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Land Hessen übernimmt Kunsthochschule
 

Land Hessen übernimmt Kunsthochschule

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Stadt will sich von Städelschule trennen

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Städelschule bis 2019 zu einer Hochschule des Landes zu machen. Klingt harmlos, war aber ein schwieriger Prozess.
Städelschul-Rektor Philippe Pirotte (Foto) kann zufrieden sein. "Ich begrüße den Trägerschaftswechsel", sagt er. Versüßt wird der Übergang von der Stadt zum Land Hessen mit drei Millionen Euro, die die Schule in ihre Ausstattung stecken kann. "Das ist dringend notwendig", sagt Philippe Pirotte. Zwar sei der Ruf der Hochschule in der ganzen Welt exzellent, ihr Rüstzeug sei aber nicht mehr adäquat.

So soll es laufen: Die Stadt Frankfurt zieht sich bis 2019 schrittweise aus der Finanzierung der Hochschule zurück. Derzeit zahlt die Stadt jährlich 3,97 Millionen Euro an die Städelschule. Schon in diesem Jahr kommt eine Million davon von der Landesregierung, 2017 sind es dann zwei Millionen, 2018 drei Millionen, von 2019 an stellt das Land dann vier Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt steigt entsprechend aus, stellt aber die Hälfte des bei ihr gesparten Geldes wieder der Schule zur Verfügung - ebenjene drei Millionen Euro.

Beschlossen ist das alles noch keineswegs, es wurde lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gleich drei hochrangige Christdemokraten hatte es deswegen in den Portikus verschlagen: Wissenschaftsminister Boris Rhein, Stadtkämmerer Uwe Becker und Kulturdezernent Felix Semmelroth. Rhein erklärte, die Städelschule solle so auf solide finanzielle Beine gestellt werden. Uwe Becker verglich die in Aussicht gestellt Lösung mit dem Auflösen eines dicken Knotens, der schon seine Amtsvorgänger beschäftigt habe. Un der Kulturdezernent hob hervor, dass es die Städelschule in städtischen Haushaltsverhandlungen nicht immer leicht habe. Die Gefahr, dass ihr von dort aus in finanziell schlechteren Zeiten einmal einbußen drohten, sei real.

Befürchtungen, die Städelschule könne ihre Eigenständigkeit in Obhut des Landes verlieren, wurden von Boris Rhein zerstreut. "Alles bleibt, wie es ist", sagte der Minister. Dazu zählt auch, dass ein Bachelor-Master-System, wie es an staatlichen Hochschulen üblich ist, nicht eingeführt wird. Dass die Berufung von Professoren weiterhin der Hochschulleitung obliegt, wie es auch an den übrigen hessischen Universitäten längst der Fall ist. Und sogar die Betreiberschaft der Kantine, derzeit einer der Treffpunkte der Frankfurter Kunst- und Kulturszene, obliegt weiter der Hochschule und soll nicht zwangsläufig aufs Studentenwerk übertragen werden.

Nach der Übertragung der Hochschule aufs Land verbleibt der Schule sogar etwas mehr Geld als jetzt. Der Betrag vom Land ist zwar nur geringfügig höher als der jetzige von der Stadt – jedoch wird die Stadt auch weiterhin die Pensionen bezahlen, derzeit 600.000 Euro – ein Betrag, der in den kommenden Jahren abschmelzen wird, weil anders als früher keine Beamten mehr in der Städelschule arbeiten. Auch die Förderung der Ausstellungshalle der Schule, jener Portikus, in dem die CDU-Leute ihre frohe Kunde verbreiteten, verbleibt bei der Stadt Frankfurt: 300.000 Euro im Jahr fließen an das Ausstellungshaus. Philippe Pirotte: "Wir freuen uns, dass die Stadt auch weiterhin unser Partner bleibt, um unter anderem die Unterstützung der Kunsthalle Portikus zu gewähren."

Die Details, hieß es am Donnerstag, müssten nun noch geklärt werden. Um den Sonderstatus der Städelschule erhalten zu können, muss aber auch das Hochschulgesetz angepasst werden. Die Schule soll in den Hochschulpakt integriert werden. Minister Rhein hob noch hervor, dass mit dem Neubau der HfG in Offenbach und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt gewissermaßen ein Trias mit der Städelschule entstehe, die der Region als Ausbildungsstätte herausragender Künstler nur gut tun könne.
 
4. März 2016, 11.36 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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