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Das Museum Angewandte Kunst zeigt "Alles neu!"
 

Das Museum Angewandte Kunst zeigt "Alles neu!"

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100 Jahre Neue Typografie in Frankfurt

Foto: tm
Foto: tm
Ein Themenfeld, das noch nie präsenter war als heute und doch schon seit geraumer Zeit Teil unseres Alltags ist: Typographie. Nun zeigt das MAK erstmalig eine Ausstellung zu 100 Jahren Typographie in Frankfurt.
Das "Neue Frankfurt" wollte bodenständiger sein als das Bauhaus. Die Weimarer Kunstschule diente zwar als Vorbild, doch in Frankfurt sollte es angewandter sein, so Klaus Klemp, einer der vier Kuratoren der Ausstellung. Herr Klemp ist Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) am Fachbereich Produktgestaltung. Viele Jahre war er auch am Museum Angewandte Kunst (MAK) tätig, als Ausstellungsleiter und stellvertretender Direktor. Gemeinsam mit dem emeritiertem Professor für Typographie der HfG hat er den historischen Teil der Ausstellung kuratiert.

Der Ausgangspunkt der Ausstellung liegt auf den 1920er Jahren: Die Sammlung von Geschäfts- und Privatdrucksachen aus dem Nachlass des Buchdruckmeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus (1884-1957). Der war in den 20er und 30er Jahren Fachlehrer für Typographie und Werkstattleiter für Schriftsatz an der Städtischen Kunstgewerbeschule. Er war einer der wichtigen Vertreter der Neuen Typographie und der radikalen Kleinschreibung in Frankfurt, die er immer wieder propagierte.

Albinus legte eine umfangreiche Mustersammlung an mit zahlreichen Kleingrafiken, Werbe- und Geschäftsdrucksachen. Seine Sammlung wurde im Zuge der Ausstellung erstmalig wissenschaftlich aufgearbeitet und wird nun im in Auszügen im MAK gezeigt. Doch besonders die Zwanziger Jahre stellen für Deutschland eine besondere Zeit in der Typographie dar. Denn bis dahin wurden sogenannte gebrochene Schriften verwendet, die noch aus der Zeit des Buchdrucks hervorgingen. Mit der "Neuen Typographie" hielten die sogenannten Groteskschriften Einzug.

Während des NS-Regimes wurden die meisten gestalterischen Neuerungen systematisch zurückgedrängt. Doch besonders Frankfurt bildete sich nach 1945 rasch zu einem Zentrum typografischen und werbegrafischen Geschehen heraus. Eine besondere Rolle kam dabei Hans Leistikow zu. Er war der wichtigste Grafikdesigner des "Neuen Frankfurt".
Aber auch US-amerikanische Werbeagenturen, Buchverlage wie Suhrkamp und S. Fischer führten dazu, dass sich nach 1945 eine Grafikdesignszene auf hohem Niveau entfalten konnte.

Den zweiten Teil der Ausstellung, der sich mit der zeitgenössichen Positionen Frankfurts auseinandersetzt, wurde kuratiert von Peter Zizka und Matthias Wagner K. Das schließt auch die Neuerungen in den 1990ern mit ein, in denen neue Strategien und Alternativen im Umgang mit Typographie und Grafik als Kommunikationsdesign entwickelt wurden. "In Frankfurt hat die Melange aus Geld, Musik und Algorithmen einen wesentlichen Einfluss auf die Grafikdesignszene ausgeübt" so Zizka. Eine entscheidende Zäsur habe auch der "Einzug des Macs" in die Szene dargestellt.

Unter den heutigen Positionen finden sich Grafikbüros wie saasfee*, Pixelgarten, Markus Weisbeck und Eike König. Es ist eine ambitionierte und komplexe Ausstellung, anhand derer man nicht nur die Typographie Frankfurts ablesen kann.

>>> "Alles neu! 100 Jahre Neue Typographie und Neue Grafik in Frankfurt am Main", 25. März - 21. August 2016, Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17.
 
23. März 2016, 10.57 Uhr
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
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