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Besitzerwechsel

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... und auch das Lola Montez muss gehen

Bis Ende Mai sollen die Koffer des Kunstvereins Lola Montez gepackt sein. Die Immobilie in der Breiten Gasse wurde verkauft. Wie es jetzt mit dem Szene-Treff weitergeht, steht noch in den Sternen.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde das Lola Montez mit einem kleinen Spendenkampf gerettet. Aufgrund von Brandschutzbestimmungen Ende 2011 geschlossen, konnte der Kunstverein dank einiger Spenden recht schnell wieder öffnen. Jetzt ist dennoch Schluss. Der Besitzer hat das Gebäude verkauft. Ende Mai muss der beliebte Szene-Treff ausgezogen sein.

Die Investfirma Quissenz GmbH aus dem Frankfurter Westend hat das Lola Montez erstanden. Kolportiert wird, dass das Gebäude in der Breiten Gasse für zwölf Millionen Euro den Besitzer gewechselt hat. Die Stadt Frankfurt hatte ebenfalls Interesse an der Immobilie gezeigt, hielt den aufgerufenen Preis von einst 14 Millionen Euro allerdings für überzogen. Dass der derzeitige Besitzer seine Wunschvorstellungen inzwischen um zwei Millionen Euro senkte, interpretierte die Stadt als Indiz dafür, dass der Preis die Interessenten abschreckt. Für maximal acht Millionen Euro hätte die Stadt zugeschlagen. „Das Grundstück wäre perfekt, um im Bereich hinter der Konstablerwache aufzuräumen“, sagte Alfred Gangel, der Leiter des Liegenschaftsamtes, dem JOURNAL FRANKFURT bevor es zum Verkauf kam. Hätte die Stadt im kleinen Schmuddelviertel ein Signal gesetzt und die Immobilie auf Vordermann gebracht, wären einige Haubesitzer der Umgebung nachgezogen. Dafür ist es nun zu spät.

Was aus dem Gebäude wird, ist derzeit ebenso unklar, wie die Zukunft des Kunstvereins. „Es ist ein bisschen zu früh, um etwas sagen zu können“, gesteht der Leiter des Lola Montez Mirek Macke (Foto). Im April müsse erst einmal die Luminale und die Nacht der Museen gefeiert werden, im Mai sollen einige Abschiedsveranstaltungen folgen. „Einen Ersatz zu finden wird nicht einfach“, sagt Macke. Das Lola Montez sei ja auch nicht der einzige Verein, der eine neue Bleibe suche. Die Macher des Lichter-Filmfests stünden vor demselben Problem. Leise Hoffnung hegt Mirek Macke, seitdem er weiß, dass das U60311 ebenfalls ausziehen muss. Auf die Nutzung des unterirdischen Clubs hat er sich bei der Stadt beworben. Am Mittwoch ist er zu einem Treffen ins Kulturamt geladen. Vielleicht erhellt das die unbekannte Zukunft ein wenig.
3. April 2012
ges
 
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Leser-Kommentare

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Verena Elisabeth Lettmayer am 3.4.2012, 20:32 Uhr:
wäre es nicht angebracht, jetzt mal eine diskussion anzufachen, über die bedeutung von kunst und kultur für eine stadt, eine gesellschaft? ... im obigen artikel wird letztlich unterschwellig vermittelt, dass das halt so ist. dass nicht- oder wenig-kommerzielle einrichtungen dem markt weichen müssen. ist das so?
mein vorschlag: ALLE frankfurter kultureinrichtungen machen mal ein jahr pause. streiken. vielleicht fällt DAS dann ja mal jemand auf. und wenn nicht: umso schlimmer.
 
 
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