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Kultur
 

Alte Helden live

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70 plus

Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler
„Too old to rock’n‘roll: too young to die”, sangen Jethro Tull 1976 und lösten damit einige Irritationen aus. Wollte sich Sänger Ian Anderson, damals 29 Jahre jung, schon selbst ins Abseits stellen?
Früher war alles besser. Denkste. Aber die Alten sind – so sagte man damals – „boring old farts“. Auch Blödsinn. „Trau‘ keinem über 30“, hieß es sogar mal in den radikalen Sechzigern. 2018 war es aber die 70 plus-Generation im Tourneezirkus, die überraschte. Sting (beim Konzert in Mainz erst 66) und Ex-Supertramp Roger Hodgson (68) waren die Luschen. Zu jung für eine entsprechende Reife. Energie ohne Ende strahlten dagegen Carlos Santana (71), Bryan Ferry (73) mit Kult-Gitarrist Chris Spedding (74) und Alice Cooper (70) aus. Letztgenannter schoss mit dem Hollywood Vampires den Vogel ab. Welch krankes Konzept konnte man unken. Nur Songs von den alten Kumpels zu spielen, die die gemeinsamen Saufgelage in L.A. seinerzeit nicht überlebt hatten. Aber siehe da: Statt Totenkult zelebrierten die „Untoten“ (dabei auch Youngster Johnny Depp, 55, der David Bowies „Heroes“ grandios zum besten gab) den Rock’n’Roll und huldigten den alten Helden. Mit einem Tränchen im Knopfloch, aber ohne Sentimentalität. Das brachten die Rockmusik zwar keinen Millimeter weiter, aber zurück zu seinen Ursprüngen. Das schafft ein Ed Sheeran nicht. Was blüht uns diesbezüglich 2019? Cher (72) kommt nach Deutschland, leider nur nach Mannheim (11.10.). Dafür kann man die legendären King Crimson um Robert Fripp (auch 72) gleich zwei Mal in die Jahrhunderthalle (12.+13.6.) erleben. Ex-Roxy Music-Beau Bryan Ferry (Foto), der kurz vor Weihnachten die Youngsters Tim Bendzko und Milow bei den „Night of the Proms“ nicht nur stimmlich alt aussehen ließ, kommt in schöner Regelmäßigkeit in die Region, am 26. Mai gleich wieder in die Alte Oper. Aber dabei bitte die vielen guten jungen Künstler nicht aus dem Blick verlieren. Denn Livemusik hat auch eine Zukunft. Das beschwor auch Batschkapp-Chef Ralf Scheffler in einem Interview zu seinem, natürlich, 70. Geburtstag am 30. Dezember, bei dem er sich im Nachtleben selbst ein Ständchen spielte.
 
2. Januar 2019, 10.11 Uhr
Detlef Kinsler
 
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