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Exponat im Senckenberg Naturmuseum
 

Exponat im Senckenberg Naturmuseum

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Einmal durch Charly Körbels Gehirn laufen

Foto: © Nicole Nadine Seliger
Foto: © Nicole Nadine Seliger
Es soll eines der Highlights im neuen Senckenberg Museum werden: Das begehbare Gehirn von Charly Körbel. Am Dienstag legte sich der Bundesliga-Rekordspieler für die nötigen Scans ins MRT.
Wenn das Senckenberg Naturmuseum bis 2020 ihre Erweiterung abgeschlossen hat, wird das begehbare Gehirn von Charly Körbel sicherlich ein Publikumsmagnet sein. Die riesige Installation inmitten eines 300 Quadratmeter großen Raumes soll gigantische Maße bekommen: sechs Meter Länge, drei Meter Breite, vier Meter Höhe und damit 50-mal größer als das Original. Besucher werden sich im Inneren des Gehirns bewegen können. Ab 2020 ist das große, hohle Exponat im Bereich „Mensch“ im Senckenberg Naturmuseum zu sehen. Für die notwendigen Daten, legte sich Eintracht-Legende Karl-Heinz „Charly“ Körbel am Dienstag in den Main-Taunus-Kliniken in Bad Soden ins MRT. „Ich bin gespannt, wie mein Gehirn aussieht“, so Körbel.

Aus den Ergebnissen des Scans fertigt ein 3D-Drucker nun ein kleines Modell in Originalgröße an. Daraus entwickeln Exponatebauer dann aus Holz, Metall und Kunststoff das riesige Modell fürs Museum. Während das Äußere des Gehirns die Anatomie eines Gehirns zeigen soll, dient das Innere als Projektionsfläche für weiterführende Informationen rund um die Funktionsweise eines Gehirns. Das Gehirn eines Fußballers sei dafür geradezu prädestiniert, so Neurowissenschaftler Michael Madeja von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die den Bereich „Mensch“ im neuen Museum mit einer Million Euro unterstützt und an der Konzeption mitarbeitet. Die Komplexität des Sports sei ideal, um zu zeigen, was ein Gehirn leisten könne.

56 Prozent für Körbel
Dass Besucher in Zukunft durch das Gehirn des Bundesliga-Rekordspielers wandern können, entschied sich in einem Wettbewerb im letzten Jahr. Zehn Tage lang konnten Menschen wählen, wessen Gehirn als Grundlage für das Exponat dienen soll: Wissenschaftler Albert Einstein, Affenforscherin Jane Goodall, ein unbekannter Senckenberg-Fan oder eben Charly Körbel. Zunächst habe Einstein klar in Führung gelegen, doch nach einem Post von Eintracht Frankfurt in den sozialen Netzwerken „ging Charly durch die Decke“, so Martin Čepek vom Senckenberg Museum. Mehr als 50 Prozent der 2300 Stimmen entschieden sich letztlich für das Gehirn des ehemaligen Fußballers, der mit 602 Einsätzen bis heute unangefochtener Rekordspieler der Bundesliga ist und aktuell die Fußballschule von Eintracht Frankfurt leitet. “Ich empfinde die Wahl als große Ehre – das wird schon etwas ganz Besonderes durch das eigene Gehirn laufen zu können!“, so Körbel, „mein Gehirn wird bestimmt eine runde Sache.“
29. März 2017
Nicole Nadine Seliger
 
Nicole Nadine Seliger
Jahrgang 1987, Studium der Germanistik, Anglistik und BWL, Leidenschaft für Sport, seit 2016 beim JOURNAL Frankfurt – Mehr von Nicole Nadine Seliger >>
 
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