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Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer

Hochschule Darmstadt arbeitet an Seilbahn-Konzept

„In fünf Jahren nehmen wir die Seilbahn“

Jürgen Follmann, Professor für Bauingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt, arbeitet mit seinen Studierenden an einer Vision: Er will den Frankfurter Verkehr entlasten. Die Inspiration dafür kam ihm bei seinen Skiurlauben.
Jürgen Follmann ist Professor für Bauingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt. Für den Verkehr in Frankfurt hat er eine Vision: Er untersucht mit seinen Studierenden die Möglichkeit, den Verkehr in Frankfurt mithilfe einer Seilbahn zu entlasten.

Vor zwei Jahren sei diese Idee bereits intern an der Hochschule Darmstadt aufgekommen. „Man kennt den Ansatz aus den Skigebieten. Aber wieso denkt man ihn nicht auch in urbanen Kontexten?“, fragte er sich damals. Auch der Regionalverband FrankfurtRheinMain schlug vor drei Monaten etwas ähnliches vor: Warum nicht eine urbane Seilbahn an der Peripherie Frankfurts für Park+Ride einsetzen? Dann bräuchten Diesel-Besitzer auch keine Angst vor möglichen Fahrverboten haben.

Ein wichtiges Thema für Pendler und Touristen
„Für unsere Pendler ist es wichtig, dass sie morgens zügig ihr Diesel-Fahrzeug abstellen können und zu ihrem innerstädtischen Frankfurter Arbeitsort gelangen. Es braucht daher drei elementare Voraussetzungen: Eine gute Verkehrsanbindung, um zu den Parkplätzen zu kommen, hohe Parkplatzkapazitäten und schnelle weitere Beförderungsmöglichkeiten in die Innenstadt“, erklärte Thomas Horn (CDU). Der Verbandsdirektor setzt sich für die Idee einer Seilbahn ein.

So kamen Horn und Follmann schnell zusammen und der Professor konnte seine Studierenden beauftragen, sich mögliche Umsetzungen zu dieser Idee auszudenken. Die Studierenden des Masterstudiengangs Bauingenieurwesen durften völlig frei planen. Die Ideen seien jedoch erst in den nächsten vier Wochen spruchreif, so Follmann.

Von möglichen Orten ist jedoch schon die Rede: Eine Bahn zum Feldberg, für die sich auch der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU), stark einsetze, eine Verbindung von den Parkplätzen am Stadion mit der Stadt zum Beispiel zur Stresemannallee oder eine Verbindung nach Offenbach zur Multifunktionsarena. Das sei ja auch ein touristisches Thema, sagt der Professor. Es wäre natürlich toll, wenn man pünktlich zur EM damit direkt ins Stadion fahren könnte. „Es wird bei uns total quer gedacht“, erzählt Follmann.

Einige Chancen und Vorteile
Vorteile für ein solches Verkehrskonzept gibt es laut Follmann viele. „Es fließt viel Geld in Schienen. Schauen Sie sich den Fernbahntunnel an. Es dauert aber sehr lange das zu bauen“, erklärt er. Eine Seilbahn sei eine gute Zwischenlösung. Man schaue sich das ja mal nur in den Skigebieten an. „Ich bin begeisterter Skifahrer. Fahre ich ein Mal in den Skiurlaub, stehen die Seilbahnen in der nächsten Saison schon ganz woanders“, erzählt er. Das Fortbewegungsmittel sei sehr schnell zu bauen, benötige kaum Platz und das günstigste Verkehrssystem, das es gibt. Seilbahnen werden mit einem Elektromotor betrieben und der könne es mit der Leistungsfähigkeit einer U-Bahn aufnehmen, sagt Jürgen Follmann.

Natürlich gibt es auch Aspekte, die noch zu prüfen sind. Inwiefern kann man mit einer solchen Bahn über Gebäude fahren? Irgendwann kommt auch die Flugsicherung auf den Plan. „Doch ich sehe riesige Chancen darin“, sagt Jürgen Follmann. Und prognostiziert optimistisch, dass die Frankfurter in fünf Jahren mit der Seilbahn fahren werden. „Pünktlich zur EM.“

>> Am 8. Mai veranstaltet der Regionalverband FrankfurtRheinMain einen Seilbahntag, auf dem die studentischen Konzepte präsentiert werden.
 
23. Januar 2019, 12.40 Uhr
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
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