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Buchmesse 2020

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Wenn Bücher zum Hoffnungsträger werden

Foto: Frankfurter Buchmesse
Foto: Frankfurter Buchmesse
Am Dienstagabend wurde die 72. Frankfurter Buchmesse eröffnet. In diesem Jahr findet diese zwar ohne volle Hallen, Verlagspartys und das Rascheln von Buchseiten, dafür aber mit 260 Stunden Programm statt – sowohl vereinzelt in der Stadt als auch weltweit in den Wohnzimmern.
Fragt man die Organisator*innen und Veranstalter*innen, so war es wohl die nervenaufreibendste Vorbereitungsphase für eine Buchmesse, die jemals stattgefunden hat. Bis zuletzt wurden Konzepte an die geltenden Hygieneregeln angepasst und Tickets verkauft und wieder zurückgenommen. Doch am Dienstagabend wurde nun die 72. Frankfurter Buchmesse eröffnet. In diesem Jahr als „Special Edition“ mit rund 4400 Ausstellern, jedoch ohne Publikum. Für die traditionsreiche Buch- und Verlagsbranche sei das Ganze ein starkes Hoffnungssignal, teilte Juergen Boos, Direktor der Buchmesse, bereits am Mittag auf der Pressekonferenz mit.

„Auch wenn Verlagsprogramme und neue Technologien nicht in den Messehallen präsentiert werden können, wollen wir – wenn auch überwiegend virtuell – Begegnungen und fachlichen Austausch ermöglichen“, so Boos. Zwar rechne er mit einem Millionenverlust, doch die „Special Edition“, die unter dem Titel „Signs of Hope“ läuft, biete auch Chancen. Die nun weitestgehend digitalen Angebote würden zwar keine persönlichen Begegnungen ersetzen, dafür könnten aber mehr Menschen teilnehmen – auch tausende Kilometer entfernt. „Wir alle hätten es uns anders gewünscht, nicht zuletzt, weil der Messestandort Frankfurt einer der größten Umschlagsplätze für den Verlagsbuchhandel ist“, teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit. Nichtsdestotrotz sei Hessen – ob digital oder vor Ort – prädestiniert für eine Messe des freien Denkens und des freien Wortes.

4400 Aussteller, Festhallen-Stream und Lesefeste in der Stadt

Der internationale Austausch wird unter anderem anhand des Ausstellerkatalogs sichtbar. Darin werden aktuell 4400 Verlage, Literaturagenturen und Dienstleistende aus 100 Ländern verzeichnet; darunter auch kleinere Buchmärkte aus Ländern wie Brunei oder Nepal. Um die internationale Verbundenheit trotz der fehlenden Begegnungen zu stärken, ergänzt die Plattform „Signals of Hope“ das Spektrum: Im virtuellen „Hope Salon“ finden Diskurse, Diskussionen und Lesungen statt.

Die zentrale Veranstaltungsplattform der Buchmesse wird trotz kurzfristiger Absage für den Publikumsverkehr weiterhin die ARD-Bühne in der Festhalle bleiben. Dort sollen in den kommenden fünf Tagen rund 60 Veranstaltungen stattfinden, die alle kostenlos gestreamt werden können. Zu den Gästen gehören unter anderem Jan Böhmermann, Andrea Petkovic oder Alice Schwarzer.

Einige Veranstaltungen finden dennoch vor Publikum statt; dafür sorgen die beiden Lesefeste Open Books und das Bookfest. Letzteres hat als „Bookfest city“ ein Programm mit rund 80 Veranstaltungen geschaffen, die ebenfalls verteilt auf die fünf Messetage, an verschiedenen Lokalitäten in der Stadt stattfinden. Das „Bookfest digital“ bietet ein ergänzendes, virtuelles Programm am 17. Oktober an.

Eröffnungsfeier mit Hoffnungssignalen

Die Eröffnungsfeier am Dienstagabend fand virtuell und nur vor wenigen Gästen statt. Lange hatten die Veranstaltenden an einer Feier mit 450 Gästen in der Festhalle festgehalten, doch aufgrund zuletzt steigender Infektionszahlen musste auch diese Veranstaltung neu geplant werden. Dennoch sollten an diesem Abend Hoffnungssignale gesendet werden, wie sie auch von den Rednerinnen und Rednern wie Juergen Boos, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters (CDU) sowie Justin Trudeau, Premierminister des diesjährigen Gastlandes Kanada aufgegriffen wurden.

Per Videobotschaft teilte Trudeau mit, welch Hoffnungscharakter mit Büchern einhergehe. Hoffnung, die auch Karin Schmidt-Friedrichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, verbreitet. Auch wenn ein Herbst ohne tausend Buchmessen-Begegnungen zwar „möglich, aber nicht wünschenswert“ sei, so könne die diesjährige Buchmesse auch gleichzeitig ein Vorreiter, ein Prototyp für alle kommenden sein. In diesen Tagen dominiert unsere Sehnsucht nach Normalität und Tradition“, sagte Oberbürgermeister Feldmann. Und so sei es ein starkes Signal das die Buchmesse, die genau dies repräsentiere, dennoch stattfinden könne.
 
14. Oktober 2020, 10.39 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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