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Foto: © Bernd Kammerer (Symbolbild)
Foto: © Bernd Kammerer (Symbolbild)

Fußball DFB-Pokal

Ein strittiger Elfmeter, eine rote Karte und Berlin im Kopf

Pokalspiele liegen der Eintracht: Mit einem 2:0 über Werder Bremen haben die Frankfurter am Mittwoch das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Zu den entscheidenden Szenen kam es jeweils in der Nachspielzeit der beiden Halbzeiten.
„Wir freuen uns extrem, dass wir unter den letzten Vier sind“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter nach dem Spiel am Mittwochabend, das die Frankfurter nach einem ausgeglichenen Beginn schließlich souverän mit 2:0 gegen Werder Bremen gewonnen haben. Damit hat die Eintracht die Chance, zum dritten Mal seit 2017 das Endspiel in Berlin zu erreichen. Im Halbfinale treffen die Hessen entweder auf den FC Bayern München, Bayer Leverkusen oder das Überraschungsteam 1. FC Saarbrücken aus der vierten Liga. Gegen wen die Eintracht am 21. oder 22. April spielen muss, entscheidet sich bei der Auslosung der beiden Partien am 8. März. „Es gibt kein Wunschlos, aber ich wünsche mir ein Heimspiel“, sagte Hütter und freute sich, dass seine Mannschaft „über 90 Minuten verdient gewonnen hat“.

Eintracht-Führung nach Elfmeter
Für seinen norddeutschen Kollegen Florian Kohfeldt war es dagegen „ein bitterer Abend mit mehreren Tiefschlägen“. Den ersten erlebte der Werder-Trainer kurz vor dem Halbzeitpfiff beim Stand von 0:0, als sein Abwehrspieler Ludwig Augustinsson einen Handelfmeter verursachte. Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff die Elfmeter-Szene in der Nachspielzeit erst nach einem Signal des Videoassistenten. „Ich bin sehr enttäuscht, aber die Regel ist eindeutig“, sagte Augustinsson zu der Situation, in der er seinen linken Arm im Kopfballduell mit Timothy Chandler über die Schulter hebt und dabei den Ball trifft. „Der Videoassistent ist für eine klare Fehlentscheidung da“, kommentierte Trainer Kohfeldt die Szene. Was die Bremer störte, war nicht die Entscheidung des Schiedsrichters, der vollkommen regelkonform den Strafstoß gegeben hat, sondern die Entstehung des Pfiffs. Denn niemand im Stadion hatte das Handspiel von Augustinsson überhaupt bemerkt, auch Zwayer ließ zunächst weiterspielen. Erst zwei Minuten nach der Szene bekam der Schiedsrichter vom Videoassistenten das Signal, die Situation am Bildschirm zu überprüfen, schaute sich die Wiederholung an und entschied dann regelkonform. Auch Eintracht-Coach Hütter sprach von „einer glücklichen Entscheidung“ für sein Team. Stürmer André Silva verwandelte den Strafstoß souverän (45+2. Minute) zur schmeichelhaften Führung, denn bis dahin hatten die Gäste die besseren Chancen (35. und 42. Minute) gehabt und Eintracht-Torhüter Kevin Trapp mit guten Paraden imponiert. Nach der Pause waren die Frankfurter dann auch das bessere Team und erzielten durch Daichi Kamada nach einer genauen Vorlage von Filip Kostić den zweiten Treffer (60. Minute). Kostić (72. Minute) und Kapitän David Abraham (74. Minute) vergaben kurz danach Möglichkeiten, das Spiel vorzeitig und endgültig zu entscheiden. Bremen agierte gegen Spielende wieder offensiver, verpasste aber in ihrer größten Chance der zweiten Halbzeit den Anschlusstreffer durch Yuja Osako (81. Minute).

Kostić fehlt im Halbfinale
Turbulent wurde es erst wieder kurz vor dem Abpfiff. In der Nachspielzeit der Partie foulte Kostić seinen Gegenspieler vollkommen unnötig, aber wohl ohne Absicht, und sah dafür von Zwayer die rote Karte. „Filip ist wohl abgerutscht, er ist sicherlich nicht der Spieler, der einen anderen verletzen möchte“, sagte Hütter. Damit müssen die Frankfurter im Pokalhalbfinale definitiv auf einen ihrer besten Spieler verzichten und möglicherweise auch in einem potentiellen Finale ohne den Serben antreten. „Er ist ein absoluter Schlüsselspieler unserer Mannschaft und wird uns fehlen“, sagte der Trainer. Dass sich bei dem Foul auch Kostićs Gegenspieler Ömer Toprak so schwer am Bein verletzte, dass er mit einer Trage vom Platz gebracht werden musste, setzte einen unschönen Schlusspunkt an diesem Frankfurter Pokalabend.
 
4. März 2020, 23.58 Uhr
Nicole Nadine Seliger
 
 
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