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31. Saison-Premiere im Tigerpalast
 

31. Saison-Premiere im Tigerpalast

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Die Welt zu Gast im Tigerpalast

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Im vergangenen Jahr feierte der Tigerpalast 30-jähriges Bestehen – und bekam zum Geburtstag den Binding Kulturpreis. Auch in diesem Jahr bringt das Team rund um Johnny Klinke zu Saisonbeginn wieder internationale Artistinnen und Artisten nach Frankfurt.
Der Tigerpalast, 1988 eröffnet, bringt seit nun mehr 31 Jahren internationale Künstlerinnen und Künstler nach Frankfurt. Unbestritten hat er sich in dieser Zeit zu einer der bedeutendsten Varieté-Theater Europas entwickelt. Im vergangenen Jahr feierten Johnny Klinke und Margareta Dillinger 30-jähriges Bestehen ihrer Kulturinstitution – und wurden mit dem mit 50 000 Euro dotierten Binding Kulturpreis ausgezeichnet. Nun beginnt die 31. Spielzeit und Direktorin Dillinger möchte an das hochkarätige Ensemble des vergangenen Jahres anknüpfen, wie sie bei der gestrigen Saisonpremiere verkündete. Dafür hat sie acht Perfomances internationaler Künstlerinnen und Künstler nach Frankfurt geladen, die ihr Können auf der Bühne zeigten.

Doch vorher hieß es erst einmal: Händeschütteln. Vor Show-Beginn versammelte sich die geladene Stadtgesellschaft auf der Heiligkreuzgasse zu einem Sektempfang. Zu den Ehrengästen zählten der Präsident des Hessischen Landtags Boris Rhein, Bürgermeister Uwe Becker (beide CDU), der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt Salomon Korn, der ehemalige Kulturdezernent Felix Semmelroth, Axel Hellmann aus dem Vorstand der Eintracht, Michel Friedman und Bärbel Schäfer sowie viele weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Gegen 20 Uhr schob sich die Menschenmenge dann in den Saal des Varieté-Theaters, um an den kleinen Bistrotischen platziert zu werden. In dem kleinen Raum ist man maximal 12 Meter von der Bühne entfernt – sicher eines der Merkmale des Tigerpalasts.




Erwan Gallacier, Jean-Michel Fournereau, Jean-Christophe Brizard © Bernd Kammerer

Durch den Abend führte Conférencier Jean-Michel Fournereau aus Paris, der mit zahlreichen Musikeinlagen auf einer Mischung aus Französisch, Deutsch und Englisch für Unterhaltung sorgte. Dabei wurde Fournereau von Erwan Gallacier (Piano, Gesang) und Jean-Christophe Brizard (Bassgesang, Akkordeon) unterstützt. Während die drei die meiste Zeit für heitere Stimmung im Saal sorgten, wirkte eines der vorgetragenen Lieder irritierend: In dem Song „Sie ist ein herrliches Weib“ von Georg Kreisler, der offensichtlich frauenverachtend ist, worauf Fournereau zu Beginn selbst hinwies, geht es um „ein herrliches Weib“, das weder kochen noch lesen, schreiben, denken oder tanzen kann. Das Lied erntete anhaltenden Applaus.

Wie gewohnt konnte das Team des Varieté-Theaters internationale Künstlerinnen und Künstler nach Frankfurt holen: So begeisterten Vanessa Alvarez aus Spanien mit ihrer Antipoden-Jonglage zum Klang spanischer Gitarren und das Duo Minasov aus Russland, das in einer faszinierenden Geschwindigkeit eine Quick Change Show aufführte. Der Russe Alexander Mitin scheint keine Knochen in seinem Körper zu haben – in einer beeindruckenden Show nahm er unvorstellbare Positionen ein, die beim Zusehen fast schon wehtaten. Dem Jongleur Soslan Suanov, ebenfalls aus Russland, hingegen gelang während der Premiere nicht alles – ihm sprang während seines Auftritts der ein oder andere Ball davon.




Sergey Akimov © Bernd Kammerer

Natürlich darf auch die Tradition, in der Pause alle Tische aus der Raummitte zu entfernen und einige Artisten in der Mitte des Raums, unmittelbar zwischen den Gästen auftreten zu lassen, nicht fehlen. So drängelten sich die Zuschauenden nach der Pause noch dichter aneinander, als die russische Trapeztänzerin Kristina Bautina und der Russe Sergey Akimov ihre atemberaubenden Performances in der Luft zeigten. Eine Portion Sexappeal brachten die vier italienischen Brüder The Pellegrini Brothers während ihrer Akrobatik-Darbietung auf die Bühne. Für den witzigsten Teil des Abends sorgte der dänische Puppenspieler Alex mit seiner Puppe Barti. Die Marionette wird durch unzählige Fäden zum Leben erweckt und wirkt durch kleinste Regungen fast menschlich. Die Show kommt ohne Sprache aus – die Geschichte wird lediglich durch Bewegungen und Musik, die Barti auf dem Klavier und der Gitarre „spielt“, erzählt. Ein amüsantes Ende einer gelungenen Premiere, die den Gästen durch viele beeindruckende Shows einen unvergesslichen Abend bescherte.
 
18. September 2019
Helen Schindler
 
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