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Gateway Gardens

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Station Nummer 13 – zumindest unterirdisch

Foto: nre
Foto: nre
Im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens ist die neue S-Bahn-Strecke zwischen Stadion und Flughafen eröffnet worden. Ab Sonntag werden die Bahnen über Gateway Gardens geleitet. Die Strecke soll den Verkehr rund um den Flughafen entlasten.
Gemächlich fährt die erste S-Bahn in die neue Station, vorbei an sprühenden Leuchtfontänen. Zur Eröffnungsfahrt ist sie schon mal pünktlich in der neuen Station im Stadtteil Gateway Gardens. Rund 400 Gäste warten am Bahnsteig auf die Einfahrt der Bahn. Die ist heute nicht im knalligen Rot der S-Bahn Rhein-Main gehalten, sondern kommt zur Feier des Tages in einem weißen Sonderdekor. An Bord sind Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), der Bahn-Vorstand für Infrastruktur Ronald Pofalla, RMV-Geschäftsführer Knut Ringat und der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) – zusammen mit einigen Ehrengästen. „Es hat verdammt lange gedauert, bis ich mal eine neue Station einweihen darf“, freut sich Knut Ringat. Gateway Gardens ist die 112. Station der S-Bahn Rhein-Main – die 13. unterirdische. Rund zwei Kilometer lang ist der Tunnel der insgesamt vier Kilometer langen neuen Strecke zwischen Stadion und Flughafen Regionalbahnhof. Die Arbeiten seien nicht einfach gewesen: Die A5 musste in der Nähe des Frankfurter Kreuzes unterquert werden – alle zehn Spuren hätten zu jeder Zeit voll befahrbar sein müssen, erläutert Ronald Pofalla. Dennoch konnte die Strecke in nur drei Jahren realisiert werden. „In Hessen ziehen wirklich alle an einem Strang“, lobt Pofalla: Land, Region und Bahn hätten gemeinsam eine attraktive und leistungsfähige Anbindung geschaffen. „Ein ganz konkreter Beitrag zur Klima- und Mobilitätswende“, so Pofalla weiter.

Ab kommenden Sonntag, den 15. Dezember, werden die S-Bahnen der Linien Acht und Neun die Station im regulären Betrieb anfahren. Dann endet die siebenwöchige Sperrung der S-Bahnstrecke zwischen Stadion und Kelsterbach. Eine gute Nachricht für die Menschen in Kelsterbach und eine gute Nachricht für die Menschen, die im neuen Stadtteil Gateway Gardens arbeiten: Bisher brauchten sie vom Frankfurter Hauptbahnhof aus etwa 30 Minuten in das Gewerbegebiet – mit einem Umstieg. Ab Sonntag sollen es mit der S-Bahn nur noch zehn Minuten sein – in direkter Verbindung. „Mit 211 Abfahrten am Tag profitieren unsere Fahrgäste von Anfang an von einem durchgängigen 15-Minuten-Takt, der sie ohne Umstieg zum Flughafen, nach Wiesbaden, Frankfurt oder Offenbach bringt“, betont Knut Ringat. Rund 18 000 Menschen sollen in naher Zukunft in Gateway Gardens arbeiten. Ein Großteil von ihnen soll künftig mit der S-Bahn anreisen. Bis zu 13 000 Fahrten könnten laut Prognosen täglich eingespart werden, teilt die Bahn mit. „Wir werden hier reale Verlagerungseffekte sehen“, ist sich der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir sicher. Dies werde die A3 und A5, sowie die Bundestraße 43 massiv entlasten.

Ganz fertig ist die rund 200 Meter lange Station noch nicht. Die Betonwände sollen noch eine Verkleidung erhalten – zur Verbesserung der Akustik in der Station. Auch die Überdachung des nach oben hin geöffneten Gewölbes fehlt noch: Wo derzeit noch eine Gerüstkonstruktion den stürmischen Herbstregen nur leidlich abzuhalten vermag, soll bald eine futuristische Dachkonstruktion optische Akzente setzen. Die Arbeiten an der Station werden bei laufendem Betrieb noch bis Herbst 2020 dauern. Als Gesamtkosten für das Projekt gibt die Bahn rund 300 Millionen Euro an. Die alte Streckenführung zwischen den Bahnhöfen Stadion und Flughafen Regionalbahnhof soll zurückgebaut werden. Rund sechs Hektar Wald können dadurch aufgeforstet werden – auch als Ausgleichsfläche für die rund vier Hektar, die für die neue Strecke gerodet wurden. Auf den aufgeforsteten Flächen soll ein Eichenmischwald entstehen: Im Schwanheimer Wald wird dadurch eine Schneise geschlossen. Es entsteht eine unzerschnittene Waldfläche von rund 12 Qadratkilometern.

Die Anbindung von Gateway Gardens ist Teil des Gemeinschaftsprogramms Rhein-Main Plus, das zahlreiche Infrastrukturprojekte mit über zwölf Milliarden Euro realisieren soll. Weitere Projekte, die in naher Zukunft umgesetzt werden sollen sind der bereits begonnene Ausbau der S-Bahn-Strecke Frankfurt – Bad Vilbel sowie der beschlossene Bau der nordmainischen S-Bahnverbindung nach Hanau und der Regionaltangente West. „Wir brauchen schnelle, leistungsfähige Schienenverbindungen“, sagt Tarek Al-Wazir, wenn es in Frankfurt im Schienenverkehr hake, habe das bundesweit Auswirkungen. Auch in Frankfurt sollen in den kommenden Jahren einige Infrastrukturprojekte umgesetzt werden. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling weist auf den geplanten Ausbau der U-Bahnlinie vier hin, der die Lücke zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim schließen soll. Der Lückenschluss soll die von täglich 110 000 Menschen frequentierte A-Strecke, auf der unter anderem die U-Bahnlinien eins bis drei fahren, entlasten. Beim derzeit noch in Planung befindlichen Anschluss des neuen Terminals drei an den öffentlichen Verkehr. Oesterling warnt, der Anschluss müsse dringend zeitnah realisiert werden, sonst drohe rund um das neue Terminal ein Verkehrskollaps.
 
10. Dezember 2019, 10.28 Uhr
Nathanael Reuter
 
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