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IAA: Proteste und Blockaden
 

IAA: Proteste und Blockaden

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Proteste gegen die Autoindustrie

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Die Internationale Automobil Messe (IAA) in Frankfurt wird in diesem Jahr von starken Protesten überschattet: Mehrere Umweltorganisationen, darunter „#Aussteigen" und „Sand im Getriebe", haben für das kommende Wochenende Aktionen geplant.
Die IAA in Frankfurt, deren Vorprogramm heute gestartet ist und die am Donnerstag offiziell beginnt, wird in diesem Jahr von starken Protesten überschattet: Während die Automobilbranche ihre Neuheiten unter dem Motto „Driving Tomorrow“ präsentiert, wollen Klimaschützerinnen und -schützer für eine schnelle und klimagerechte Verkehrswende demonstrieren. Den Anfang macht am Freitag die wöchentliche Demonstration von Fridays for Future. Am Freitagabend lädt das globalisierungskritische Netzwerk Attac zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Verkehrswende gemeinsam durchsetzen“. „Für eine sozial gerechte und ökologisch tragfähige Mobilität der Zukunft müssen wir den Wachstumszwang einer auf Konkurrenz und Profit aufgebauten Wirtschaft überwinden: weg vom System Auto hin zu einer öffentlich organisierten Mobilität für alle“, findet Achim Heier von Attac.

Sternfahrt am Samstag

Die größte Demonstration ist für den ersten Publikumstag, den kommenden Samstag, angekündigt: Bei der vom Bündnis „#Aussteigen“ organisierten Demonstration werden bis zu 20 000 Menschen erwartet, die mit dem Fahrrad und zu Fuß demonstrieren. In einer Sternfahrt werden Radfahrende auf insgesamt 13 Routen, darunter aus Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Gießen, Aschaffenburg, Gelnhausen und Usingen zum Frankfurter Messegelände starten. Im Rahmen dessen werden zeitweise auch Autobahnen und Bundesstraßen für die Demonstrierenden gesperrt.

Die Fußgängerinnen und Fußgänger starten um 11.30 Uhr an der Hauptwache. Um 13.30 Uhr treffen sich am Nibelungenplatz Eltern und Kinder für den „Kidical Ride“. Die letzten Kilometer der Sternfahrt bestreiten die Kinder gemeinsam mit den Radfahrenden. Die Fahrradkonvois und die Fußgängerinnen und Fußgänger treffen sich schließlich um 14.30 Uhr auf der Friedrich-Eberhard-Anlage nahe der Messe zu einer Abschlusskundgebung. Hinter der Demonstration steht ein breites Bündnis aus ADFC, BUND, Campact, VCD, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und Naturfreunde Deutschlands.

Wegen der geplanten Proteste wird es zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen kommen: Die Polizei wird mit einer Gitterlinie die Theodor-Heuss-Allee, die Friedrich-Ebert-Anlage und den Platz der Republik absperren. Der Verkehr auf der Theodor-Heuss-Allee wird sowohl stadtein- als auch stadtauswärts gesperrt sein. Dadurch soll ein reibungsloser Ablauf der Demonstrierenden gewährleistet werden. Zudem dient der Bereich als Evakuierungszone.

Aktionen zivilen Ungehorsams am Sonntag

Am Sonntag, den 15.9. will das Bündnis „Sand im Getriebe“ mit friedlichen Blockaden die Zugänge zum Messegelände blockieren und so den Ablauf der IAA stören. Das Bündnis hat online zu Blockaden und allgemein Aktionen zivilen Ungehorsams aufgerufen. Die Polizei erwartet, dass die Proteste friedlich bleiben. „Wir gehen davon aus, dass keine gewaltbereiten Gruppen beteiligt sind“, macht IAA-Einsatzleiter Thomas Seidel klar.

„Sand im Getriebe“ fordert autofreie Städte, mehr Platz für Fuß- und Radverkehr sowie einen massiv ausgebauten und kostenlosen Nahverkehr. „Auf der IAA werden das deutsche Autoverkaufsministerium und die Spitzen von VW, Daimler, BMW und Co. sich und ihre zerstörerischen Blechkisten feiern. Kein Wunder: Die Auto-Industrie gehört zu den mächtigsten Fraktionen der deutschen Wirtschaft und bildet das Fundament des deutschen Export-Modells – mit seinen verheerenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen weltweit“, so Tina Velo von „Sand im Getriebe“. „Wir müssen jetzt handeln. Und weil Politik und Konzerne sich gegen diesen Wandel zur klimaneutralen Gesellschaft sträuben, beginnen wir ihn nun selbst.“

Scientists for Future solidarisieren sich mit Protesten

Auch die Scientists for Future haben sich mit den Demonstrierenden solidarisiert: „Die Anliegen der Protestierenden für eine schnelle und gerechte Verkehrswende anlässlich der Messe IAA PKW sind berechtigt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Die derzeitigen verkehrspolitischen Maßnahmen zum Klima- und Artenschutz reichen bei weitem nicht aus, um das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.“ Im Rahmen der IAA bietet das Bündnis die Möglichkeit, sich mit Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auszutauschen. Dafür organisiert es am Sonntag eine Kundgebung „Debates for Future“ auf der Grünfläche gegenüber des Messeturms.
 
10. September 2019, 12.38 Uhr
Helen Schindler
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ronald M. Filkas am 16.9.2019, 19:01 Uhr:
Bitte keine Witze über die „Spaßpartei FDP“, schließlich sitzen hier doch die wahren Profis! Außer deren Vorsitzenden Lindner gibt es dort z. B. auch noch den Abgeordneten Luksic, der Elektromobilität für den falschen Weg hält, weil sie „volkswirtschaftlich sehr teuer [sei] und […] mit Technologieoffenheit nichts mehr zu tun“ habe (Interview auf tagesschau.de: „Wie Scheuer sein Klimaziel erreichen will“).
 
Julia Krohmer am 12.9.2019, 09:37 Uhr:
"Den Anfang macht am Freitag die wöchentliche Demonstration von Fridays for Future."
Neiiiin, den allerersten Anfang macht die Podiumsdiskussion von Scientists for Future Frankfurt, schon heute abend, um 19:00 im Casino der Goethe-Uni (Campus Westend), Raum 1.801 zum Thema "Zukunftsfähige Mobilität". Zu Gast sind Prof. Lanzendorf (GU) , Prof. Schilder (UAS), Dr. Jutta Deffner (ISOE) und Fridays For Future Frankfurt.
Siehe auch
twitter.com/s4f_ffm/status/1171024322238013440
 
Ralph Lange am 11.9.2019, 19:14 Uhr:
Die Verantwortungs- und Rücksichtslosigkeit dieser Proteste gegenüber zentralen deutschen Wirtschaftsunternehmen spricht für eine große Lust am Untergang. Die Automobilindustrie ist zentral für die deutsche Wirtschaftskraft und daher der Schlüssel für die Lösung von sozialen und Umweltprobleme. Nur wenn Geld erwirtschaftet wird, kann den Hilfsbedürftigen und Flüchtlingen geholfen werden. Bei der Umstellung auf CO2-neutrale Wirtschaft braucht der Staat die Steuern und Abgaben der Unternehmen und Autofahrer. Jeder der jetzt gegen VW, BMW und Daimler demonstriert, richtet sich gegen Klimaschutz und sozialen Ausgleich.
 
 
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