion „Patschworkheimat“ ist das alles anders. Hier sind die Schauspieler ganz normale Menschen aus der Siedlung Taunusblick in Zeilsheim. Sie haben wenig oder gar keine Schauspielerfahrung. Und sie spielen nicht nur, sie haben das Stück auch mitgeschrieben. Denn patchwork.heimat dreht sich um die Siedlung und die Menschen, die hier leben. Die Mitwirkenden stellen sich selber dar und erzählen ihre Geschichten. Es geht darum, was für die Menschen Heimat bedeutet und ob sie sich in der Siedlung Taunusblick heimisch fühlen.

Die Geschichten der Akteure sind völlig unterschiedlich. Michael Skiba kommt beispielsweise aus Bulgarien und saß dort einige Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassungen zog er nach Jugoslawien und kam von dort aus nach Zeilsheim. Christoph Klitsch ist hier geboren und hat seine erste Schauspielerfahrung im Fernsehen gesammelt – bei Barbara Salesch. „ Ich war immer der Böse“, erzählt er. Das habe sich schon mal negativ auf seine Arbeit und seine sozialen Kontakte ausgewirkt. „Ich wurde teilweise gefragt, ob ich nicht im Gefängnis sitzen müsste“, erzählt er und lacht. Der jüngste Teilnehmer ist Nikos Johannes Striezel mit dreizehn Jahren (Foto links). Was ihm an Lebenserfahrung fehlt, macht er mit Selbstsicherheit wieder wett. “Ich bin sehr begabt was singen und schauspielern angeht. In der Schule haben ich schon öfters bei Musicals mitgespielt“, erzählt er.
Neben den Geschichten der Menschen, werden auch Märchen erzählt, Akrobatik vorgeführt, Musik gemacht und getanzt. Kleine Videosequenzen lockern das Programm zusätzlich auf.

Eines ist diese Vorführung auf jeden Fall: bunt gemixt. Nicht nur das Stück selber, sondern auch die Schauspieler. Alle Altersklassen von 13 bis 84 sind vertreten, sowie viele Nationen. Unter den Schauspielern sind Griechen, Afghanen, Türken, Bulgaren und Deutsche.

In Einzelfällen habe das leider auch zu Komplikationen geführt. Jan Deck, Theatermacher und Zuständiger für die Dramaturgie des Stückes, erzählt: „Zwei junge Moslems sind ausgestiegen, weil wir in einer Kirche proben und dort auch das Stück aufführen.“ Sehr schade, vor allem, da das Stück nicht religiös ist. Die Wahl des Probe- und Aufführungsortes hatte lediglich pragmatische Gründe. Hier ist genügend Platz und die knappen finanziellen Mittel müssen nicht unnötig strapaziert werden. Außerdem gebe es nicht viele Alternativen in der Siedlung. „Am Anfang haben wir in den Räumen eines Karnevalsvereins geprobt“, erzählt Deck. Da der Raum jedoch zu klein war, musste ein größerer her.

Patchwork-Regisseurinnen-01

Neben Jan Deck wirken auch weitere erfahrene Theatermacher mit. Darunter Heike Scharpff und Wiebke Dröge (Foto), die für die Künstlerische Leitung zuständig sind, sowie Regieassistenz Johannes Christopher Maier. Auf der Bühne stehen aber nur Menschen aus der Siedlung.
Finanziert wird das Stück aus dem Fond des Programms „Aktive Nachtbarschaft“, das vom Sozialdezernat der Stadt geleitet wird.

Vorführungen: 4. Und 5. September, jeweils 20 Uhr in der Heimatkirche Zeilsheim.

Fotos: Harald Schröder
 
3. September 2009, 08.22 Uhr
Christina Weber
 
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