Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Politik
Startseite Alle NachrichtenPolitik
Wieso die AfD nicht von der UAS ausgeladen wird
 

Wieso die AfD nicht von der UAS ausgeladen wird

0

Frank Dievernich: „Wir sind die besseren Demokraten“

Foto: Frankfurt University of Applied Sciences
Foto: Frankfurt University of Applied Sciences
Die Frankfurt University of Applied Sciences hat trotz massiver Kritik beschlossen, AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen nicht von der geplanten Podiumsdiskussion auszuladen. Hochschulpräsident Frank Dievernich nennt die Gründe.
Herr Dievernich, am 5. April wird an der Frankfurt University of Applied Sciences eine Podiumsdiskussion zur Europawahl stattfinden, bei der neben Vertretern von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken auch AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen dabei sein wird. Sie haben die Forderung des Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" ausgeschlagen, ihn wieder auszuladen.

Die AfD ist eine demokratisch gewählte Partei. Ihre partielle Nähe zu rechtsradikalen Positionen verursacht uns natürlich Unbehagen - denn diese Hochschule tritt entschieden gegen jede Form von Rassismus ein. Als staatliche Institution sind wir aber zur Neutralität verpflichtet und haben daher alle im Bundestag vertretenen Parteien zu dieser Diskussionsveranstaltung eingeladen.

Was soll das nützen?

Die Diskussionsrunde repräsentiert ein breites Meinungsspektrum zu Europa und zur Wahl. Die Zuhörer können sich ein eigenes Bild machen. Ich bin überzeugt davon, dass Michel Friedman und Daniel Röder als versierte Moderatoren dabei unterstützen, die unterschiedlichen Positionen klar herauszuarbeiten. Wir werden keine Podiumsteilnehmenden ausladen, weil uns deren politische Meinung nicht passt. Das wäre nämlich kontraproduktiv.

Sie hätten die AfD einfach von vornherein nicht einladen können.

Wie bereits erwähnt, wir sind zu Neutralität verpflichtet, daher war das keine Option. Als Hochschule leben wir den Diskurs: Wir wollen den Zuhörern eine Debatte bieten und Positionen deutlich werden lassen. Als Hochschule, die Werte wie Vielfalt und Integration vertritt, Weltoffenheit fördert und schützt sowie sich gegen Rassismus wendet, wollen wir Stärke zeigen. Wir halten das aus. Wir sind die besseren Demokraten.

Wie soll das Gespräch ablaufen?

Es wird Aufgabe der Moderatoren sein, jede und jeden Podiumsteilnehmenden angemessen zu Wort kommen und ihre Positionen darlegen zu lassen. Das Publikum kann sich mit Fragen an die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien wenden. Ich hoffe, dass ganz viele Studierende und Menschen aus der Stadt dabei sein werden. Wir werden zeigen, dass wir die Mehrheit und unsere Argumente für ein gemeinsames, vielfältiges Europa besser sind.

Was entgegnen Sie jenen, die Ihre Entscheidung nicht nachvollziehen können?

Ich kann das gut verstehen. In ihrem Leitbild hat sich die Frankfurt UAS der argumentativen Auseinandersetzung verschrieben; diesen Anspruch werden wir an diesem Abend einlösen, indem wir den demokratischen Diskurs zulassen und aushalten. Als Bildungsinstitution betrachten wir es als Aufgabe, junge Menschen zum Reflektieren und zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung anzuregen; Ziel solcher Veranstaltungen muss sein, dass junge Menschen erkennen, wie der Populismus agiert und welche Werte sie persönlich schützenswert finden. Ich glaube, das ist der einzige Weg.

Hat die Frankfurt University of Applied Sciences die AfD zuvor schon einmal eingeladen?

Nein, und wir haben uns auch immer dagegen gewehrt. Allerdings sitzt die AfD demokratisch legitimiert auf Stadt-, Landes- und Bundesebene und auch in der EU im Parlament. Sie repräsentiert einen Teil der Bevölkerung und deshalb müssen wir sie mit einbeziehen. Ich gebe aber zu, dass ich das persönlich als schmerzhaft empfinde.
20. März 2019
red
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
 
 
Im Gespräch mit Eileen O‘Sullivan - Teil 1
3
„Wir brauchen endlich europäische Parteien“
Die noch junge Partei Volt tritt bei der Europawahl als paneuropäische Partei in acht Ländern mit demselben Wahlprogramm an. Im ersten Teil des Interviews mit Eileen O’Sullivan (23), der Spitzenkandidatin für Frankfurt, haben wir unter anderem über ihre politischen Beweggründe gesprochen. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Volt
 
 
Fridays for Future-Großdemonstration vor der EZB
0
Europawahl ist Klimawahl
Am 24. Mai findet der internationale Klimastreik anlässlich der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament statt. In Frankfurt rufen die Aktivistinnen und Aktivisten zur „Fridays for Future“-Großdemonstration vor der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. – Weiterlesen >>
Text: jh / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Ortsbeirat beantragt Erhaltung des Drosselbarts
2
Gemeinsam dagegen
Kürzlich ging das Gerücht um, dass die Traditionsgaststätte Drosselbart abgerissen werden soll. Der Ortsbeirat 9 ist sich jedoch parteiübergreifend einig: Das Drosselbart und die Kastanienbäume an der Eschersheimer Landstraße 607 sollen bleiben. Gestern wurde abgestimmt. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Bernd Kammerer
 
 
 
Bundestag will Bafög-Erhöhung beschließen
0
Mehr Geld für Schüler und Studierende
Im Bundestag soll heute die Erhöhung des Bafög-Förderhöchstbetrags beschlossen werden. 126 Euro mehr sollen es monatlich sein. Damit soll den stetig steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung getragen werden. – Weiterlesen >>
Text: Sinem Koyuncu / Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Köhler/photothek.net
 
 
Testimonial-Kampagne von Pulse of Europe
0
Fredi Bobic ruft zur Europawahl auf
Prominente werben zusammen mit Pulse of Europe für eine Beteiligung an der Europawahl. Warum Fredi Bobic, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, Teil der Testimonial-Kampagne „Meine Heimat Europa“ ist, hat er im Gespräch mit dem JOURNAL FRANKFURT verraten. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Pulse of Europe
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  187