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Petra Roth

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Die 2. Liga als „einjähriger Betriebsunfall“

Seit Samstag gibt es in Frankfurt nur noch ein Thema: den Abstieg der Eintracht. Oberbürgermeisterin Petra Roth schreibt fürs Journal Frankfurt über den Club im Allgemeinen und die 2. Liga im Besonderen.
Eintracht Frankfurt ist ein Stück Lebens- und Freizeitkultur, das längst zur zentralen, regionalen Klammer geworden ist. Denn das Regionalbewusstsein manifestiert sich hier. Das, was wir uns als Identität stiftendes Element für die Region Rhein-Main erhoffen, ist bezüglich der Eintracht längst verwirklicht. Ob in den Kleingartenanlagen am Lohrberg, in der Wetterau, an der Bergstraße oder im Taunus, samstags wird beim Grillen die Eintracht-Fahne gehisst. Die Züge aus Gelnhausen, Rödermark oder Hofheim sind Richtung Stadion genauso gefüllt wie die Frankfurter Straßenbahn. Deshalb ist der Abstieg in die zweite Liga auch weniger unter finanziellen Gesichtspunkten für die Stadt ein bitterer Verlust. Es ist vielmehr der ideelle Verlust, der am Nerv bohrt. Denn wenn die Eintracht verliert, dann verliert die ganze Stadtgesellschaft: Ob Banker oder Lehrling, Großvater oder Enkel, ob männlich oder weiblich, mit oder ohne Migrationshintergrund, je nach Ergebnis ist die Stimmung überall gleich gut oder schlecht. Es ist eine schichtenübergreifende Klammer der Stadtgesellschaft.

Und auch ich werde in der Pause von Lohengrin vom Frankfurter Opernintendanten Bernd Loebe nicht nur auf meine Meinung zum Debüt der jungen Mezzosopranistin in der Rolle der Ortrud angesprochen, sondern auch auf die vergebene Chance von Gekas im letzten Spiel gegen die Bayern am Nachmittag.

Und der Nerv ist natürlich auch getroffen, wenn ich im Lande unterwegs bin. Denn neben den Fragen der kommunalen Finanzen wird beim Deutschen Städtetag auch die aktuelle Form der heimischen Fußballmannschaft besprochen. Und da macht es natürlich mehr Laune, wenn man als Mainzer oder Hannoveraner Oberbürgermeister über die Perspektiven im Europäischen Wettbewerb fabulieren kann anstatt über ein Darben in der 2. Liga.

Jetzt muss sich die Eintracht strukturell und personell so aufstellen, damit die 2. Liga ein einjähriger Betriebsunfall bleibt. Allerdings muss man sich ernsthaft vergegenwärtigen, dass ein Wiederaufstieg kein Selbstläufer und kein Automatismus ist. Das Umfeld muss stimmen, die Fankultur, das Management. Und insbesondere die Mannschaft muss optimal zusammen- und eingestellt sein. Ich persönlich werde auch in der nächsten Saison in der Commerzbank-Arena sein, und ich bin sicher, auch alle anderen werden für volle Ränge sorgen. An der Unterstützung aus der Stadtgesellschaft und dem großen regionalen Umfang wird es der Eintracht auch in der Spielzeit 2011/12 nicht fehlen. Denn die Eintracht ist das Frankfurter Projekt, das generationsübergreifend, schichtenübergreifend und regionübergreifend ist.
 
17. Mai 2011, 11.33 Uhr
Petra Roth
 
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Leser-Kommentare

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Andreas am 17.5.2011, 16:59 Uhr:
"Der Abstieg ist furchtbar." Nein, er ist die logische Konsequenz der Eintracht´schen Arroganz und sinnloser Geldverbrennung. Und wenn man in dieser Situation von einem "einjährigen Betriebsunfall" spricht, hat man überhaupt nichts verstanden und kann sich schon einmal auf ein paar Jahe in Liga Zwei einstellen.

"Das Frankfurt jetzt in der 2. Liga spielt, ist wahnsinnig traurig." Vielleicht sollte sich die versammelte Sportintelligenz mal vor Augen führen, dass Frankfurt dies schon seit nunmehr vier Jahren in Gestalt des FSV tut. Im Gegensatz zur Eintracht ein betriebswirtschaflich und sportlich seriös geführter Proficlub.

Es würde der Region und der Stadt gut zu Gesicht stehen, wenn sich die mediale Berichterstattung über den ehemaligen Erstligisten zukünftig an den Fakten und nicht an Illusionen oder persönlichen Begehrlichkeiten orientiert. Im Übrigen hat eine Interessenverflechtung von Politik und Sport immer einen ganz schlechten Beigeschmack, und zwar auch bereits wenn der strafrechtliche Bereich der Vorteilsannahme o.ä. noch nicht ganz erreicht ist.
 
 
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