Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Gesellschaft
Startseite Alle NachrichtenGesellschaft
Internationaler Hurentag
 

Internationaler Hurentag

0

Kein rotes Licht

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Seit Mitte März sind im Frankfurter Rotlichtviertel durch die Corona-Krise die Türen geschlossen und die Lichter erloschen. Doch die Situation der Prostituierten erlaubt keinen Shutdown.
Am 2. Juni ist internationaler Hurentag. Der Tag wurde 1989 erstmals in Deutschland ausgerufen und soll auf die oftmals schlechten Arbeitsbedingungen von Prostituierten aufmerksam machen. Momentan ist die Situation vieler Prostituierte besonders prekär. Denn hinter den verschlossenen Türen, wo normalerweise rote Lichter leuchten und Schilder auf käuflichen Sex hinweisen, gilt der Körper als Kapital. Und dieses Geschäft steht und fällt mit der 1,50-Meter-Abstandsregelung. Durch die Ausbreitung des Coronavirus sind seit dem 13. März bundesweit alle Prostitutionsstätten geschlossen, zusätzlich gilt in fast allen Bundesländern ein generelles Berufsverbot und Verstöße werden mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet.

Besonders prekär ist die Lage für die migrantischen Sexarbeiterinnen. Viele von ihnen befanden sich bereits vor dem Coronavirus in einer prekären Situation, erklärt Encarni Ramírez Vega, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Frauenrecht ist Menschenrecht (FIM). Als absehbar war, dass die Bordelle in Deutschland aufgrund des Coronavirus schließen werden, seien viele von ihnen in ihre Heimatländer gereist. Diejenigen, denen das nicht möglich war, sitzen nun fest. „Diese Frauen sind von dem einen auf den anderen Tag in eine existenzielle Notlage geraten“, sagt Ramírez Vega.

Ramírez Vega berichtet, dass die Angst vor dem Überleben letztendlich bei vielen stärker als die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus wiege. Sowohl Streetworker*innen als auch eine Frankfurter Bordellbetreiberin berichten darüber, dass Frauen, die zuvor im Bordell gearbeitet haben, nun auf der Straße stehen und auf Kunden warten. Es gebe zwar ein paar Frauen, die Arbeitslosengeld II beziehen, doch bei einigen seien die Anträge auch abgelehnt worden. Hinzu kommt, dass noch überhaupt nicht absehbar sei, wann sich die Situation ändern wird. Viele Prostituierte seien dadurch beunruhigt.

Einen ausführlichen Bericht über die Situation der Prostituierten in Zeiten von Corona finden Sie in der aktuellen Ausgabe des JOURNAL FRANKFURT (06/2020).
 
2. Juni 2020, 13.23 Uhr
Elena Zompi
 
Elena Zompi
Jahrgang 1992, Studium der Germanistik an der Goethe-Universität, seit April 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Elena Zompi >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Gesellschaft
 
 
Am Donnerstag äußerte sich Hessens Innenminister Peter Beuth zu dem Drohschreiben an die Linken-Politikerin Janine Wissler und übte scharfe Kritik am Landeskriminalamt. Wie er erklärte, schließe er ein rechtes Netzwerk nicht aus. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Tatverdächtiger vermutlich nicht schuldfähig
0
Verhandlung im Falle des getöteten Achtjährigen beginnt
Ein Jahr nach der Tötung eines achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen den Tatverdächtigen. Der 41-Jährige soll das Kind und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen und im Anschluss eine weitere Frau verletzt haben. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Gericht spricht Alexander Falk schuldig
0
Vier Jahre und sechs Monate
Nach 22 Monaten Untersuchungshaft und knapp einem Jahr Prozess wurde am Donnerstag das Urteil gegen den Stadtplan-Erben Alexander Falk gesprochen. – Weiterlesen >>
Text: Elena Zompi / Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert
 
 
 
Schwanheim: sexuell motivierte Angriffe auf Frauen
0
Kriminalpolizei fahndet nach Tatverdächtigem
Zwischen Ende Mai und Ende Juni kam es zwischen Schwanheim und Goldstein zu vier „überfallartigen und sexuell motivierten Angriffen“ auf junge Frauen. Die Kriminalpolizei sucht nun mithilfe eines Phantombilds nach dem Tatverdächtigen. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: © Kriminalpolizei Frankfurt
 
 
Präsidentschaftswahl Goethe-Universität
0
Entscheidung mit Hindernissen
Enrico Schleiff ist der neue Präsident der Goethe-Universität. Am Mittwoch wurde er im dritten Wahlgang mit 18 Stimmen gewählt. Der Wahl waren wochenlange Proteste vorangegangen; zahlreiche Stimmen nannten das Vorgehen des Hochschulrats bei der Nominierung undemokratisch. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Uwe Dettmar/ © Goethe-Universität
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1548