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Foto: Pik Dame
Foto: Pik Dame

Club und Wohnraum

Die Pik Dame kehrt zurück

Im Frühling 2018 schloss die Pik Dame, Frankfurts ältester Nachtclub, für einen Umbau vorerst die Türen. Knapp drei Jahre, sieben Stockwerke und einige Lockdowns später, steht ein Termin für die Wiedereröffnung fest. Die Dame ist nun auch bewohnbar.
„Wir sind zurück und mit uns auch eine Plattform für jegliche Form von Unsinn“, sagt Max Coga schmunzelnd. Der 31-Jährige ist Teil der Pik Dame-Familie, gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel betreibt er den legendären Nachtclub im Frankfurter Bahnhofsviertel, der seit Jahrzehnten im Familienbesitz ist. Nach einer Umbauphase, die durch den Lockdown nochmals verlängert wurde, steht nun ein Termin für die Wiedereröffnung des vor drei Jahren vorerst geschlossenen Clubs fest. Am 10. Juni sollen im kleinen Kreis und unter Pandemiebedingungen – also mit Bar- statt Tanzbetrieb – die Türen wieder geöffnet werden.

1963 wurde das Kabaretthaus von Cogas Großvater, dem inzwischen verstorbenen Hermann Gauß, in der Elbestrasse 31 gegründet. Im Frühjahr 2018 entschieden sich die Betreiber, die Pik Dame vorerst zu schließen. Grund dafür waren Renovierungsarbeiten an dem Haus, die Bausubstanz sei hinfällig, das Haus „zerlebt“ gewesen, so Coga. Da die Gebäude links und rechts viel höher waren, habe man zudem die „Lücke im Straßenbild“ schließen wollen. Und so wurde nicht nur saniert, sondern um sieben Etagen aufgestockt. „Wir haben Platz für 13 Wohnungen geschaffen, der Club im Erdgeschoss bleibt. So ist aus der Dame ein Haus geworden“, berichtet Coga.

Die Idee, die Fläche für Wohnraum zu nutzen, sei nicht die einzige Option gewesen, so der 31-jährige Inhaber. „Wir haben viele Angebote für die Räumlichkeiten bekommen, vom Supermarkt bis zum Hotel. Doch alle hatten wenig mit der Tradition und Geschichte zu tun. In dem Haus stecken zu viele Erinnerungen, als dass wir es einfach verkaufen könnten.“ Inzwischen seien die Wohnungen komplett vermietet; die künftigen Bewohner:innen alles Bekannte und Menschen, die die Atmosphäre und das Ambiente der Pik Dame unterstützen würden. „Wir wollen dort eine gewisse Open door-Politik schaffen, der Club wird gleichzeitig auch der Treffpunkt vom Haus.“ Ein spezielles Konzept, weiß auch Coga – er selbst lebt ebenfalls in einer der Wohnungen.

Eröffnet wird nun am 10. Juni, coronabedingt vorerst in kleiner Runde und nur mit Bar-Betrieb. Während nach oben hinaus am Gebäude alles neu ist, wurde im Club vieles wie zuvor erhalten. Tapete, Bilder, Möbel und auch die beiden Pferde seien wieder vor Ort, verspricht Coga. Neben dem Betrieb in den Abend- und Morgenstunden soll es künftig jedoch auch tagsüber möglich sein, die Pik Dame zu besuchen. Geplant sei, in Form einer Tagesbar, auch mit Kaffee und Kuchen, zu öffnen. „Das Bahnhofsviertel ist längst nicht mehr so verrufen wie es einmal war, hier tut sich einiges. Die Leute sollen auch tagsüber gerne zu uns kommen.“
 
4. Juni 2021, 09.54 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
 
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Text: sie / Foto: AdobeStock/pattilabelle
 
 
 
 
 
 
 
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