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Dauerausstellung „Anne Frank. Morgen mehr“
 

Dauerausstellung „Anne Frank. Morgen mehr“

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Das neue Herzstück der Bildungsstätte Anne Frank

Foto: Anne Frank Fonds
Foto: Anne Frank Fonds
Mit der für zwei Millionen Euro umgestalteten Dauerausstellung „Anne Frank. Morgen mehr", die in einem Jahr eröffnet, will die Bildungsstätte Anne Frank Jugendlichen faszinierende Zugänge schaffen.
„Mit der Bildungsstätte Anne Frank wurde vor Jahren bereits ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und der Auseinandersetzung geschaffen“, sagt Bürgermeister Uwe Becker. Für die Einrichtung beginnt mit der neuen Dauerausstellung „Anne Frank. Morgen mehr“ eine Zukunft, die Jugendlichen faszinierende Zugänge ermöglicht.

Als landesweites Zentrum entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken. Anne Frank sei für viele von ihnen bis heute ein Türöffner, um sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus, aber auch um sich allgemein mit Ideologien der Ungleichwertigkeit zu beschäftigen, erklärt die Kuratorin Deborah Krieg.

Zum 89. Geburtstag des Mädchens am 12. Juni 2018 wird das neue Lernlabor und Herzstück der Einrichtung „ Anne Frank. Morgen mehr“ am Dornbusch eröffnet. In dem Stadtteil lebte Anne Frank bis zu ihrer Emigration in die Niederlande. Im Lernlabor dient die Geschichte des jüdischen Mädchens als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart.

Hier begegnen vor allem junge Menschen, Jugendlichen wie der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die in unterschiedlichen Zeiten auf unterschiedliche Weise von Ungerechtigkeit betroffen waren und diese kommentierten. Die Kuratorin des Lernlabors Deborah Krieg verrät: „In der heutigen Zeit für Jugendliche eine Ausstellung zu Anne Frank zu machen ist sowohl Chance als auch Herausforderung“. Die moderne Ausstellungstechnik wie das Tablet, das in der Ausstellung eingesetzt werde, begleite die Jugendlichen auf eine historische Reise. Es mache das Hinterhaus in Amsterdam, das Versteck, in das Anne Frank ihr weltberühmtes Tagebuch schrieb, für die Besucher von Frankfurt aus erlebbar.

Eine ursprünglich „harmlose Brille“, die in der Ausstellung als „Racist Glasses“ benannt wurde, verdeutlicht, wie Rassismus, Sexismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit funktionieren und ermöglicht einen Perspektivenwechsel.

Das „lebendige Tagebuch“ der Anne Frank, das natürlich nicht fehlen darf, erzählt die Geschichten der Personen, die sich mit der Familie Frank versteckt hielten. Zur Präsentation des Tagebuchs werden Film, Literatur, Comic und vieles mehr eingesetzt. Das neue pädagogische Angebot, das viele Stationen besitzt und hauptsächlich für die Arbeit mit Jugendgruppen und Schulklassen konzipiert ist, kann ab 13 Jahren mal individuell, mal in der Gruppe besucht werden. Besonders wichtig ist es, der Kuratorin klarzustellen, dass die Jugendlichen mit ihren Fragen und Irritationen nicht allein gelassen werden. Sie verspricht im Anschluss des Besuches, gemeinsame Diskussionen und Reflexionen.

Die weiteren vier starken Frauen, die hinter dem Projekt der Bildungsstätte stehen, sind die Schirmherrin Maryam Hübsch, die Journalistin Esther Schapira und die Trägerin der Goethe Plakette, Bettina von Bethmann, sowie unter anderen die Ehrenbürgerin und Holocaustüberlebende Trude Simonsohn, die den Direktor der Einrichtung Meron Mendel mit den Worten lobt: „Ich kann in meinem Alter sehr stolz sagen, was für eine Entwicklung, die Bildungsstätte Anne Frank im Laufe der Zeit erfahren hat und was du alles geschafft hast“.

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung liegen bei knapp zwei Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt stellte für die neue Dauerausstellung 125.000Euro zur Verfügung. Die weiteren Förderer sind der Hessische Museumsverband, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Max von Grunelius und Georg von Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.

„Anne Frank ist die bekannteste Tochter unserer Stadt, nicht weil sie danach gestrebt hätte, sondern weil diese Stadt sich in ihrer in der Zeit des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte unwürdig gezeigt hat und mit Schuld an Leid und Tod von Anne Frank trägt“, sagt Uwe Becker. Für den Bürgermeister besitzen die Worte des Mädchens, heute noch so viel menschliche Größe, dass es wichtig sei, die Erinnerung an sie wachzuhalten.
 
24. August 2017, 11.43 Uhr
ao
 
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