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Spatenstich für den Erweiterungsbau
 

Spatenstich für den Erweiterungsbau

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Ein Meilenstein für das Jüdische Museum

Foto: nb
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Das Jüdische Museum wird saniert und das Rothschildpalais erhält eine Erweiterung. Der Spatenstich für das Bauprojekt erfolgte am Donnerstag. Im Jahr 2018 soll das vergrößerte Museum wieder eröffnen.
Das Jüdische Museum sei von kultur- und erinnerungspolitischer Bedeutung hob Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) anlässlich des Spatenstichs für den Erweiterungsbau des ersten jüdischen Museums Deutschlands seit dem Holocaust hervor. Am Donnerstagvormittag wurde damit der Startschuss gegeben für die Erweiterung des Rothschildpalais am Mainkai, ein klassizistisches Gebäude aus dem Jahr 1822, das im Jahr 1988 in ein Museum verwandelt wurde und spätestens mit der Dauerleihgabe des Nachlasses der Familie Frank viel zu wenig Fläche hatte, um seiner Bedeutung gerecht zu werden. Bis zum Jahr 2018 soll der Anbau mit einer Bruttogrundfläche von 4200 Quadratmeter den nur 3600 Quadratmeter großen Altbau ergänzen. Die Bibliothek und der Veranstaltungssaal sollen künftig im Neubau untergebracht werden, während im Altbau dann mehr Platz für die Dauerausstellung und das pädagogische Zentrum sein soll.

50 Millionen Euro gibt die Stadt Frankfurt für die Sanierung und den Erweiterungsbau dazu, 2,5 Millionen Euro haben die Förderer des Museums gesammelt und am Donnerstag gab Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) bekannt, dass das Land Hessen ebenfalls 2 Millionen Euro dazugeben wolle. „Keine Stadt in Deutschland wurde so sehr wie Frankfurt in den vergangenen 800 Jahren von den jüdischen Bürgern geprägt“, sagte Feldmann in seiner Ansprache. Frankfurt habe in der Vergangenheit von der Vielzahl an jüdischen Mäzenen, Stiftern, Wissenschaftlern und Politikern profitiert. Im Jahr 1930 habe die jüdische Gemeinde sechs Prozent der Bevölkerung ausgemacht. Jüdische Bürger hätten wissenschaftliche Institutionen gegründet. „Umso bedauerlicher, dass der Erfolg der Nationalsozialisten gerade in Frankfurt nicht geringer war, als in anderen Städten“, so Feldmann, der sich über die heutige, sehr lebendige Jüdische Gemeinde freue. Feldmann erinnerte daran, wie 1980 politisch einstimmig der Beschluss gefasst wurde, das letztlich 1988 eröffnete Museum zu bauen, das 1992 mit dem Museum Judengasse eine Dependance bekam. Der Neubau habe nun die Aufgabe die Erinnerung zu bewahren und die Gegenwart fruchtbarer zu machen. „Heute ist ein wirklich guter Tag für die Stadt“, so Feldmann vor illustrem Publikum. Nicht nur die ehemalige Amtskollegin Petra Roth (CDU), sowie die einstige Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) war erschienen, auch Ex-Oberbürgermeister Andreas von Schoeler, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums und Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, ließen es sich nehmen dem Spatenstich beizuwohnen.

Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) sprach in seiner rede von dem einstigen Wohnhaus der legendären Familie Rothschild, die Weltgeschichte geschrieben habe, das auf Dauer einfach nicht als Ausstellungshaus tauge. „Das hat derzeit den Charme der Improvisation“. Das solle sich in Zukunft ändern, damit es ein Gegengift gebe gegen das Vergessen und das Verdrängen. Der Neubau vom Büro Staab Architekten versuche nicht, das Palais zu interpretieren, es finde lediglich eine Bezugnahme zum Material statt – es sei ganz deutlich ein zeitgenössischer Bau. Man befände sich im Zeit- und Kostenplan, Anfang April werde mit den Rohbauarbeiten begonnen.

Stadtkämmerer Uwe Becker sprach von den Narben, die der Nationalsozialismus in der Stadt hinterlassen habe und dass das Naziregime nicht über die Bürger hereingebrochen, sondern dass es von den Bürgern selbst verbrochen worden sei. Nun gelte es, Verantwortung zu übernehmen und heute das jüdische Leben in all seinem Reichtum zu zeigen. „Der Erweiterungsbau ist ein Ausrufezeichen!“ Für den scheidenden Museumsleiter Raphael Gross bedeutet die Erweiterung nicht nur mehr Ausstellungsfläche, sondern auch mehr Platz für die Forschung. Die bisherige Enge und klimatischen Bedingungen hätten es vor allem schwer gemacht, fragile Papierexponate zu zeigen. „Ein Museum muss immer Gegenwart und Zukunft im Blick halten, ist aber auch ein Lackmustest dafür, wie sich eine Gesellschaft mit der Vergangenheit auseinandersetzt.“

Die künftigen Ausstellungen wird ab 1. Januar 2016 Gross’ Nachfolgerin Mirjam Wenzel verantworten, die zum Spatenstich eigens aus Berlin angereist kam. „Mit der Sanierung und dem Erweiterungsbau erhält die bedeutende jüdische Geschichte und Kultur Frankfurts ein neues Zentrum. Ich freue mich das neue Museum gestalten und an diese Tradition anknüpfen zu dürfen.“
 
4. Dezember 2015, 10.25 Uhr
nb
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Thomas Phil am 4.12.2015, 21:31 Uhr:
Es ist eine Schande, dass die Stadt Frankfurt 50.000.000 Euro für ein Ideologiemuseum ausgibt.
Jede Religion ist eine böse Ideologie, indem man einfache Menschen verdummt und ein
kollektives Über-Ich einredet. Egal ob Judentum, Christentum oder Islam alles sind böse
Ideologien - logisch konstruierter Aberglauben, um Menschen zu sozialisieren, führen, formen, trösten,
programmieren und nutzen. Der intelligente Mensch verdummt seine Mitmenschen wissentlich.
Quelle: www.GOTTESOFFENBARUNG.com
Übrigens: Jeder Monogott ist nichts anderes als das Sonnenlicht (was alles erschaffen hat) und
der Wille des Theologen, eine ART-Diktatur.
 
dieter baden am 4.12.2015, 14:04 Uhr:
50 MILLIONEN zahlen wir dafür ??????Es ist nicht zu fassen..uns geht es zu gut
 
 
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