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Beck im Caricatura Museum
 
Beck im Caricatura Museum
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Eine "geballte Ladung Ossi-Humor"
Foto: Christina Weber
Foto: Christina Weber
Jeder kennt wohl die Cartoons des Künstlers Beck – aus Zeitungen und Zeitschriften. Nun hat der gebürtige Leipziger eine eigene Ausstellung im Caricatura Museum. Längst überfällig, findet Museumsleiter Achim Frenz.
„Es ist eigentlich ein Skandal“, sagt Achim Frenz über die neue Ausstellung des Karikaturisten Beck im Caricatura Museum für Komische Kunst. Damit meint der Museumsleiter nicht etwa, dass der Künstler hier Werke aus den vergangenen fünfzehn Jahren seines Schaffen ausstellen darf. Was Frenz so skandalös findet, ist, dass diese Ausstellung nicht schon viel früher Zustande kam. „Wir kennen uns schon seit 25 Jahren“ berichtet er. Zum ersten Mal getroffen haben sie sich bei einer Vernissage in Kassel, erzählt Frenz weiter. Beck sei wiederum recht froh, dass eine eigene Schau zu diesem Zeitpunkt noch nicht Zustande kam – mal abgesehen davon, dass es das Caricatura Museum erst seit 2008 gibt. „Ich glaube, damals war ich noch ziemlich schlecht“, findet der 57-jährige Künstler.

Heute seien seine Pointen viel ausgereifter – dafür habe er sogar Lehrbücher studiert. Vom Ergebnis kann man sich noch bis zum 12. Juni überzeugen. Über hundert Zeichnungen, mehr als 230 Prints sowie Siebdrucke, Radierungen und Filme sind hier zu sehen. Sie spiegeln das alltägliche Leben und die ganz normalen Probleme wider. „Früher habe ich mir meine Anregungen aus dem Radio und der Zeitung geholt. Aber seit einiger Zeit verfolge ich lieber, was die Menschen in Cafés reden oder in sozialen Netzwerken schreiben“, verrät der Künstler.

So zeigt eine Karikatur etwa einen Mann, der auf einem Bahnsteig steht und ein mutmaßliches Handy in der Hand hält. „Tu so als hättest du ein Smartphone, indem Du ab und zu auf eine hochgehaltene Tafel Schokolade starrst“ steht darunter. Auf einem anderen Cartoon unterhalten sich zwei betuchte Frauen in üppigen Pelzmänteln. „Logisch dass Tierschützer eher gegen Pelz als gegen Leder sind. Es ist ja so schön bequem, sich mit einer reichen Dame anstatt mit einer Motorradgang anzulegen“ sagt die eine zur anderen. Viele der Werke finden sich auch in zwei Büchern von Beck wieder: „BeCK, Lebe deinen Traum“ und „Meister der Komischen Kunst: BeCK“.

Detlef Beck, wie der Karikaturist mit bürgerlichem Namen heißt, ist in Leipzig geboren. Wegen dieses Umstandes ist er besonders stolz darauf, seine Werke im Caricatura zeigen zu dürfen. „Ich bin der erste Ossi, der hier ausstellen darf“, verkündet er. Das sei nicht selbstverständlich – denn noch heute unterscheiden sich der Humor aus West- und Ostdeutschland, ist sich Beck sicher. „Umso schöner, dass nun die geballte Ladung Ossi-Humor in Frankfurt zu sehen ist.“ Überwiegend sind seine Zeichnungen heute in Publikationen wie Reader’s Digest, Brigitte, Natur, Eulenspiegel und Die Zeit zu sehen. In letzterer war er sogar der erste, der eine farbige Karikatur auf der Titelseite veröffentlichen konnte. „Die wird heute noch in Schulbüchern abgedruckt. Sie hatte irgendwas mit Wirtschaft und Krise zu tun“, erinnert er sich wage.

Nach Frankfurt wird Beck spätestens wieder zur Nacht der Museen am 23. April kommen – denn da hält er gemeinsam mit Jens Kreitmeyer eine Cartoonlesung.

>> BeCk im Cariactura Museum für Komische Kunst, Weckmarkt 17 bis zum 12. Juni
9. Februar 2016
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
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