Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Ausstellung im Archäologischen Museum
 

Ausstellung im Archäologischen Museum

1

Grönland – Mehr als Schnee und Schlittenhunde

Foto: nre
Foto: nre
Derzeit befasst sich eine Ausstellung im Archäologischen Museum mit der Geschichte Grönlands. Gezeigt wird unter anderem ein Graphic Novel-Projekt, das sich in enger Abstimmung mit Archäologinnen und Archäologen der Geschichte Grönlands angenähert hat.
Ein rot gefärbter, menschlicher Körper hebt sich aus einer Gruppe grauer Menschen und wird in einem Zwischenschritt zu einem Mischwesen aus Mensch und Bär. In einem weiteren Schritt ist ein Bär in einem weißen Feld zu sehen, bevor sich der Mensch wieder zurückverwandelt und in die graue Menschengruppe zurückfällt. Es ist eine Darstellung eines Schamanen, der die Welt der Menschen verlässt, um sich in seinen Hilfsgeist, einen Bären, zu transformieren. „Es ist wertvoll für die Vermittlung, so eine Transformation bildlich zeigen zu können“, lobt Wolfgang David, Leiter des Archäologischen Museums Frankfurt. Es sei oft schwer, sich schamanistische Rituale anhand der theoretischen Beschreibung vorzustellen, ergänzt er. Die Illustration ist Teil einer vierbändigen Graphic Novel-Reihe über die Geschichte Grönlands, die der Künstler Konrad Nuka Godtfredsen gezeichnet hat. Die Bände sind bis 19. April 2020 im Archäologischen Museum in Frankfurt zu sehen.


© Konrad Nuka Godtfredsen, Zeichner & Künstler


Die Graphic Novel-Reihe wurde ursprünglich entwickelt, um grönländischen Schulkindern ihre Geschichte näherzubringen. Grönland habe nie eine eigene Geschichtsschreibung gehabt, die Lebensweise der in Grönland lebenden Menschen sei immer nur von anderen beschrieben worden, erklärt Wolfgang David. Um die Lebensweisen der schriftlosen Kulturen Grönlands adäquat erzählen zu können, wurden Godtfredsen und die Autorin Lisbeth Valgreen von Archäologinnen und Archäologen des Dänischen Nationalmuseums beraten. „Die Landschaften und Gegenstände der Graphic Novel sind real, fast wie eine archäologische Rekonstruktion“, erklärt Wolfgang David.


© Konrad Nuka Godtfredsen, Zeichner & Künstler


Die vier Bände spielen jeweils in einer eigenen Epoche in einer anderen Region Grönlands. Der erste Band behandelt die Ankunft der ersten Menschen in Grönland vor rund 4500 Jahren. Das Leben der Menschen wird jeweils aus der Sicht einer Hauptfigur geschildert, die in ihrer Zeit ein Abenteuer erlebt. Im zweiten Band geht es um den weiblichen Schamanenlehrling Ukaliatsiaq, die im 12. Jahrhundert durch Kanada und Grönland reist. Aus diesem Band stammt die Darstellung der schamanistischen Transformation, die Eingangs beschrieben wurde. Immer wieder tauchen in den Geschichten kulturelle Begegnungen zwischen einzelnen Gruppen auf: Zwischen Tunit, Inuit und Nordmännern, aber auch mit europäischen Walfangflotten ab dem 16. Jahrhundert und mit dänischen Kolonisatoren. Vor allem im dritten und vierten Band werden diese Begegnungen thematisiert.


© Konrad Nuka Godtfredsen, Zeichner & Künstler


In der Ausstellung werden die Bände der Graphic Novel jeweils an einer eigenen Station behandelt. Neben sechs bis acht Originalgrafiken aus den Novellen gibt es eine kurze Beschreibung des Inhalts des jeweiligen Bandes und eine kurze historische Kontextualisierung. Zusätzlich dazu werden an jeder Station Informationen über Handel, Transport, Wohnen und Religion in der jeweiligen Epoche in Grönland gegeben. Eine Landkarte zeigt an jeder Station an, wo die jeweilige Geschichte geographisch verortet ist – auch die geographischen Angaben der Geschichten sind real. Natürlich liegt an jeder Station auch der jeweilige Band zum Durchblättern aus – teilweise auf Englisch, teilweise aber auch in dänischer Sprache.


© Foto: Kristina Werner/ Weltkulturen Museum Frankfurt


Erweitert wird die Präsentation durch Exponate des Weltkulturen Museums. Zahlreiche Exponate, die teilweise auch in den Geschichten der Graphic Novel vorkommen, sollen das Bild vom Leben der Menschen in Grönland ergänzen. Zu sehen gibt es Kleidung ebenso wie Amulette oder Jagdgeräte. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist eine Mitmachstation, bei der Bilder ausgemalt, Objekte abgemalt oder Eisbären gefaltet werden können. Eine Fühlstation lädt dazu ein, unterschiedliche Materialien, die für das Leben der Menschen in Grönland eine Rolle spielen, zu ertasten. Mit der Zukunft Grönlands beschäftigt sich die Posterausstellung „Our Arctic Future“, die mit dem Klimawandel einhergehende Probleme in Grönland aufzeigen soll. Die Ausstellung ist Teil des deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahres 2020.

>> „Qanga – die Geschichte Grönlands als Graphic Novel“, 11.12.-19.04.2020, Archäologisches Museum, Karmelitergasse 1.
 
11. Dezember 2019, 12.50 Uhr
Nathanael Reuter
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Whizzbizz am 11.12.2019, 23:21 Uhr:
Interesting things happen…
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Aktuell prüft die zuständige Stabstelle die Standortmöglichkeiten für die Städtischen Bühnen. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) lehnt die Idee eines Neubaus am Osthafen ab; die Verkehrsanbindung sei unzureichend. Dafür erntet er Kritik seitens der CDU. – Weiterlesen >>
Text: Sina Eichhorn / Foto: Journal Frankfurt
 
 
Das Freiluftkino Frankfurt findet in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. Vom 13. bis zum 30. August werden an 14 Abenden Filmhighlights aus dem vergangenen Jahr im Innenhof des Alten Polizeipräsidiums gezeigt. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: nil
 
 
Jazzkeller: Sommerkonzerte als Stream-Special
0
Den richtigen Ton treffen
Eine Tradition bleibt gewahrt. Auch wenn das Publikum die Sommerkonzerte im Jazzkeller dieses Mal nur als Livestream erleben darf. Peter Klohmann verspricht auch so ein Höchstmaß an Emotionen. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Detlef Kinsler
 
 
 
Schirn Kunsthalle: Jeppe Hein
0
Die Entdeckung der eigenen Gefühle
„Wie fühle ich mich heute?“ – um diese Frage soll es bei dem partizipativen Kunstprojekt von Jeppe Hein gehen. Besucherinnen und Besucher bekommen dabei die Möglichkeit, mit Farbe und Pinsel ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Jan Strempel © Jeppe Hein, KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokio, 303 GALLERY, New York und Galleri Nicolai Wallner, Kopenhagen
 
 
Im Ostend und in Seckbach
0
In den Gärten wird gerockt
„Mukke im Gadde“ heißt das musikalische Angebot im Neuen Frankfurter Garten am Ostbahnhof, die Batschkapp hat vorm Club den „Sommergarten“ eröffnet, um Livemusik trotz Corona anzubieten. Natürlich mit den gültigen Hygiene- und Abstandsregeln. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Tongärtner
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  699