Als Peter Suhrkamp im März 1959 stirbt, schreibt Hans Erich Nossack einen Nachruf: „Er wirkte so stark, dass sich alle nur eingebildeten Unzufriedenheiten und müßen Zweifel in nichts auflösten; man schämte sich in seiner Gegenwart, ihnen überhaupt verfallen zu sein.“ Heute ist das auf den Tag nun 50 Jahre her. Die Peter Suhrkamp Stiftung an der Goethe-Universität in Frankfurt hat 465 handschriftliche Briefe von ihm zusammengetragen und will sie zu diesem Anlass im Frühsommer in einer Edition bei Suhrkamp herausgeben. Die Briefe sind an seine Frau Annemarie Seidel adressiert, in denen er von der nationalsozialistischen Literaturpolitik, den Konflikt mit dem Regime, seine Inhaftierung im Sachsenhäuser KZ und das Berliner Kulturleben schreibt. Als Bauernsohn in Kirchatten geboren, meldet sich Peter Suhrkamp 1914 freiwillig als Soldat. Nach dem Krieg studiert er Germanistik und wird Lehrer. Im Jahr 1932 wird er Mitarbeiter im S.Fischer Verlag. Als Gottfried Bermann Fischer 1935 wegen des wachsenden Antisemitismus ins Exil nach Wien flieht, übernimmt Suhrkamp Teile des Fischer Verlags unter dem Namen „Suhrkamp Verlag vormals S.Fischer“. Bis 1944 schafft er es, ihn weiter zu leiten. Dann bringt die Gestapo Peter Suhrkamp wegen Hoch- und Landesverrrats in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Nur durch die Fürsprache des Bildhauers Arno Breker wird er wieder aus dem KZ entlassen – schwer erkrankt an einer Lungenentzündung. Peter Suhrkamp bekommt als erster deutscher Verleger nach dem 2. Weltkrieg, am 17. Oktober 1945, die Lizenz von der britischen Militärregierung und beginnt mit dem Neuaufbau des Unternehmens. Zu einer geplanten Fusion mit S.Fischer kommt es jedoch nicht, woraufhin Peter Suhrkamp in Frankfurt den Suhrkamp-Verlag gründet. Den Autoren lassen Bermann Fischer und Suhrkamp die Wahl, mit welchem Verlag sie arbeiten möchten. 33 von 48 Autoren entscheiden sich für Suhrkamp. Darunter Autoren wie Theodor W. Adorno, Hermann Hesse, Bertold Brecht und Hans Erich Nossack.
Peter Suhrkamp richtete sein Suhrkamp-Programm jedoch nie an die breite Masse. Er glaubte an seine Autoren, auch wenn sie dem Verlag zuerst keinen Gewinn brachten. Ein Beispiel ist Hermann Hesse, welcher erst in den siebziger Jahren mit „Steppenwolf“ zum Kultautor wurde.