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Kultur
 

Städtische Bühnen

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Verkehrsdezernent hält Osthafen für „indiskutabel“

Foto: Journal Frankfurt
Foto: Journal Frankfurt
Aktuell prüft die zuständige Stabstelle die Standortmöglichkeiten für die Städtischen Bühnen. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) lehnt die Idee eines Neubaus am Osthafen ab; die Verkehrsanbindung sei unzureichend. Dafür erntet er Kritik seitens der CDU.
Neubau am Willy-Brandt-Platz, Verlagerung an den Opernplatz oder ausgelagert an den Osthafen – aktuell existieren fünf verschiedene Ideen für den geplanten Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt. Bevor eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann, prüft aktuell die zuständige Stabstelle, ob die Entwürfe den Anforderungen an einen zukunftsfähigen Spielbetrieb nachkommen können. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) teilte unterdessen mit, der von der CDU favorisierte Standort am Osthafen sei aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung „im Grunde indiskutabel“.

„Der jetzige Standort für die Bühnen ist eigentlich unter Verkehrsgesichtspunkten in jeder Hinsicht optimal“, so Oesterling. Direkt unter den Bühnen befinde sich ein U-Bahn-Kreuz, dass mit sechs U-Bahn-Linien direkte Verbindungen in alle Richtungen biete. Darüber hinaus ergäben sich durch die Nähe zur Hauptwache schnelle Anbindungen an die gesamte Region und den Flughafen. Die Möglichkeit durch einen direkten Zugang sogar bei Regenwetter trocken zu den Bühnen zu gelangen, könne kein anderer Standort bieten, so Oesterling. Das von der CDU favorisierte Raab-Karcher-Gelände am Osthafen dagegen liege zu allen Verkehrsanbindungen rund 500 Meter entfernt und stelle somit „keine akzeptable Erschließung“ mehr dar. Der U-Bahnhof Ostbahnhof werde darüber hinaus nur von einer U-Bahn-Linie erschlossen, der künftige S-Bahnhof ebenfalls nur von einer einzigen S-Bahn-Linie.

Seitens der CDU will man diese Begründung nicht einfach hinnehmen. Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider sagte dem JOURNAL FRANKFURT, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr dürfe kein Ausschlusskriterium darstellen. „Als Verkehrsdezernent sollte Klaus Oesterling Möglichkeiten schaffen, wo noch keine ausreichende Anbindung herrscht. Stattdessen will er die Nutzung nur dahin bringen, wo der ÖPNV bereits läuft.“

Das Viertel sei längst „ein Hotspot der Frankfurter Stadtentwicklung“, sagt auch Martin Daum, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer. Er kritisiert die „Phantasielosigkeit“ Oesterlings und verweist auf die positive Entwicklung zwischen Europäischer Zentralbank, Unterhafen und Ferdinand-Happ-Straße in den vergangenen Jahren; dort seien attraktive Stadtquartiere zum Wohnen und Arbeiten entstanden. „Wo ein ernsthafter Wille ist, da gibt es meistens auch eine Lösung“, ergänzt Daum. Innerhalb der Fraktion sei man überzeugt, dass die U-Bahn über den Ostbahnhof verlängert und die Mayfahrtstraße mit einer Station „Städtische Bühnen“ direkt erschlossen werden könne. „Eine Verlängerung der U6 ist möglich und könnte dann perspektivisch über den Osthafen bis nach Fechenheim oder südwärts nach Oberrad führen.“ Entsprechende Entwürfe sollen in Kürze vorgelegt werden.
 
11. August 2020, 13.08 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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Leser-Kommentare

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Michael Kranz am 12.8.2020, 09:49 Uhr:
Btw, Hamburg hat die Elbphilharmonie auch nicht am Jungfernstieg gebaut.
 
Michael Kranz am 12.8.2020, 09:45 Uhr:
Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht die Alte Oper wieder zu einer Oper zu machen. Ich werde von Leuten die Frankfurt nicht kennen immer wieder erstaunt angeschaut, wenn sie hören dass die Alte Oper gar keine Oper ist. Ich bin auf jeden Fall dagegen das vorhanden Grün der Wallanlagen einem Neubau zu opfern. Die Lösung eines Neubaus gegenüber dem jetzigen Standort am Willy-Brandt-Platz oder gegenüber der Alten Oper halte ich für keine gute Idee.
 
Andi König am 11.8.2020, 16:33 Uhr:
Das Theater ist der zentrale Ort der kulturellen Verständigung des Stadtgesellschaft und braucht einen seiner Bedeutung entsprechenden zentralen Standort mit besten Zugangsmöglichkeiten für alle Bürger.
Die Verlegung der Städt. Bühnen aus dem Hotspot der (Welt-)Stadt heraus in ein preisgünstiges Industrie- und Hipsterviertel wäre das falsche Zeichen und der immaterielle Schaden immens. Dieser Preis wäre zu hoch.
 
 
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