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Oberbürgermeister Feldmann besucht Ho-Chi-Minh
 

Oberbürgermeister Feldmann besucht Ho-Chi-Minh

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Die Zukunft liegt im Osten

Foto: rom
Foto: rom
Fast eine Woche war Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit einer Delegation zu Besuch in Ho-Chi-Minh-Stadt. Dabei zeigte sich vor allem: Die vietnamesische Handelsstadt will wachsen – und dabei auf die Erfahrungen Frankfurts zurückgreifen.
Es war ein volles Programm, das Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, absolvierte. Feldmann traf sich unter anderem mit dem Parteisekretär von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem Vorsitzenden des Volkskomitees (eine Art Oberbürgermeister) und Vertretern der Deutsch-Vietnamesischen Universität. Außerdem besuchte er den IT-Park „Quang Trung Software City“ und das Deutsche Haus. Bei den vielen Gesprächen wurde eines ganz klar: Vietnam möchte das neue Wirtschaftswunder in Südostasien werden und Ho-Chi-Minh-Stadt will dabei die treibende Kraft sein. Dabei zählt man vor allem auf die Unterstützung ausländischer Partner.

„Ich möchte an die Frankfurter Unternehmen die Botschaft übermitteln: Kommen Sie zu uns, wir sind offen und möchten für Sie die besten Bedingungen schaffen“, sagte Ngyuen Than Phong, der „Oberbürgermeister“ von Ho-Chi-Minh-Stadt. Eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Reise zog. Auch in Quang Trung Software City betonte man die Offenheit gegenüber ausländischen, insbesondere deutschen Unternehmen. Der IT-Park wurde 2001 mit 21 Unternehmen und 250 Mitarbeitern gegründet; inzwischen haben über 160 Unternehmen Büros in Quang Trung Software City, darunter viele deutsche. „Wir möchten die Beziehungen zu ausländischen Unternehmen ausbauen und mehr Investoren für diesen Standort gewinnen“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des IT-Parks selbstbewusst.

Fleißig Werbung für den Standort Ho-Chi-Minh-Stadt machte Frank Schellenberg, Gründer von Digi-Texx – das deutsche Erfolgs-Vorzeigebeispiel in Quang Trung. Gegründet wurde die Firma, die verschiedene digitale Dienstleistungen unter dem Credo „German Quality Made in Vietnam“ anbietet, 2002, seit 2003 hat sie ihre Büros in dem IT-Park. Schellenberg ist überzeugt: „Vietnam ist ein aufstrebendes Land, das sich mehr und mehr für IT- und Software-Entwicklung konzentriert. Das ist ein wichtiger, wachsender Zweig für den Investoren gesucht werden.“ Und auch die Deutschen warben in Vietnam für einen engeren Austausch: Eric Menges, Geschäftsführer bei FrankfurtRheinMain, nutzte die Delegationsreise, um mit einer eigenen Veranstaltung die Vorzüge der Rhein-Main-Region anzupreisen. „Es ist wichtig, sich hier frühzeitig in dieser aufstrebenden Wirtschaftsregion zu positionieren, denn auch die Erfolgsgeschichten der zahlreichen Unternehmen aus Korea, Japan und Indien haben in FrankfurtRheinMain zunächst klein angefangen“, so Menges.

Vietnam gilt als ein Markt mit großer Zukunft: Das sozialistische Land verzeichnet ein jährliches Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent, die Bevölkerung ist jung und kauffreudig, das Durchschnittsalter der 93 Millionen Einwohner umfassenden Bevölkerung liegt bei 30 Jahren. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam sind bereits gut, die vietnamesische Community ist groß in Deutschland, allein in Frankfurt leben rund 1500 Vietnamesen.

Laut Ngyuen Than Phong unterhalten deutsche Firmen aktuell 148 Projekte in Ho-Chi-Minh-Stadt und erwirtschaften ein registriertes Kapital von 275 Millionen US-Dollar. Damit belegt Deutschland den 13. Platz unter den ausländischen Investoren – wenn es nach dem Vorsitzenden der Stadtregierung geht, ist da noch Luft nach oben. Spätestens mit dem Freihandelsabkommen, das bald in Kraft tritt, sollen die deutsch-vietnamesischen Beziehungen intensiviert werden. Schon im Mai wird eine Delegation aus Ho-Chi-Minh-Stadt in Frankfurt erwartet. Auf dem Programm stehen Besuche mit verschiedenen in Frankfurt ansässigen Unternehmen, besonders interessiert sei man an der Messe. In Ho-Chi-Minh arbeitet man bereits an einem Konzept, um die eigene Messe ähnlich erfolgreich werden zu lassen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann zeigte sich derweil offen gegenüber den Anliegen der Vietnamesen. Er glaube an das wirtschaftliche Potenzial des Landes und speziell von Ho-Chi-Minh-Stadt. Möglichkeiten der Zusammenarbeit sehe er nicht nur beim Handel, sondern auch in den Bereichen Bildung und Klimaschutz. Immerhin sei Frankfurt, so der Oberbürgermeister, die internationalste Stadt Deutschlands, eine engere Zusammenarbeit mit den Vietnamesen scheint da nur logisch: „Eine unserer großen Stärken ist unsere Internationalität: Wir vereinen in unserer Stadt über 180 Nationalitäten und 200 gesprochene Sprachen. Das gibt es so in keiner zweiten deutschen Stadt. Damit schaffen wir Plattformen für ungewöhnliche Projekte: Die Türkei und Israel arbeiten beispielsweise trotz politischer Spannungen in Frankfurt eng zusammen; gleiches entwickelt sich auch zwischen China und Japan. Wir haben die Ehre, diese Nähe zu schaffen.“ Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos zu sein, und die Zukunft, sie liegt wohl irgendwo im Osten.
3. April 2019
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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