Seit erst 10 Wochen gibt der Verein Kultur für ALLE e.V. (das JOURNAL FRANKFURT berichtete als erste Publikation darüber) für Bedürftige in Frankfurt einen Kulturpass aus. Der Kulturpass ist ein personalisiertes Plastikkärtchen der an „Hartz-IV“ EmpfängerInnen, GrundsicherungsrentnerInnen und SozialhileempfängerInnen auf Antrag ausgegeben wird.
Der Kulturpass trägt als Motiv das Bild „Commedia dell`Arte“ des Malers Marc Chagall, das einst ein Auftragsbild einer Frankfurter Stiftung war und seit 1959 (mit Unterbrechungen ) in den Städtischen Bühnen hängt. Kultur für ALLE e.V. verhandelt mit Frankfurter Veranstaltern aller kulturellen Kategorien, um diesen Menschen Teilhabe an Kultur wieder zu ermöglichen. Eintritt zu den Veranstaltungen wird für 1-- Euro (Kinder die Hälfte) gewährt. Unter den inzwischen über 85.000 Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die sich in Frankfurt mit staatlicher Stütze gerade so durchschlagen müssen, soll denen, die an Kultur interessiert sind,Teilhabe ermöglicht werden und diejenigen die schon kulturfremd aufwachsen müssen ermuntert und motiviert werden .
Unter den Veranstaltern, die der Verein bis heute schon gewinnen konnte ist das Städel Museum, das Liebieghaus, die Schirn, der Hessische Rundfunk mit einer Reihe des Sinfonieorchesters, eine Reihe der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker in der Alten Oper, die Frankfurter Buchmesse, die Romanfabrik, das Theater Die Katakombe, das Theaterhaus, der Club Das Bett, The orsythe Compan , die Dom Konzerte, Festeburgkonzerte und viele mehr. Der Verein kommuniziert die Angebote seiner Kooperationspartner über die Heimatseite www.kulturpass.net.
In nur 10 Wochen seit Veröffentlichung der Aktion haben über 800 Menschen einen solchen Pass beantragt. Das Interesse kommt aus allen Altersgruppen. Die älteste Kulturpassinhaberin ist 97 Jahre jung, die Jüngsten beginnen ab einem Alter von 5 Jahren. Die Kinder sind dem Verein besonders wichtig. Der Verein sieht sich dadurch bestätigt auf dem richtigen Wege zu sein und glaubt bis Ende 2009 bis zu 8 000 Kulturpässe ausgeben zu können.
Die Hauptaufgabe sieht der Verein für das kommende Jahr eine Struktur aufzubauen, die ein nachhaltiges Arbeiten ermöglicht. Es werden Räume gesucht, es werden finanzielle Mittel benötigt. Mit den Frankfurter Wohlfahrtverbänden werden bereits jetzt Gespräche über Kooperationen geführt. Von diesen wird das Projekt sehr positiv aufgenommen. Das Angebot soll ständig erweitert werden und der Verein hofft bis Ende 2009 Mindestens 200 Veranstalter im Boot zu haben. dk