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Foto: Am Alkoholregal griffen Frankfurter Jugendliche zuletzt weniger zu © Solarisys
Foto: Am Alkoholregal griffen Frankfurter Jugendliche zuletzt weniger zu © Solarisys

Lachgas und Oraltabak beliebt

Frankfurter Jugendliche trinken weniger Alkohol

Alkohol ist bei Jugendlichen in Frankfurt weniger beliebt. Das hat eine neue Drogentrendstudie ergeben. Lachgas steht dafür im Trend – und auch eine neue Droge ist hinzugekommen.
An vielen Haltestellen und Bahnstationen stehen sie immer öfter herum: leere Gaskartuschen, die mit Lachgas befüllt sind oder vielmehr waren. Das Rauschmittel wird immer beliebter in Frankfurt. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine neue repräsentative Drogentrendstudie, die Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) am Montag vorgestellt hat.

Jugendliche in Frankfurt konsumieren weniger Alkohol und Cannabis

Die „Monitoring-System Drogentrends“ (MoSyD) 2022 genannte Schulbefragung wird jährlich von Wissenschaftlern des Centre for Drug Research der Goethe-Universität erhoben. Erfreuliche Entwicklung: Der rückläufige Trend beim Alkoholkonsum setzt sich weiter fort. Annähernd 50 Prozent der Jugendlichen gaben an, in den vergangenen 30 Tagen Alkohol getrunken zu haben und etwa 30 Prozent seien in dieser Zeit mindestens einmal betrunken gewesen – die zweitniedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung. Nur im Corona-Jahr 2020 wurde weniger konsumiert.

Ähnlich ergeht es klassischen Zigaretten, Shishas und illegalen Substanzen wie Ecstasy, Speed oder Kokain. Auch der Cannabiskonsum ist zurückgegangen und könnte damit darauf hinweisen, dass die Debatte um die Legalisierung nicht allein zu höherem Konsum führt.

Lachgas und Einweg-E-Zigaretten weiter im Trend

Deutlich im Trend liegen dagegen die E-Produkte. Neun Prozent der Befragten dampfen täglich, während fast 30 Prozent in den vergangenen 30 Tagen ein E-Produkt benutzt haben; nikotinhaltige Erzeugnisse sind ebenso beliebt. Sorge bereiten Artur Schroers, dem Leiter des Drogenreferates, die sogenannten Disposables, also Einweg-E-Zigaretten. Sie kosten wenig und können bis zu 800-mal per Knopfdruck ausgelöst werden, bevor sie weggeworfen werden. Verkauft werden sie an Kiosken, Tankstellen und online, „wo der Jugendschutz leicht umgangen werden kann“, sagt Schroers.

Auch der Trend von Lachgas entwickelt sich fort. Die Studie misst eine Zunahme der Konsumerfahrung von 13 auf 17 Prozent. Dagegen steuere das Drogenreferat seit der vergangenen Schulbefragung unter anderem mit Informationsangeboten für Fachkräfte und Öffentlichkeitsarbeit, sagt Schroers.

Neu im Trend: Chewing Bags und Nikotin Pouches

Neu hinzugekommen zu den Rauschmitteln sind sogenannte Chewing Bags und Nikotin Pouches. Das sind kleine Kissen, die man ähnlich wie das schwedische Original Snus unter die Oberlippe klemmt. 15 Prozent der Befragten haben die oft nikotinhaltigen Beutel bereits ausprobiert, sechs Prozent auch in den letzten 30 Tagen. Oft konsumieren die Verwender auch anderweitig Nikotin. Während Snus in Deutschland nicht verkauft werden darf, gelten die anderen wegen ihrer nur wenig veränderten Herstellung als Kautabak und dürfen gehandelt werden.

Zunahme psychischer Probleme

Seit Beginn der Pandemie nehmen auch die psychischen Belastungen bei den Heranwachsenden zu. 26 Prozent der 15- bis 18-Jährigen beklagten psychische Probleme im vergangenen Jahr (2021 waren es 24 Prozent) – so viele wie noch nie. Darunter waren am häufigsten depressive Verstimmungen und Depressionen, aber auch Panikattacken, Angststörungen und Essstörungen. Junge Frauen sowie diverse, etwa non-binäre, Befragte litten weitaus häufiger an psychischen Problemen als Männer derselben Altersgruppe.

Mehr Beteiligung an Studie als zuvor

Befragt wurden zwischen November 2022 und Februar 2023 1446 Personen ab 15 Jahren und damit mehr Jugendliche als unter Corona-Bedingungen im Vorjahr. „Die Ergebnisse sind damit repräsentativ. Sie zeigen im Vergleich mit anderen Großstädten Deutschlands eher geringe Unterschiede“, sagt Dr. Werse vom Centre for Drug Research. Insgesamt haben 83 Klassen von 19 allgemein- und berufsbildenden Schulen an der Studie teilgenommen, 87 Prozent der Befragten wohnten in Frankfurt.

Wer Näheres zu den Daten und Fakten der Befragung erfahren will, kann die wichtigsten Ergebnisse hier herunterladen.
 
5. Dezember 2023, 11.08 Uhr
Till Geginat
 
Till Geginat
Jahrgang 1994, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt, seit November 2022 beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Till Geginat >>
 
 
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