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Mehrkosten für Städtische Bühnen

"Die Kultur soll nicht bluten"

Weil im öffentlichen Dienst die Tarife steigen, rollen kommendes Jahr etwa 2,5 Millionen Euro Mehrkosten auf die städtischen Bühnen zu. Wie das Geld wieder eingenommen werden soll, ist indes noch nicht klar.
6,3 Prozent Lohnerhöhung haben die Gewerkschaften für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Ende März erstritten. Eine gute Nachricht für die Angestellten, eine schwierige Situation für die Städte. Frankfurt kalkuliert beispielsweise mit einer jährlichen Neuverschuldung von 270 Millionen Euro, hat sich aber zum Ziel gesetzt, diese Summe bis 2020 auf Null zu drücken. Mit den steigenden Lohnkosten wird das nicht einfach. Wo der Rotstift angesetzt werden kann und wo Einnahmen gesteigert werden können, wird derzeit eruiert. Von den städtischen Bühnen werden bereits Stimmen laut, die sich vorsorglich gegen einen Einschnitt des Spielbetriebs und des Personals wehren.

Bei der Verabschiedung und gleichzeitiger Geburtstagsfeier der Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) warnte der Opern-Intendant Bernd Loebe vor den Folgen für die Bühnen, sollte die Stadt ihnen nicht mehr Geld zur Verfügung stellen. Um etwa 2,5 Millionen Euro erhöhen sich die Personalkosten an den städtischen Bühnen in der Spielzeit 2012/13. Im darauffolgenden Jahr steigen die Mehrkosten gar auf 3,7 Millionen Euro an. „Wir müssen nicht über die Bedeutung der städtischen Bühnen diskutieren“, sagt Manuel Stock, der Geschäftsführer der Grünen im Römer, dazu. Die sei unbestritten. Dennoch sei es eben die Aufgabe der Stadt, sich um einen ausgeglichenen Finanzhaushalt zu bemühen. „Über die Horrorszenarien, die Herr Loebe da an die Wand gemalt hat, war ich doch verwundert“, so der Grünen-Chef. Denn ob und wie die Oper und das Schauspiel sparen müssen und wie viel Geld die Stadt in Zeiten klammer Kassen ausgeben kann, sei noch überhaupt nicht geklärt. Und der kulturelle Bereich sei auch nicht der einzige, der auf den Prüfstand müsse. „Es geht um Bäder, um Stadtwerke und all die anderen städtischen Betriebe“, zählt Stock auf. Die Forderungen von Schauspiel-Intendant Oliver Reese, der indirekt seine Vertragsverlängerung an die städtischen Geldgeberqualitäten knüpfte, dienten der sachlichen Diskussion nicht gerade. "Es geht nicht darum, dass die Kultur bluten soll", so Stock.

Die Stadt müsse ihr Visier offen halten. Wenn Personalkosten leicht eingespart werden könnten, ohne den Spielbetrieb zu gefährden, müsse darüber natürlich diskutiert werden. Über Sponsoring könnten die Bühnen eventuell Mehreinnahmen erwirtschaften. Die Erhöhung der Ticketpreise ist ebenfalls kein Tabuthema. „Man hat in der Vergangenheit in Frankfurt bewusst viel Geld für die Kultur ausgegeben. Aber jetzt haben sich die Rahmenbedingungen eben geändert“, sagt Manuel Stock.
 
30. Mai 2012, 12.01 Uhr
Gerald Schäfer
 
 
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