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Debatte um Sportkurse in Grünanlagen
 

Debatte um Sportkurse in Grünanlagen

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Markus Frank: "Wir werden keine Yogaschüler jagen"

Foto: Nadine Gerhardt
Foto: Nadine Gerhardt
Die kommerzielle Nutzung von Parks und Grünflächen ist ohne Genehmigung nicht erlaubt, das betrifft auch Yoga- und Sportkurse. Das Grünflächenamt bittet um Rücksichtnahme und Sportdezernent Markus Frank zeigt Milde.
Die Meldung, dass das Ordnungsamt gegen kommerzielle Yogakurse oder andere Sportangebote wie Bootcamps in städtischen Parks und Grünflächen vorgehen kann, hat hohe Wellen geschlagen. Der Amtsleiter des Grünflächenamts Stephan Heldmann zeigt sich davon verwundert, weil die Grünanlagensatzung, die wohl kaum ein Parkbesucher vor Betreten des Rasens liest, schon seit 1997 regelt, dass die kommerzielle Nutzung der Grünflächen nicht ohne Genehmigung erlaubt ist. Das betrifft fliegende Händler genauso wie Eisverkäufer oder eben Sportkurse, die gegen Gebühr angeboten werden. Realistisch betrachtet ist aber kein Richter da, wo es keinen Kläger gibt.

Sport- und Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), der aus Frankfurt ja gerne eine Sportstadt macht, zeigt sich in der Debatte um die Grünflächen entspannt. „Wir werden von uns aus keine Sondermaßnahmen auf den Weg bringen und bestimmt auch keine Jagd auf Yogaschüler machen.“ Frank sieht ja auch, dass es genügend Fälle gibt, wo das Ordnungsamt dringend eingreifen muss, die Priorität liegt da kaum auf tiefenentspannten Yogis. „Wir stehen für einen pragmatischen Umgang mit den Menschen, die unsere Grünanlage nutzen und werden im Einzelfall tätig, wenn eine Lage eskaliert oder uns Mitarbeiter des Grünflächenamts um Hilfe bitten. Das kann man bestimmt mit einem kooperativen Umgang miteinander klären. Ich war mir bis zu dieser Woche gar nicht bewusst, dass die Yoga- oder Sportkurse in Parks überhaupt ein Problem darstellen.“

Ganz anders sieht das Clemens Greve, Geschäftsführer der Holzhausenstiftung. Der Holzhausenpark soll allen Anwohnern des Nordends zur Erholung dienen und wurde gerade erst für viel Geld, genauer mehr als 1,3 Millionen Euro, saniert. Die Stiftung bemühe sich mit ehrenamtlichen Gruppen um die Reinhaltung des Parks, aber die Zahl der Yogaveranstaltung und vor allem die Größenordnung, die überfordere die Möglichkeiten des Parks. „Ich finde es toll, dass es Yogagruppen gibt, aber der Park ist für 200 Yogagymnasten zu klein. Ich wohne drei Straßen entfernt und konnte die Beschallung durch die Lautsprecherboxen mit Gongklängen und einer Sprecherin bis nach Hause hören“. Veranstaltungen wie beispielsweise der Yogakurs fänden drei bis vier Mal am Tag statt, da falle auch entsprechend Müll an. Es hätten sich Parkbesucher beschwert und so habe man mit dem Grünflächenamt gesprochen. Insgesamt seien fünf der bekannten Kursanbieter angesprochen worden.

Auch Grünflächenamtsleiter Heldmann weiß, dass Outdoorsport im Trend liegt und Yoga und Bootcamp im Grünen mehr Spaß macht. Er pocht aber auf die Grünanlagensatzung, die regelt, was eigentlich auch der vernünftige Menschenverstand sagt. Nämlich wer und wo welchen Aktivitäten nachgehen kann, wo Ballspielen oder Grillen erlaubt ist und wo der Hund Gassi gehen darf. Denn Heldmann argumentiert, die Stadtbevölkerung wachse stetig an und alle Nutzergruppen hätten gleichermaßen das Recht, die Grünflächen kostenlos zu Nutzen. Man habe in den vergangenen zehn Jahren mehr als 70 Millionen Euro in die Grünflächen investiert und habe auch wie im Hafenpark Sportangebote für die Bürger ermöglicht. „Wir wollen nur ein Bewusstsein schaffen bei den Bürgern und Yoga- oder Sporttrainern nahelegen vielleicht Vereinsgelände zu nutzen. Wir wollen den Frankfurtern nicht den Sport verderben.“ Auch wenn es dem Rasen egal sein mag, ob die hundert Leute, die ihn plattliegen für den „Sonnengruß“ und den „herabschauenden Hund“ gezahlt haben oder nicht, bei den kommerziellen Angeboten kann die Stadt zumindest eingreifen, wenn es zu viel wird. Auch Stephan Heldmann setzt zunächst auf Gespräche. Ordnungswidrigkeiten könnten mit Bußgeldern bis zu 1000 Euro geahndet werden, aber das gelte es ja zu vermeiden. Jetzt, Anfang September, ist die Outdoorsportsaison ohnehin fast vorbei, dann regelt sich das Problem von selbst. Bis zum Frühjahr...
6. September 2018
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
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Leser-Kommentare

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Christian Six Spreen am 7.9.2018, 13:17 Uhr:
Wenn die Junkies am Bahnhof anfangen Yoga zu machen kümmert man sich evtl. mal endlich um ein sauberes Bahnhofsviertel. :D
 
 
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