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Politik
 

Daniel Cohn-Bendit:

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"Alle Wege führen nach Jamaika"

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Der frühere Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit sieht die kommende Jamaika-Koalition in Berlin als große Chance. "Es gibt keinen anderen Weg – deswegen wird es für die Grünen auch keine Zerreißprobe."
Bundesweit haben fast alle Parteien Federn gelassen, was die Zahl der möglichen Koalitionen schrumpfen lässt. Mit der AfD will niemand koalieren, für Rot-Rot-Grün reicht es nicht, auch nicht für Schwarz-Gelb. Die Fortsetzung der Großen Koalition scheitert ebenfalls, denn die Sozialdemokraten suchen ihr Heil in der Opposition, wie ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz direkt nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung ankündigte. Ein folgerichtiger Schritt, meint der Frankfurter Politiker Daniel Cohn-Bendit: "Die SPD muss in die Opposition, auch damit die AfD nicht die größte Oppositionspartei ist. Das hat auch mit Staatsräson zu tun." Und Neuwahlen könne keiner wollen.

Die Spitzen der Grünen-Partei geben sich hinsichtlich einer Jamaika-Koalition noch vorsichtig. Fraktionschef Toni Hofreiter spricht von "sehr ernsthaften" Gesprächen, die man nun führen müsse. Seine Kollegin Katrin Göring-Eckardt meint: "Wir werden kein einfacher Partner sein." Und der Frankfurter Abgeordnete Omid Nouripour will eine Koalition mit CDU und FDP nicht um jeden Preis. "Ich mache nichts im Leben um jeden Preis, es sei denn, meine Frau befiehlt es mir."

Daniel Cohn-Bendit sagt: "Das Spannende an Wahlen ist, dass es nach der Wahl nicht so ist, wie vor der Wahl. Vor der Wahl hieß es: Jamaika ist unmöglich. Jetzt führen alle Wege dorthin." In der Koalition liege die Chance für die Grünen, für "eine europäische, eine sozial-ökologische Politik" einzutreten. "Darin liegt eine große Aufgabe, aber auch eine große Chance für dieses Land und die Grünen." Von einem Zerreißprozess für seine Partei will der frühere Europaabgeordnete nichts wissen. "Die Wähler der Grünen verstehen, dass dies die einzige Richtung ist – in Gefahr und höchster Not bringt der Mittelweg den Tod. Und eine Jamaika-Koalition ist nicht der Mittelweg."

Unser Foto zeigt Daniel Cohn-Bendit im Jahr 2013 im Europäischen Parlament in Brüssel.
 
25. September 2017, 11.34 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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Leser-Kommentare

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Stephan Weber am 25.9.2017, 14:35 Uhr:
Im Verkauf drücken die Grünen stets beide Augen zu für den Preis einiger Gegenforderungen. Deutschland wird so mehr oder weniger senen Weg fortsetzen, auch wenn die Einigung stets was kompliziertes sein wird, aber rechts sieht sich bestätigt. Hoffen wir alle, das ganz Europa der selben Meinung ist.
Letztlich trägt man nur die Verantwortung für sein eigenes Handeln und das ist einwandfrei.
 
 
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