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Vorfall in der Goethe-Uni
 

Vorfall in der Goethe-Uni

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Antifa-Gruppe stellt Studentin bloß

Foto: anonym via indymedia
Foto: anonym via indymedia
Ein Vorfall um eine mutmaßlich rechtsextreme Studentin an der Goethe-Universität sorgt für Aufsehen: Eine Gruppe Vermummter hatte vergangenen Dienstag eine Vorlesung gestürmt und die Studentin bloßgestellt.
Am vergangenen Dienstag wurde eine Psychologievorlesung an der Goethe-Uni gestört. In einer Vorlesung von Professor Ulrich Stangier stürmten eine handvoll maskierter Menschen den Hörsaal am Campus Bockenheim und verteilten Flugblätter. Sie seien Angehörige „einer sich als antifaschistisch bekennenden Gruppe“, heißt es in einer internen Stellungnahme des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaften (FB 5). Ob sie Studenten der Uni sind, ist derzeit nicht bekannt. Auf den verteilten Flugblättern findet sich eine detaillierte Reihe von Aktivitäten einer Studentin in der rechtsradikalen Szene. Neben diesen Schilderungen waren auf dem Flugblatt sensible Angaben – ihr voller Name und ein Foto sowie ihre Adresse, der Geburtsort und weitere Angaben über ihr Privatleben – zu finden. Darunter die Aufforderung: „Nutzt die Chance, wenn ihr sie trefft, und zeigt ihr, was ihr von rechtsextremen Akteurinnen haltet.“

Nach Angaben anwesender Studierender filmte die vermummte Gruppe ihre Aktion. Die betroffene Studentin soll in der Vorlesung gewesen sein. Ob zufällig oder geplant, ist dieses Ereignis während der Holocaust-Gedenkwoche der Frankfurter Uni (vom 21. bis 27. Januar) geschehen. Die Universität betont, dass „Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Ausgrenzung und andere Formen der Diskriminierung keinen Platz an unserer Universität haben.“ Allerdings war der Fachschaft bereits seit längerem die Studentin und ihre Gesinnung bekannt, bekennt diese auf ihrer Facebook-Seite. Der aktuelle Vorfall wird auch juristisch geprüft, teilt die Goethe-Universität auf Anfrage mit. Zum einen wurden die Persönlichkeitsrechte der Studentin verletzt, zum anderen hat die Gruppe zu Ausgrenzung und Gewalt aufgerufen. Auch im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend wurden weitere Flugblätter und Poster dieser Art verbreitet, heißt es in einer Stellungnahme des Fachbereichs.

In den sozialen Medien hat sich eine kontroverse Diskussion entwickelt. Auf der Facebook-Seite der Fachschaft werfen einige Nutzer dieser vor, eine aktive Rechtsradikale schützen zu wollen, anstatt an die möglichen Opfer rechtsextremer Verbrechen zu denken. In einem Kommentar der Fachschaft heißt es: „Wir verurteilen ihre Aktivität härter als das Vorgehen der AntifaschistInnen und stimmen damit überein, dass aktiv etwas gegen rechte Gruppierungen und Studierende unternommen werden muss.“ An einer anderen Stelle im selben Post distanziert sich die Fachschaft aber auch vom „Vorgehen der Antifaschist*innen, das primär der Einschüchterung der betreffenden Studentin dient.“
 
25. Januar 2019, 15.05 Uhr
Sheera Plawner
 
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Fotogalerie:
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
RainerIrrsinn am 21.2.2019, 14:39 Uhr:
"Ausgrenzung und andere Formen der Diskriminierung keinen Platz an unserer Universität haben" sagten sie und Grenzen die Dame aus, veröffentlichen persönliche Informationen und Rufen unverholen dazu auf "ihr zu zeigen was man von ihr halte"
Wann das Vertreter einer freien offenen Gesellschaft sind, die sich gegen Diskriminierung einsetzten, dann gute Nacht.
 
Ronald M. Filkas am 8.2.2019, 12:54 Uhr:
Ob ich diese Aktion gut finden soll, weiß ich zwar selbst nicht so genau, aber nur den Blick nach links zu werfen, hilft hier auch nicht weiter, gerade dann, wenn der Hinweis auf den Faschismus aus einer Ecke kommt, die selbst allzu gern autoritären und faschistischen Strukturen an- und nachhängt.
 
Vera Enenkel am 1.2.2019, 19:44 Uhr:
Da haben wohl einige, die sich "Antifaschist*innen" nennen, aus dem Faschismus gut gelernt.
 
Uwe Looschen (Pringles-AUTOMATde) am 28.1.2019, 16:47 Uhr:
Ein seltsames Demokratieverständnis der Antifa. Auch Datenschutz kennt die Antifa nicht. Und das von Studenten, die gebildet sein möchten. Mit Denunzierungen hat unser Land doch schon genügend Erfahrung gemacht und mußte immer wieder feststellen, dass Denunzierung ein falscher Weg ist; in welcher Form auch immer.
 
 
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