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Frankfurter Gründerpreis 2020
 

Frankfurter Gründerpreis 2020

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Unverpacktes, klappbare Treppen und Einhorn-Torten

Foto: Unsplash
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Nach coronabedingten Verzögerungen wird am kommenden Montag der Frankfurter Gründerpreis 2020 verliehen. Unter den Nominierten versammeln sich fünf junge Start-ups, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle wollen jedoch für mehr Sichtbarkeit ihrer Produkte sorgen.
Am kommenden Montag, dem 26. Oktober, wird der Frankfurter Gründerpreis 2020 verliehen. Die inzwischen 20. Ausgabe des von der Stadt Frankfurt und der Wirtschaftsförderung verliehenen Preises wird nicht nur gut ein halbes Jahr später als geplant, sondern auch auf hybride Weise stattfinden. Um die Hygiene- und Abstandregelungen einzuhalten, wird die Preisverleihung live aus dem Kaisersaal des Römers gesendet. Vor Ort wird lediglich ein kleineres Publikum anwesend sein, darunter vor allem die Mitglieder und Angehörigen der fünf nominierten Unternehmen. Neben dem Preisgeld in Höhe von 30 000 Euro erhoffen sich die Finalistinnen und Finalisten, die es aus den 26 eingereichten Bewerbungen in die Endrunde geschafft haben, vor allem mehr Sichtbarkeit für ihr Unternehmen.

Fassaden aus dem 3D-Drucker

„Als ich mich vor acht Jahren zum ersten Mal mit 3D-Druck auseinandergesetzt habe, kannte das kaum jemand. Ich musste mir oft anhören, dass das niemals klappen wird“, erzählt Alamir Mohsen, Gründer des Unternehmens LithiumDesigners. Heute steht der gelernte Architekt mit seinem Büro, welches er 2018 gegründet hat, kurz davor, deutschland- und weltweit als erster 3D-Druck-Technik bei der Fassadenplanung anwenden zu dürfen. Diese neue Technik sei nicht nur hochpräzise, sondern könnte auch enorme Kosten sparen, erklärt Mohsen. Mit der Teilnahme am Gründerpreis wollen er und sein achtköpfiges Team ihr Unternehmen samt neuer Technik bekannter machen. „Und wir wollen einen eigenen 3D-Drucker für unser Büro“, ergänzt Mohsen.

Zemuye: Feminin und mit Liebe zur Tradition

Sichtbarkeit steht auch für Rahel Zemuye an erster Stelle. Die 28-jährige Modedesignerin mit eritreischen Wurzeln hat im Dezember vergangenen Jahres ihr eigenes Label gegründet, mit dem sie den Menschen zeigen will, „wie ostafrikanische Kultur wirklich aussieht“. „Lange, farbenfrohe Kleider – das ist meist der erste Gedanke, wenn es um afrikanische Mode geht. Dabei steht das nicht stellvertretend für ganz Afrika“, so Zemuye. Gerade die ostafrikanische Mode sei sehr schlicht und werde kaum repräsentiert. In ihren Kollektionen will sie nun moderne, feminine Schnitte mit ostafrikanischen Einflüssen und Liebe zur Tradition verbinden. Durch den Einsatz des handgefertigten Webstoff „Tilet“ wird jedes Stück zum Unikat, sagt die Jungdesignerin.

„Einmal auffüllen bitte!“

Frankfurt nachhaltiger machen, das war das Ziel von Marlen Richter und Christina Schwab, als sie im November vergangenen Jahres den Unverpackt-Laden „Die Auffüllerei“ im Nordend eröffneten. Seit der Gründung sei viel geschehen, erzählt Christina Schwab. So ist das Team von ursprünglich fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf zehn gewachsen, die Frankfurterinnen und Frankfurter hätten das Angebot gut angenommen. „Wir haben das Rad nicht neu erfunden, aber täglich kommen Leute zum ersten Mal in unseren Laden. Das bestärkt uns, es ist noch Luft nach oben“, so Schwab. Mit der Nominierung erhoffen sich die beiden Gründerinnen, noch mehr Leute zum unverpackten Einkaufen zu motivieren. Mit dem Preisgeld soll auch die Auffüllerei noch nachhaltiger werden. „Eine eigene Kaffeemühle wäre momentan unser größter Wunsch“, so Schwab.

Smarte Möbel für wenig Platz

Nachhaltigkeit steht auch bei den Nominierten von „raumvonwert“ im Fokus, berichtet Gründungsmitglied Katja Becker. „Wir machen Räume wertvoll, vor allem bei Platzmangel. Das ist gerade hier in Frankfurt mit seinen Pendler- und Studierendenwohnungen ein wichtiges Thema ist.“ Bekannt wurde das Start-up um das Trio Katja Becker, Lukas Wagner und Bastian Amberg bereits durch seine klapp- und schwenkbare Treppe „klapster“, mit der zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann. „Wir können noch mehr“, sagt Becker. In Zukunft wollen sie nun noch weitere smarte Möbel entwickeln.

Torten von den Backhelden

Während die einen Platz sparen wollen, geht es bei dem fünften Start-up vielmehr um Zeitersparnis. „Die Backhelden“ liefern seit Anfang 2019 fertig gepackte Backsets, mit denen Geburtstagstorten zuhause zubereitet werden können. Neun Designs gibt es inzwischen, weitere sollen folgen. „Selbst völlig unerfahrene Backmuffel“ können dies schaffen, heißt es seitens Gründerin Luwam Tecle-Debesay: „Zum ersten Geburtstag meiner Tochter wollte ich ihr eine Torte backen, die besonders schön werden sollte. Rezept, Zutaten, backen – das Ganze war für mich als ungeübte Bäckerin stressig und hat viel Zeit in Anspruch genommen.“ Um das Ganze auch für andere zu erleichtern, habe die 36-Jährige noch während der Elternzeit den Entschluss gefasst, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Inzwischen ist ihr Bruder eingestiegen und die Pakete werden nicht nur innerhalb Frankfurts, sondern deutschlandweit versendet.
 
21. Oktober 2020, 12.51 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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