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Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer

Eine Initiative will einen Bürgerentscheid

Wie radfreundlich kann Frankfurt sein?

Ein Bündnis aus Privatpersonen und Mitgliedern von Verbänden will ab April Unterschriften sammeln, um später per Bürgerentscheid durchzusetzen, dass Frankfurt eine fahrradfreundlichere Politik macht.
Amsterdam, Kopenhagen, Münster – Es gibt sie, die fahrradfreundlichen Städte und von denen ist Frankfurt weit entfernt. Das findet zumindest die Initiative „Radentscheid Frankfurt“. Das Bündnis aus Privatpersonen und Mitgliedern von Verbänden wie Greenpeace, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz will am 4. April mit einer Unterschriftensammlung beginnen, bei der mindestens 15.000 Unterstützer (also 3 Prozent der Wahlberechtigten) beim Bürgerbegehren zusammenkommen müssen, um damit dann einen Bürgerentscheid durchsetzen. Das Bündnis will nämlich eine andere Verkehrspolitik der Stadt erreichen und eifert damit Berlin und Bamberg nach, wo es bereits Bürgerentscheide gab. In Darmstadt werden derzeit ebenfalls schon Unterschriften gesammelt.

Die Lobbyisten wünschen sich, dass sich sowohl Kinder als auch Senioren auf dem Rad in der Innenstadt sicher fortbewegen können, das Rad also für alle als Verkehrsmittel durch Frankfurt taugt, zumal der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs in einer ständig wachsenden Stadt an seine Grenzen stößt. Fahrradfahren, so das Bündnis, sei kostenlos und im Berufsverkehr das schnellste Fortbewegungsmittel, das zudem der eigenen Gesundheit diene und auch zur Gesundheit anderer beitrage. Ein geschlossenes Fahrradnetz wie es in Kopenhagen oder Amsterdam existiert, dient dem Bündnis als Vorbild. Denn in diesen Städten würden viele Wege per Rad zurückgelegt und eine gute Infrastruktur würde das Verhältnis zwischen Autofahrern, Radlern und Fußgängern entspannen.

Acht Forderungen hat das Bündnis auf seiner Homepage aufgelistet, die möglichst in den kommenden acht Jahren umgesetzt werden sollen. Sichere Radwege stehen ganz oben auf der Liste. Die bestehenden Radwege sollen verbreitert werden, durchgängig und getrennt von anderen Verkehrsarten sein und sollen nicht mehr von haltenden PKW oder LKW verstellt werden können. Ferner soll die Stadt künftig pro Kalenderjahr mindestens 10 Kilometer geeignete Nebenstraßen für den Radverkehr attraktiv umgestalten. Außerdem sollen jährlich 10 Kilometer innerstädtische, durchgängige Fahrradtrassen mit rotem Belag entstehen mit einer Mindestbreite von 2,30 Meter pro Richtung. Auch die Kreuzungen sollen sicherer gestaltet werden, potenzielle Gefahrenstellen sollen entfernt werden. Zum Forderungskatalog gehören ferner jährlich rund 3000 weitere überdachte, diebstahlsichere Fahrradparkplätze, die auch über Druckluft-Service-Stationen und Batterielademöglichkeiten verfügen solln. Nach Vorstellung der Radlerlobbyisten soll die Stadt jährlich mindestens 21 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgeben. Alle Verkehrsteilnehmer sollen sich sicher fühlen, daher soll eine Fahrradstaffel der Städtischen Verkehrspolizei Verkehrssünder konsequent ahnden. Und als letzten Punkt fordert die Initiative, dass die Stadt die Kampagne für die Frankfurter Fahrrad Metropole ordentlich bewirbt und vorantreibt.
 
13. März 2018, 10.44 Uhr
Nicole Brevoord
 
 
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Eine bundesweite Städteinitiative fordert einen neuen straßenverkehrsrechtlichen Rahmen, damit Städte eigenständig Tempolimits anordnen können. Auch Frankfurt schließt sich dieser Initiative an. Ein erster Schritt sei laut Mobilitätsdezernent Majer schon gemacht.
Text: sfk / Foto: Bernd Kammerer
 
 
 
 
 
 
 
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