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J.P.-Morgan-Lauf

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Warm-Up für den größten Firmenlauf der Welt

Foto: Salome Roessler/lensandlight
Foto: Salome Roessler/lensandlight
Im Juni gehen wieder 70 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim J.P.-Morgan-Lauf an den Start. Bei der Kick-off-Veranstaltung am vergangenen Mittwoch trafen sich Teamcaptains und Turmjogger und erklommen die 882 Stufen des Taunusturms.
Am 17. Juni geht die J.P.-Morgan Corporate Challenge in die 28. Runde. Dabei sein werden rund 70 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, was den Wettbewerb in Frankfurt zur größten Ausgabe des J.P.-Morgan-Laufs weltweit macht. Am 4. Februar startete nun die Anmeldephase für den Lauf, woraufhin J.P.-Morgan zum Captain-Treffen am vergangenen Mittwoch einlud, bei dem sich die Teamführer*innen der bereits angemeldeten Unternehmen kennenlernen konnten. Verbunden war das Event mit dem „vertikalen Projekt“ – eine Art Treppenwettlauf ähnlich des Skyruns im Messeturm. Dafür öffnete der Taunusturm seine 39 Stockwerke und gab die 882 Stufen frei für die Treppenläufer. Unter ihnen befanden sich auch zwei Jogger höheren Alters: Jürgen Frei mit 79 Jahren und Bernd Zürn mit 82 Jahren.

In neun Minuten 39 Stockwerke

Frei ist seit 1995 Turmjogger und lief bereits zweimal die Treppen des Empire State Buildings hoch. 2014 lief er die 1220 Stufen des Messeturms sieben Mal hintereinander hoch. Insgesamt ist er schon 33 Türme in Frankfurt hochgelaufen. „Mit guten Kontakten kommt man in jeden Turm hinein“, sagt der 79-Jährige lächelnd. Dreimal läuft er den Taunusturm an diesem Mittwochabend hoch, braucht dafür jeweils neun Minuten und ist noch mit dem Schweiß auf der Stirn aus der Tür und auf dem Weg zur Probe in der Frankfurter Orchestergeselleschaft, bei der er die Bratsche spielt. Zufrieden sei er mit seiner Zeit an diesem Tag nicht unbedingt, er habe nicht gezielt für die Treppen trainiert. Seit 43 Jahren macht Frei täglich Ergometer-Training „mit klassischer Musik im Ohr und einer Zeitung in der Hand.“ Auch der 82-jährige Bernd Zürn hat die Treppen dreimal erklommen und dafür rund neun Minuten gebraucht. Seit 40 Jahren setzt sich Zürn aktiv für die Umwelt ein, hat im Jahr 1983 den Flörsheimer Ortsverein BUND gegründet. Im Moment sammle er „vertikale deutsche Meistertitel“ in der Altersklasse über 80. Der beste Treppenjogger an diesem Abend war der 26-jährige Samuel Schu mit rund vier Minuten für die 882 Stufen.





1500 Stunden im Jahr trainieren

Die beiden Leichtathleten Moritz Raykowski und Noah Bodelier laufen an diesem Abend nicht mit, sie sind aber zwei der Menschen, denen die Spendengelder des Firmenlaufs zugute kommen. „Die finanzielle Unterstützung fängt bei ganz einfachen Dingen wie einem Busticket an. Ein Kind mit einer Behinderung kann für die Eltern finanziell sehr belastend sein“, sagt Lars Pickardt, Vorsitzender der Deutschen Behindertensportjugend. Raykowski und Modellier gehören zum Kader des TSV Bayer 04 Leverkusen, der vom Verein Deutsche Behindertensportjugend unterstützt wird.

Moritz Raykowski ist 21 Jahre alt und von Geburt an halbseitig gelähmt. Seit 2014 macht er Leichtathletik, ist spezialisiert auf 400 Meter Langsprint und trainiert dafür zehnmal die Woche. Nebenbei studiert er Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politik. „Ich trainiere Vollzeit und ich studiere Vollzeit. Insgesamt komme ich bestimmt auf 1500 Trainingsstunden im Jahr.“ Sein Studium leidet darunter aber nicht, ganz im Gegenteil: Die Motivation, die er für den Sport empfindet, breitet sich auf alle Lebensbereiche aus. „Das ist ein Phänomen. Gute Athletinnen und Athleten sind auch meistens in allen anderen Bereichen gut“, erklärt Pickardt.





Ähnlich sieht es bei dem 16-jährigen Noah Bodelier aus, der gerade die Oberstufe eines Sportinternats besucht und einen Notendurchschnitt von 1,1 hat. Vor drei Jahren wurde ihm aufgrund eines Tumors der Unterschenkel amputiert. Sein Bruder nahm ihn anschließend mit zum Sport und konnte ihn für die Leichtathletik begeistern, mittlerweile läuft er 100 Meter und 200 Meter und macht Weitsprung. Bodelier will nach seinem Abitur eine Ausbildung als Orthopädie-Mechaniker machen und an den Europameisterschaften teilnehmen, später auch an den Paralympics. Moritz Raykowski wird in seiner Antwort noch konkreter: „Bachelor, Master, Doktor und die Goldmedaille in Paris 2024."
 
7. Februar 2020, 12.54 Uhr
jwe
 
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