Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
 

0

Brecht und Beatles

reeses-peanutbuttercups

Das sei jetzt alles etwas länger geworden, sagt Oliver Reese nach über einer Stunde Pressekonferenz, aber er hat ja eigentlich recht: eine neue Intendanz, eine neue Spielzeit am Schauspiel Frankfurt will eben erklärt sein. Kurz gefasst: ein neues, ein größeres Ensemble, 34 Schauspieler, 10 kommen aus Berlin vom Deutschen Theater, wo Reese am 11. Juli seine letzte Inszenierung als Intendant erlebt (Emilia Galotti). Ein größeres Ensemble, weil Reese Konstanz möchte, keine Mobilität. "Wenn das etwas altmodisch ist, dann soll das mein Motto sein", sagt Reese. "Ich möchte, dass die Schauspieler in der Stadt präsent sind. Morgens im Städel, mittags beim Bäcker, abends auf der Bühne."

In der Sommerpause wird der Große Saal neu bestuhlt (roter Stoff), auch das Kleine Haus (heißt dann Kammerspiel und bekommt Lederstühle). Andreas Erdmann wird Dramaturg, Bettina Bruinier Hausregisseurin. Die Premiere am 1. Oktober soll eine Doppelaufführung von Antigone und Ödipus unter Regie von Michael Thalheimer. Ganz klassisch. Es folgen noch mehr: Brecht etwa und Horvath. Im Februar aber auch was neues: Roland Schimmelpfennig hat das "White Album" der Beatles zu einer Aufführung gegossen, Florian Fiedler (, der in Frankfurt bleibt) führt Regie. Noch mehr Namen? René Pollesch soll ab kommendem Jahr regelmäßig in Frankfurt inszenieren. Michael Quast macht mit seiner Fliegenden Volksbühne öfters im Schauspiel Station. Die Schmidtstraße fällt weg, dafür wird das Bockenheimer Depot zur Spielstätte. Und als vierte Bühne wird im Zwischendeck "Die Box" eingebaut - die Frau, die sowas bislang im Deutschen Theater gemacht hat, macht's nun in Frankfurt: Christine Leyerle.

Und die große Bühne? "Eine ästhetische Herausforderung", so Reese. "24 Meter Portalbreite, die größte Bühne im deutschsprachigen Raum - vergleichen Sie mal: das Deutsche Theater hat Achtmetervierzig, das können Sie fast komplett auf die Bühne stellen."

Und das Kinder- und Jugendtheater, mit dem Reese groß rauskommen wollte? Kam bei der Politik nicht gut an. "Das hat mich sehr gewundert", sagt der Intendant in spe. Aber: kostet halt. Nun gibt's erstmal das abgespeckte Programm: vier Aufführungen, mehr war nicht drin. Schade sei das. Aber Reese hofft, dass sich Stadt noch besinnt. Die Haushaltsgespräche stehen schließlich bald an. Noch Fragen? Achso: die Peanutbutter-Riegel sind aus den USA importiert. Kann man hier nicht kaufen. Schmecken aber sehr süß und sehr lecker.

triptychon2
Intendant Oliver Reese, Regisseurin Bettina Bruinier und Dramaturg Andreas Erdmann.
 
22. April 2009, 16.18 Uhr
Nils Bremer
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Die Veranstaltungsabsagen aufgrund der Corona-Pandemie führen zu enormen Einnahmeverlusten bei den freien Kunstschaffenden. Das ergab eine Umfrage des Landesverbands freie Darstellende Künste Hessen. Bis zum Sommer könnten Schäden in Millionenhöhe entstehen. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Felix Mooneeram/unsplash
 
 
Spendenaufruf aus Offenbach
0
Den Hafen schultern!
Das wunderbare Konzert von Heather Woods Broderick vor genau zwei Wochen war das letzte Live-Event für unabsehbare Zeit. Dabei hatte man sich gerade im Hafen 2 schon auf die Open-Air-Konzerte bei schönem Wetter gefreut. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Detlef Kinsler
 
 
Wolf Schubert-K. im Livestream
0
Blick hinter die Kulissen
Sein Freund Matze Schmidt von den Devilish DoubleDylans hat es mit dem Duo Klein & Glücklich vorgemacht, jetzt folgt auch Wolf Schubert-K. und bietet am Donnerstag ein Live-Stream-Konzert bei Facebook an. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Detlef Kinsler
 
 
 
Viele Einrichtungen in Frankfurt haben ihr digitales Angebot ausgebaut, um die Menschen weiterhin mit Kunst und Kultur zu versorgen. Auf der Internet-Plattform „Kultur auf dem Sofa“ des Kulturamts werden ab sofort alle Angebote gesammelt. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Adrien Tutin yriat/ Unsplash
 
 
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise stellen viele Kulturbetriebe vor große Herausforderungen – darunter auch das Papageno Musiktheater am Palmengarten. Zwei Schülerinnen haben einen Spendenaufruf gestartet, um das Theater zu unterstützen. – Weiterlesen >>
Text: Sina Eichhorn / Foto: Papageno Theater
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  684