Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
respektvolle Akzente
 

respektvolle Akzente

0

Jüdisches Museum wird saniert und erweitert

Fünf Jahre lang wurde die Erweiterung des jüdischen Museums diskutiert. Neue Akzente setzen und alter Substanz mit Respekt begegnen - eben dies tun die Preiträger des Wettbewerbs um die Sanierung des Jüdischen Museums, die jetzt nominiert wurden.
Das Preisgericht aus Architekten, Stadtplanern sowie Vertretern von Politik, Kultur und Jüdischer Gemeinde tagte 4. Dezember unter Vorsitz von Max Dudler und beurteilte 19 Entwürfe von international renommierten Architekten und jungen Büros. Die Stadt Frankfurt, Dezernat Kultur und Wissenschaft, legte als Auslober des Realisierungswettbewerbs bei der Ausschreibung besonderen Wert auf eine sensible Verknüpfung des Erweiterungsbaus mit dem denkmalgeschützten klassizistischen Gebäudeensemble, so Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Außerdem musste die in unmittelbarer Nähe liegende Wallanlage in die Planung der Gesamtanlage sinnvoll einbezogen werden. Die Sanierung der Altbauten soll, insbesondere in Hinblick auf die neue Besucherführung, eine Neuordnung der Dauerausstellung ermöglichen. Der Eingangsbereich des Museums soll in den Erweiterungsbau verlegt werden. Zum Raumprogramm des Erweiterungsbaus gehören neben Flächen für Wechselausstellungen ein Vortragsraum, eine Bibliothek, ein angeschlossenes Archiv sowie ein Café, ein Museumsshop und Werkstätten.

Bereits im Frühjahr sprach sich der Frankfurter Rechtsanwalt und Publizist Michel Friedman für die Erweiterung und Sanierung des geschichtsträchtigen Museums aus. Nun wird das, was lange währte, endlich gut. Der Architekturwettbewerb zur Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums ist erfolgreich abgeschlossen. Zwei zweite, mit jeweils 25000 Euro dotierten Preise gingen an Staab Architekten GmbH (Berlin, Foto)) und Töpfer Bertuleit Architekten (Berlin) und einen dritten Preis à 20.000 Euro erhielten Gerkan, Marg und Partner (gmp) Generalplanungsgesellschaft mbH (Berlin). Das Preisgericht würdigte zudem die drei Entwürfe der Büros Sunder-Plasmann Architekten (Kappeln), Diener und Diener Architekten (Basel) und AFF-Architekten (Berlin) mit jeweils 10.000 Euro.

„Die Wettbewerbsergebnisse sind vielversprechend. Die meisten der eingereichten Entwürfe sind der Bedeutung der Aufgabe gerecht geworden – in städtebaulicher, architektonischer und funktionaler Hinsicht. Speziell die Preisträgerentwürfe zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf ihre jeweils charakteristische Weise einen neuen Akzent an einer stadtplanerisch bedeutsamen Stelle setzen und dabei gleichzeitig dem denkmalgeschützten Rothschild-Palais mit Respekt begegnen“, so Kulturdezernent Felix Semmelroth. Auch Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz äußerte sich sehr zufrieden: „Der Wettbewerb hat äußerst vielfältige Ergebnisse hervorgebracht. Mir war wichtig, dass die ausgewählten Entwürfe die angrenzende Wallanlage mit einbeziehen und zu einer Aufwertung des öffentlichen Raumes beitragen. Dadurch ergänzen sich Gebäude und Freiraum, die Qualität dieses Ortes wird gestärkt. Die Bürger werden zum Verweilen und zum Besuch des Museums eingeladen.“

„Mich beeindruckt, dass alle drei prämierten Entwürfe mit der neuen Eingangssituation den zukünftigen Besuchern eine klare Orientierung bieten. Durch die Sanierung des Gebäudebestandes und die damit verbundene Neuordnung der Dauerausstellung mit der Einbindung des Nachlasses der Familie Frank / Elias wird das Museum ein noch vielseitigerer Ort für die Begegnung mit jüdischer Geschichte und Gegenwart“, äußert sich Museumsdirektor Raphael Groß. Jetzt gelte es, die drei Preisträgerentwürfe so zu überarbeiten, dass zeitnah eine endgültige Entscheidung darüber getroffen werden könne, welcher Entwurf realisiert werden soll, erklärt Kulturdezernent Semmelroth.

Es handelte sich um einen nicht offenen Wettbewerb mit einem vorgeschalteten qualifizierten Auswahlverfahren. Die Beauftragung wird über ein nachgeschaltetes Verfahren nach der Vergabeordnung für freiberufliche Dienstleistungen (VOF) an einen der drei Preisträger erfolgen. Das Wettbewerbsverfahren wurde von der MuseumsBausteine Frankfurt GmbH im Auftrag der Stadt Frankfurt durchgeführt und von der Stadtbauplan GmbH, Darmstadt begleitet. Nun werden die drei Gewinner ihre Entwürfe noch einmal nach bestimmten Vorgaben überarbeiten und schließlich entscheidet der Magistrat der Stadt, welcher der Entwürfe umgesetzt werden wird. Für die Sanierung und Neuausstattung des klassizistischen Altbaus werden derzeit rund 20 Millilonen Euro, für den erweiternden Neubau 30 Millionen Euro veranschlagt.

Vom 6. Dezember bis zum 17. Januar 2013 sind die Entwürfe im Eingangsbereich des Deutschordenshauses (Erdgeschoss des Kulturamts) in der Brückenstraße 3-7 zu besichtigen. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Montags sowie vom 24. Dezember bis einschließlich 1. Januar 2013 ist die Ausstellung geschlossen.
 
6. Dezember 2012, 11.48 Uhr
mim/pia
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Frankfurter Buchmesse 2020
0
Hoffnung, die verbindet
In diesem Jahr ist alles anders – auch auf der Frankfurter Buchmesse. Doch wie genau wird dieses „anders“ aussehen? Darüber sprachen heute die Organisatorinnen und Organisatoren der Frankfurter Buchmesse in einer digitalen Vorschau-Pressekonferenz. – Weiterlesen >>
Text: Elena Zompi / Foto: Fernando Baptista/Frankfurter Buchmesse
 
 
Wegen der Sanierung technischer Anlagen bleibt das Museum Giersch noch bis zum Frühjahr 2021 geschlossen. Für Interessierte gibt es zur Überbrückung ein digitales Angebot; dieses will das Museum nun noch weiter ausbauen. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: © Museum Giersch der Goethe-Universität
 
 
Festival im hybriden Format
0
B3 Biennale: digital global
Auch in diesem Jahr widmet sich die B3 Biennale kreativen Bewegtbildarbeiten aus der ganzen Welt. Diese werden vom 9. bis zum 18. Oktober sowohl virtuell als auch vor Ort in der Astor Filmlounge gezeigt. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: B3 Biennale
 
 
 
Instrumentenbau – Probe – Konzert. Und das alles an einem Tag. So lautet die Ankündigung für den Auftritt des Soziokulturellen DIY-Nachbarschafts-Orchesters am 19. September in Offenbach bei der Akademie für interdisziplinäre Prozesse, kurz afip!. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Lutz Jahnke Design
 
 
Zehn neue Stellen werden geschaffen
0
Hessens Museen sollen digitaler werden
Hessen fördert die Museen, denkmalgeschützten Gebäude sowie Archive des Landes mit neuen Stellen und Geldern in Höhe von drei Millionen Euro. Damit soll vor allem in die Digitalisierung der Kultureinrichtungen investiert werden. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Unsplash
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  703