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Trostfrauen

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Eine Mädchenstatue für den Frieden

Foto: Carsten Schläger
Foto: Carsten Schläger
Während des Zweiten Weltkrieges wurden hunderttausende junge Frauen vom japanischen Militär in die Prostitution gezwungen. Auf dem Gelände des Campus Westend erinnern bis Juli eine Bronze-Statue und eine Ausstellung an das Schicksal der „Trostfrauen“.
Ein junges Mädchen mit dem Schatten einer alten Frau, neben ihr ein leerer Stuhl: Für einige Monate wird die „Mädchenstatue für Frieden“ aus Bronze im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend zu sehen sein und an ein grausames Kriegsverbrechen erinnern. Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Asien-Pazifik-Raum hunderttausende Mädchen und junge Frauen aus Burma, China, Ost-Timor, Indonesien, Japan, Malaysia, den Niederlanden, Nordkorea, Papua Neuguinea, Philippinen, Südkorea, Taiwan und Thailand in Armeebordellen zur Prostitution gezwungen, vergewaltigt und misshandelt. Die Schätzungen zur genauen Anzahl der sogenannten „Trostfrauen“ gehen bis heute weit auseinander und reichen von 50 000 bis 410 000.

„Wir lernen in der Schule in Korea auch über Auschwitz. Da sollte man hier eigentlich auch über die Kriegsverbrechen im asiatischen Raum unterrichten“, sagt Eun Hi Yi, Vorsitzende des Vereins Punggyeong Weltkulturen e.V., der sich für das Aufstellen von Gedenkstatuen in Deutschland einsetzt. Bereits von Oktober bis Dezember 2019 war die Statue im Haus am Dom zu sehen. Am gestrigen Dienstag ist sie in das Foyer des PEG-Gebäudes am Campus Westend umgezogen und wird dort bis 16. Juli zu sehen sein. Gemeinsam mit der AStA-Vorsitzenden Kyra Beninga arbeitete Eun Hi Yi mehrere Monate an einer Ausstellung über die Geschichte der hunderttausenden Mädchen und jungen Frauen. Am heutigen Mittwoch um 18.30 Uhr wird im Foyer des PEG-Gebäudes die Schau mit einer Vernissage eröffnet. Kyra Beninga und Eun Hi Yi sowie der ehemalige Leiter der Forschungsstelle für NS-Pädagogik Benjamin Ortmeyer, der stellvertretende Direktor des Fritz Bauer Instituts Tobias Freimüller, und der Direktor des Haus am Dom Joachim Valentin werden Redebeiträge halten.

„Trostfrauen“-Statuen auf der ganzen Welt

Häufig gebe es Widerstand von der japanischen Regierung, die das Gedenken an die „Trostfrauen“ nicht gerne sehe, in der Vergangenheit habe das japanische Konsulat die Ausstellenden versucht einzuschüchtern, sagt Eun Hi Yi. Umso mehr freue sie sich, dass die Goethe-Universität nun bereits die zweite Station in Frankfurt ohne größere Probleme sei. „Ich hoffe, dass irgendwann der Tag kommt, an dem eine Statue auch dauerhaft auf einem öffentlichen Platz steht.“

Im August 1991 ging die erste Frau mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Ihrem Beispiel folgten daraufhin 500 weitere Frauen aus 13 Ländern und forderten von der japanischen Regierung Anerkennung und Entschädigungen. Die erste „Mädchenstatue für Frieden“ wurde vor der japanischen Botschaft in Seoul anlässlich der 1000. Mittwochsdemonstration der „Trostfrauen“ errichtet, mittlerweile sind es in ganz Südkorea über 60. Außerhalb Koreas befinden sich in den USA, Kanada, China und Australien weitere Statuen. In Südkorea gilt der 14. August seit dem Jahr 2018 als offizieller Gedenktag für die „Trostfrauen".
 
19. Februar 2020, 10.38 Uhr
jwe
 
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