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Foto: AdobeStock/s-motive
Foto: AdobeStock/s-motive

Corona-Pandemie

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste bereiten sich auf Omikron vor

Der Expertenrat der Bundesregierung warnt vor einer drohenden Omikron-Welle im neuen Jahr. Die verschiedenen Dienstleister der kritischen Infrastruktur in Frankfurt, wie etwa Feuerwehr oder Polizei, sehen sich der aufkommenden Situation jedoch gewappnet.
Am Sonntag veröffentlichte der aus führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bestehende Corona-Expertenrat der Bundesregierung eine erste Stellungnahme zu einer drohenden Omikron-Welle. Darin warnt der Rat explizit vor der neuen Virusvariante: Omikron zeichne sich durch eine „stark gesteigerte Übertragbarkeit“ und ein „Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes“ aus, heißt es dort. Neben der „erheblichen“ Belastung des Gesundheitssystems durch Omikron warnt der Expertenrat auch vor den Risiken für die sogenannte „kritische Infrastruktur“. Hierzu gehören unter anderem Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung. Trotz Impfung rechnet man damit, dass Personen, die in diesen Bereichen tätig sind, sich mit der neuen Virusvariante infizieren und ausfallen könnten. Nun stellt sich die Frage, wie sich die Stadt und die einzelnen Akteurinnen und Akteure der kritischen Infrastruktur auf eine drohende Omikron-Welle vorbereiten.

Feuerwehr und Polizei ergreifen Maßnahmen

Die Frankfurter Feuerwehr ist schon länger auf mögliche Notsituationen eingestellt: „Wir haben schon seit 22 Monaten eine sogenannte BAO, also eine Besondere Aufbau-Organisation, im Betrieb. Diese prüft immer wieder was gemacht werden muss, damit wir handlungsfähig bleiben“, sagt Rainer Heisterkamp von der Branddirektion. Für Omikron würden alle Überlegungen nochmal auf den Prüfstand gestellt und geschaut werden, wo man notfalls nachsteuern könnte. Ziel sei es, alle Einsatzfahrzeuge auf die Straße zu bekommen. Dafür könnten notfalls auch Büro-Mitarbeitende kurzfristig in den Einsatzdienst abgeordnet werden. „Bevor wir unseren Einsatzauftrag nicht mehr erfüllen können, werden viele andere Dinge reduziert oder heruntergefahren“, fügt er hinzu.

Auch die Frankfurter Polizei ergreift Maßnahmen, um sich gegen eine drohende Omikron-Welle zu wappnen. So hat sie bereits seit dem Beginn der Pandemie ein landesweit einheitliches Schichtdienstmodell eingeführt. Dieses stelle sicher, dass die Dienstgruppen möglichst wenig in Kontakt miteinander kommen, wie die Polizei mitteilt. Darüber hinaus würden Koordinierungsstäbe gebildet, bereits vorhandene Hygieneressourcen gesteigert, Fortbildungen und Besprechungen reduziert oder auch die Homeoffice-Möglichkeiten optimiert. Mögliche temporäre Personalausfälle durch Verdachtsfälle einer Infektion habe man bereits in der Vergangenheit durch Personalverschiebung innerhalb der Präsidien oder durch Zuweisung von Kräften der Hessischen Bereitschaftspolizei kompensiert, heißt es vonseiten der Polizei.

ASB: „Personal-Reserven reichen möglicherweise nicht aus
 
Mit acht Rettungswagen und mehr als 90 Mitarbeitenden an vier Standorten ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) der größte Anbieter im Bereich Rettungsdienst in Frankfurt. Dessen Geschäftsführer, Thomas Müller-Witte, weist im Zuge einer drohenden Omikron-Welle vor allem auf die Wichtigkeit von regelmäßigen Testungen hin: Damit würden Infektionsfälle bei den Mitarbeitenden früh erkannt und – im besten Fall – nicht weitergetragen. „Wie alle Berufe im Gesundheitswesen ist der Rettungsdienst ebenfalls von einem starken Personalmangel betroffen, freie Ressourcen gibt es auf dem Personalmarkt nicht, zumal Impf- und Testzentren diesem Bereich Personal entzogen haben“, erklärt Müller-Witte. Der Dienstbetrieb sei für Personalausfälle in normalem Umfang zwar abgesichert. Sollte die Pandemie jedoch ein bisher unbekanntes Ausmaß annehmen und eine Vielzahl von Mitarbeitenden betroffen sein, würden die Reserven möglicherweise nicht ausreichen, prognostiziert er. Eine Hilfsorganisation wie der ASB könne im Zweifelsfall aber ehrenamtliche Kräfte beispielsweise aus dem Katastrophenschutz mobilisieren und damit Ausfälle kompensieren.

Auch Energie- und Wasserdienstleister nehmen die Lage ernstt

„Wir haben umfangreiche Notfallpläne, Betriebskonzepte und Maßnahmen vorbereitet, um eine fortlaufende Energieversorgung sicherstellen zu können“, erklärt Luana Schnabel, Sprecherin des Energiedienstleisters Süwag Energie AG. Seit Beginn der Pandemie nutze die Süwag ein eigens eingerichtetes Pandemieteam sowie einen Krisenstab, die die Entwicklung des Virus aufmerksam verfolgen und Maßnahmen ergreifen, erklärt Schnabel. Zusätzlich gebe es speziell auf die Situation ausgerichtete Maßnahmen wie Verhaltensregeln, Personal- und Quarantänekonzepte und Homeoffice-Verpflichtungen. „Mit unserem bestehenden Konzept sehen wir uns aktuell bereits gut aufgestellt. Die geringe Anzahl an bisher infizierten Mitarbeitenden zeigt, dass es funktioniert“, betont die Sprecherin. Man beobachte die aktuelle Entwicklung der Omikron-Variante jedoch sorgfältig und prüfe regelmäßig, ob weitere Maßnahmen nötig seien.

Auch Sven Birgmeier, Sprecher des Strom-, Wärme- und Wasserlieferanten Mainova AG, nimmt die aktuelle Omikron-Lage ernst: „Als Betreiber kritischer Infrastrukturen in Frankfurt und der Region sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und sorgen dafür, dass Energie und Trinkwasser weiter funktionieren.“ Dazu folge man seit dem Beginn der Pandemie einem ausgearbeiteten Pandemieplan, bei dem beispielsweise Dienstfahrzeuge mit nach Hause genommen werden könnten, um Kontakte zu reduzieren. Zudem seien Schichtübergaben kontaktlos organisiert; in bestimmten Bereichen gelten strenge Zutrittsbeschränkungen, so Birgmeier. Ein besonderes Augenmerk lege man auf den Schutz der Kraftwerks-Mannschaften, der Netz-Leitstellen und den Entstördienst mit dem Ziel, den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Unsere bisher getroffenen Maßnahmen wirken. Aktuell sehen wir kein überdurchschnittliches Infektionsgeschehen in unserer Belegschaft oder einen erhöhten Krankenstand“, betont er.
 
23. Dezember 2021, 12.36 Uhr
Margaux Adam/Sinem Koyuncu
 
 
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Das Frankfurter Rote Kreuz bildet im Rahmen eines Pilotprojekts „Lebensretter integriert“ Geflüchtete für den Rettungsdienst aus. Mit dem Projekt soll unter anderem dem akuten Fachkräftemangel in den Rettungsberufen begegnet werden.
Text: Till Geginat / Foto: DRK Frankfurt
 
 
 
 
 
 
 
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