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Zwischenruf zur Platzvergabe an Gymnasien
 

Zwischenruf zur Platzvergabe an Gymnasien

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Neue Schulen statt Diskussionen

Foto: Journal Frankfurt/Archiv
Foto: Journal Frankfurt/Archiv
„Der ‚schwarze Peter‘ wird von der Stadt zum Land und wieder zurück geschoben“, schreibt Alix Puhl, die Vorsitzende des Stadtelternbeirats, zur aktuell in der Kritik stehenden Schulplatzvergabe in Frankfurt.
Eine einfache Sach- und Rechenaufgabe für jeden Viertklässler: Jedes Jahr werden 400  Kinder mehr geboren als im Vorjahr. Was muss eine Stadt tun? Die Kinder würden sagen: Neue Schulen bauen. Denn die Kinder wissen, dass zwischen 27 und 30 Kinder in eine Klasse gehen. Daher hätten die Kinder ausgerechnet, dass die Stadt rechnerisch jedes Jahr 13  Klassen über alle Schulformen neu auf­machen müsste. Das wären also, wenn die Kinder von einer sechszügigen Schule ausgehen sollten, im Schnitt 2,17  Schulen pro Jahr. Wenn die Kinder dann noch wüssten, dass in den letzten Jahren bereits jedes Jahr bis zu 17 Klassen an Gymnasien (dass bedeutet 7 x 30 =  210  Kinder) zusätzlich untergebracht wurden, die dort eigentlich nicht eingeplant sind und für die somit auch kein Platz in den Turnhallen, Mensen und Fachräumen vorgesehen ist, was würden die Kinder der Stadt dann raten: Baut Schulen und zwar viele und das schnell! Und da Kinder ihre Freizeit nicht so gerne täglich in U-Bahnen, Straßenbahnen oder Bussen verbringen, würden sie der Stadt wohl empfehlen, diese Schulen da zu bauen, wo viele Kinder sind. Diesen Ratschlag würden die Lehrer sicher als gut gelöste Aufgabe werten.

Nun hatte genau diese scheinbar kinderleichte Aufgabe die Stadt Frankfurt. So leicht sie in der Theorie zu beantworten ist, so schwer scheint das in der Praxis zu sein. Denn trotz vielfacher Forderungen von Eltern und Schulleitern in den letzten Jahren, die auf den Notstand hingewiesen haben, werden zwar Wohngebiete erschlossen, Familien weiter angeworben und Werbung für das Kinderbekommen gemacht, aber die schulpolitischen Konsequenzen wurden nicht gezogen. Das Land, das nur auf Antrag der Stadt eine Schulneugründung genehmigen kann, hat auf diesen Antrag nicht gedrängt, sondern das Spiel der Containerdorferweiterung von Schulen mitgemacht. Nun haben wir den Salat und alleine in diesem Jahr müssen 500 Kinder die Suppe auslöffeln, weil sie keinen Platz an einem Gymnasium ihrer Wahl bekommen haben. Und nächstes Jahr kommen weitere 400 dazu. Das ist nicht fair und würde in einer Hausaufgabe zu einer schlechten Note führen. Daher, fragt die Kinder und hört auf sie! Was die Kinder nicht wollen, ist eine Diskussion, in der der „schwarze Peter“ von der Stadt zum Land und wieder zurück geschoben wird. Was wir brauchen, sind eine vorausschauende Stadtplanung, Bauplätze, da wo Kinder sind, und dann schnelle Genehmigungen der Schulen durch das Land. Gab es da nicht auch noch so etwas wie einen Schulentwicklungsplan? Den bräuchten wir nun auch dringender denn je. Was wir nicht brauchen ist eine ideologisch aufgeladene Diskussion zur Frage, ob eine IGS die bessere Schulform ist oder doch das Gymnasium. Sondern bessere Information über das System bei allen, Lehrern, Eltern und Schülern. Denn nur dann wird das Problem in den nächsten Jahren kleiner und nicht noch viel größer.

Die Autorin ist Vorsitzende des Stadtelternbeirats und Mutter von vier Kindern. Der Text erscheint zeitgleich im Journal Frankfurt und kann hier diskutiert werden.
 
5. Mai 2015, 12.24 Uhr
Alix Puhl
 
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