Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kinder
Startseite Alle NachrichtenKinder
IGS Nordend protestiert gegen Auswahlverfahren
 

IGS Nordend protestiert gegen Auswahlverfahren

1

Lieber frisches Essen als vom Großcaterer

Foto: Symbolbild: Dirk Ostermeier
Foto: Symbolbild: Dirk Ostermeier
Kurz vor den Osterferien kam diese Nachricht für die Schulgemeinde der IGS Nordend wie ein Schock: Ab dem neuen Schuljahr sollen sie von einem Großcaterer beliefert werden. So hat die Stadt entschieden. Doch dagegen protestieren jetzt Mitarbeiter, Eltern und Schüler.
Die Schulgemeinde der IGS Nordend ist seit letzter Woche in großem Aufruhr: Schüler, Lehrer und Eltern sind entsetzt darüber, dass ab Sommer der Großcaterer Sodexo die Verpflegung an der Schule übernehmen soll. Denn die jetzige Firma, Cantina Buen Barrio unter der Leitung von Sandra Beimfohr, erhält keinen weiteren Vertrag von der Stadt die Schule auch in Zukunft mit Essen zu beliefern, obwohl dieser Caterer schon seit Jahren erfolgreich in der Schule verankert ist.

Zu lang sei die Liste der Bewertungskriterien, die die Stadt bei der Auswahl heranzieht: eine Vollkornkost zu wenig im Vier-Wochen-Plan, die fehlende Angabe einer E-Mail-Adresse, höhere personelle Kosten und, und, und. Für die Schulgemeinde seien das alles Dinge, über die sie hinwegsehen könnten, denn für sie zähle schließlich viel mehr: Das täglich frisch zubereitete, regionale Essen zum Beispiel, der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern oder die Unterstützung des Caterers auch bei anderen schulischen Aktivitäten. „Der Ruf der Mensa der IGS Nordend geht weit über die Stadtgrenzen Frankfurts hinaus“, erläutert Schulleiter Uwe Gehrmann. „Immer wieder bekommen wir Rückmeldungen über das ‚unglaubliche Glück‘ das wir in dieser Hinsicht hätten. Eine Mensa, die in dieser Qualität für die Schule jeden Tag kocht, ist einzigartig.“ Doch für Stadt, die letztendlich darüber entscheidet, welche Firma den Zuschlag für das kommende Schuljahr erhält, fließen diese Kriterien nicht in den Bewertungsbogen mit hinein.

„Das der Auswahl der Stadt Frankfurt zu Grunde liegende Verfahren bezieht sich auf viele ausgefüllte Formulare, die von den professionell arbeitenden Bewerbungsabteilungen europäischer Großcaterer hervorragend bearbeitet werden kann“, so Gehrmann. „Kleine Betriebe, denen es um das Essen und den Ort geht, aber nicht darum, die gewünschten Formalia mit viel Manpower zu produzieren, die also auf Qualität und nicht auf Profitmaximierung achten, fallen bei diesem Verfahren durch.“ Vor allem aber fühlten sich Schüler, Eltern und Mitarbeiter der Schule vor den Kopf gestoßen, da sie kurz vor Beginn der Osterferien einfach vor vollendeten Tatsachen gestellt wurden und die Stadt nicht mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten sei.

Ein Punkt, der auch von den Grünen kritisiert wird: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt nicht vor der Ausschreibung in Kontakt mit der IGS Nordend getreten ist. Schulspezifische Anforderungen für einen Caterer müssen vorab mit der Schulgemeinde besprochen werden“, erklärt Birgit Ross, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer. „Es dürfen jetzt seitens der Stadt keine weiteren Fakten geschaffen werden. Wir erwarten von Bildungsdezernentin Sylvia Weber, dass der Vertrag mit dem neuen Caterer nicht unterschrieben wird und gemeinsam mit der Schulgemeinde eine Lösung gefunden wird, die auch dem pädagogischen Profil der Schule entspricht.“

Seit der Verkündigung der Hiobsbotschaft kämpft die Schule mit allen Mitteln um den Erhalt der Cantina Buen Barrio. Auf Instagram laufen die Hashtags #mensaretten und #IGSfürgutesEssen, die Schule wurde mit Protest-Plakaten ausgestattet, Facebook-Events ins Leben gerufen und Eltern sowie Vertreter aus der Kommunalpolitik wurden ebenfalls bereits informiert. Die Schulgemeinde fordert die Vertragsverlängerung des jetzigen Caterers, Nachbesserungen im Auswahlverfahren für Cantina Buen Barrio und die Einbeziehung der Schulgemeinde im Vorfeld von Entscheidungen über Betreiber von Schulmensen.

Käme es zu einer Vertragsunterzeichnung mit Sodexo würden die Dienstleistungen von Sodexo boykottiert werden und die Versorgung der Kinder auf selbstorganisatorische Weise ermöglicht werden. Zurzeit läuft eine Online-Petition auf www.change.org, die schon fast 4 000 Unterstützer hat. Darüber hinaus fand heute auch eine Protestaktion vor dem Bildungsdezernat statt.
27. März 2018
Martina Schumacher
 
Martina Schumacher
Jahrgang 1991, Studium der Germanistik an der Goethe-Universität, seit 2016 beim Journal Frankfurt – Mehr von Martina Schumacher >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Michael Risse am 27.3.2018, 16:32 Uhr:
Kann nur empfehlen:
Probekochen im Wettbewerb. Berufsköche als Jury,denn die merken sofort,wenn Sodexo oder Cantina Bueno Barrio bei diesem Wettbewerb tricksen,weil die eine Superleistung dann später nicht aufrechterhalten werden können,wegen der gestiegenen Foodcost(Wareneinsatz,wie man das auch nennt)
Dann zur Bildungsdezernentin Sylvia Weber,von Bündnis 90/Die Grünen:Die hochstehende Dame ist wie alle Mitglieder dieser Partei eine Garantie dafür,dass es schiefgeht. Kann man ja jetzt auch lesen bei dem Kitagebührengehampel,wo Madame auch höheren Wink von Herrn OB Peterle Feldmaus hin aktiv werden musste.
Ceterum censeo,societas 90/Le Vert sunt delendam
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kinder
 
 
Ein gesundes Frühstück ist wichtig und deshalb sollte kein Kind ohne die richtige Stärkung in den Tag starten. Aus diesem Grund verteilte das Umweltforum Rhein-Main zum Schulstart 7500 Bio-Brotboxen an Frankfurter Erstklässler. – Weiterlesen >>
Text: ark / Foto: Stadt Frankfurt
 
 
Immersionsmethode in Frankfurter Kitas
0
Wieso Kinder leichter Fremdsprachen lernen
Die Immersionsmethode vermittelt Kindern Fremdsprachen fast beiläufig indem sie in alltägliche Situationen versetzt werden. In Frankfurt gibt es drei Einrichtungen der Terminal for Kids, die dieses Angebot schon erfolgreich umgesetzt haben. – Weiterlesen >>
Text: ark/ms / Foto: Terminal for Kids gGmbH
 
 
Segel hissen, Leinen los und ahoi! Vom 15. August bis zum 19. September machen kleine Seeräuber auf dem Piratenboot „Hook“ wieder den Main unsicher wenn die Hafenpiraten in See stechen. – Weiterlesen >>
Text: Martina Schumacher / Foto: Abenteuerspielplatz e.V.
 
 
 
Schüler und Eltern protestieren
1
Sodexo nimmt Betrieb in der IGS Nordend auf
Am Montag war der erste Schultag – für die Pennäler und für die Mitarbeiter des Großcaterers Sodexo, der ab sofort für die Mensa in der IGS Nordend verantwortlich zeichnet. Eltern und Schüler sind weiterhin skeptisch. – Weiterlesen >>
Text: Nicole Brevoord / Foto: Nicole Brevoord
 
 
Mokita ist Frankfurts erster veganer Kinderladen
2
Kein Fleisch, keine Milch – kein Spaß?
In Bockenheim eröffnet mit Mokita die erste vegane Kita in Frankfurt. Die Kinder bekommen dort nur pflanzliche Nahrung. Auch nicht vegane Eltern können dort ihre Kinder anmelden. – Weiterlesen >>
Text: Ardita Kolari / Foto: Unsplash/ Brooke Lark
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  37 

Twitter Activity