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Absage Stoffel

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Michael Herl: „Theater lebt von gemeinschaftlichen Emotionen"

Foto: Stoffel
Foto: Stoffel
Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen musste nun auch der diesjährige Stoffel abgesagt werden. Damit werde auch das Stalburg Theater vor große Herausforderungen gestellt, sagt Organisator Michael Herl. Er kritisiert die Maßnahmen des Kulturministeriums.
Das Festival Stalburg Theater offen Luft, kurz Stoffel, hätte in diesem Jahr bereits zum 17. Mal stattfinden sollen. Nun mussten die Organisatorinnen und Organisatoren das beliebte Freiluftfestival absagen. Grund dafür sind die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen.

„Mit tausend Leuten hätten wir leben können“, sagt Michael Herl, Organisator des Festivals und Gründer des freien Frankfurter Stalburg Theaters. Intern habe man die Absage schon länger kommen sehen, jedoch auf weitere Entscheidungen der Politik warten wollen, so Herl. „Wir haben lange nach alternativen Möglichkeiten gesucht, aber mit der Begrenzung auf hundert Leute ist das Ganze einfach nicht machbar.“ Das vierwöchige Festival locke normalerweise täglich bis zu 5000 Besucherinnen und Besucher in den Günthersburgpark, eine Kontrolle auf dem Gelände sei kaum möglich.

„Ich beharre nicht auf öffentliche Gelder. Aber ich würde mir eine einheitliche und faire Lösung wünschen“, sagt Herl. Er kritisiert das am vergangenen Montag von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen) angekündigte Kulturpaket. Darin ist auch die finanzielle Unterstützung für Festivals vorgesehen, die unter der Corona-Krise leiden. Diese Hilfe gehe jedoch am Stoffel vorbei, so der Organisator. „Festivals, die keinen Eintritt verlangt haben, werden nicht entschädigt. Der Besuch auf dem Stoffel ist grundsätzlich kostenlos, wir fallen also durchs Raster.“ Denn tatsächlich richtet sich die Höhe der Finanzmittel bei den Festivals nach der durchschnittlichen Höhe der eingenommenen Eintrittsgelder in den vergangenen drei Jahren. Herl könne jederzeit nachweisen, was so in den Jahren zuvor eingenommen wurde, denn vor Ort konnten Besucherinnen und Besucher Eintrittsgelder auf freiwilliger Basis und nach eigenem Ermessen abgeben. Dadurch hätten nicht nur die Gagen der Künstlerinnen und Künstler, sondern auch das Gehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort bezahlt werden können. Darüber hinaus habe man das Stalburg Theater damit zum großen Teil mitfinanzieren können.

„Rund 15 Prozent der Finanzierung kommen von der Stadt Frankfurt, doch der Großteil – über 50 Prozent – stammen aus Einnahmen vom Stoffel“, sagt Herl. Dementsprechend werde auch das Stalburg Theater durch die Absage des Festivals vor große Herausforderungen gestellt. Aktuell ist das Theater im Nordend noch geschlossen, doch auch die kommende Saison werde hart, so der Gründer. „Stand jetzt dürfen wir 12,6 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Theater lassen, lohnen würde es sich jedoch erst ab 40.“ Neben den geringen Einnahmen sieht Herl das Theater an sich gefährdet, wenn das Publikum nur mäßig vorhanden sei. „Theater lebt von gemeinschaftlichen Emotionen. Genau diese sollen auf die Bühne und ins Publikum überspringen, nicht Viren.“

Inzwischen hätten er und sein Team einen offenen Brief an die Kulturministerin gerichtet. Sie hoffen, doch noch Unterstützung erhalten zu können. Darüber hinaus laufe bereits eine Spendenaktion, die Unterstützerinnen und Unterstützer über die Webseite des Stalburg Theaters erreichen können.
 
19. Mai 2020, 11.51 Uhr
Sina Eichhorn
 
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