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Foto: Symbolbild © Waldemar Brandt/Unsplash
Foto: Symbolbild © Waldemar Brandt/Unsplash

Uniklinik Frankfurt

Studie weist Herzschäden nach Corona-Erkrankung nach

Eine Studie von Forscher:innen der Frankfurter Uniklinik hat ergeben, dass es bei Corona-Positiven unabhängig vom Krankheitsverlauf zu langfristigen Herzschäden kommen kann. Die Schäden könnten auch nach Jahren noch zu einer Herzinsuffizienz führen.
Immer häufiger finden Forscher:innen heraus, dass eine Infektion mit dem Coronavirus langfristige gesundheitliche Folgen haben kann. Laut einer Studie an der Frankfurter Uniklinik, unter der Leitung von Fachärztin Valentina Puntmann und dem Professor für Kardiovaskuläre Bildgebung, Eike Nagel, kann sich das Coronavirus auch auf die Gesundheit des Herzens auswirken. So kann es auch bei milden Krankheitsverläufen nach einer Corona-Infektion zu erheblichen Herzmuskelentzündungen kommen. Diese könnten einige Jahre später beträchtliche Probleme durch eine Herzinsuffizienz zur Folge haben, heißt es von den Forscher:innen. „Die Studie hat bestätigt, dass das Covid 19-Virus nicht einfach eine kurzfristige Viruserkrankung ist, die hauptsächlich die Atemwege betrifft. Im Gegenteil, es hat wichtige systemische Konsequenzen, die sich später entwickeln und immunvermittelt sind“, so Valentina Puntmann.

Das Forscherteam habe recht früh damit gerechnet, dass es durch eine Infektion mit dem Coronavirus zu Herzmuskelentzündungen kommen könne, heißt es in der Studie. Das Ausmaß und die Häufigkeit, in der diese Herzschäden schließlich bei den Patient:innen der Studie aufgetreten sind, habe sie allerdings überrascht. Von 100 untersuchten Patient:innen seien in 78 Prozent der Fälle noch Wochen nach der Corona-Infektion Auffälligkeiten am Herzen aufgetreten, 60 Prozent zeigten bereits eine fortlaufende Herzmuskelentzündung.

Die Patient:innen hatten vor und auch während ihrer Corona-Erkrankung die unterschiedlichsten Voraussetzungen. Die Gemeinsamkeit lag allein darin, dass sie positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. „Die in diese Studie einbezogenen Patienten wurden nicht nach Symptomen oder Schweregrad der akuten Infektion ausgewählt. Nur eine Minderheit hatte zuvor Herzbeschwerden. Praktisch dargestellt, war eine große Mehrheit dieser ersten 100 Patienten jung und sportlich, die sich während ihres Skiurlaubs infiziert hatten“, so Valentina Puntmann. Die meisten von ihnen hätten sich zudem zu Hause von der Erkrankung erholt und nur leichte Symptome gehabt. Für Menschen mit einer akuten Corona-Erkrankung wird in der Studie empfohlen, mindestens sechs Monate nach der Erkrankung keinen anstrengenden Sport zu machen, damit sich das Herz erholen kann – auch, wenn keine Symptome für eine Herzerkrankung vorliegen.

Obwohl es bisher noch keine Belege für Spätschäden am Herzen geben kann, gehen die Forscher:innen der Uniklinik davon aus, dass es bei Corona-Positiven in einigen Jahren zu einer erheblichen Herzinsuffizienz kommen kann. Sie vermuten bei einer Corona-Infektion einen ähnlichen Effekt wie bei der Grippe oder der Schweinegrippe, die ebenfalls Herzschäden zur Folge haben können. Wichtig sei eine frühe Diagnose des Herzschadens, so Puntmann. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine frühzeitige Behandlung den Verlauf der entzündlichen Schäden am Herzen verlangsamen oder sogar stoppen könnte, sei groß.

Die Corona-Erkrankung gebe Mediziner:innen eine seltene Chance, heißt es in der Studie. Denn jetzt könnten sie vorausschauend agieren und früh nach einer Beeinträchtigung des Herzens schauen. Die Forscher:innen werben daher für mehr klinische Studien. Zudem sei es wichtig, dass die Herzuntersuchungen mit einem standardisierten kardialen MRT (Magnetresonanztomograph) durchgeführt würden, der diese Schäden auch erkennen kann. Viele Ärzt:innen hätten dazu allerdings noch keinen Zugang.
 
15. Dezember 2020, 13.58 Uhr
loe
 
 
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