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Foto: Andreas Reeg
Foto: Andreas Reeg

Monet und die Geburt des Impressionismus im Städel

Landschaftsmalerei, digitalisiert

Die große Ausstellung über Claude Monet und die Anfänge des Impressionismus beginnt zwar erst Mitte März. Doch mit einem Digitorial kann man schon jetzt in die Schau eintauchen. Kann das funktionieren?
Die Monet-Webseite des Städels dürfte wohl die einzige eines Museums sein, die die Besucher mit folgendem Satz begrüßt: „Madame, es ist nicht ratsam einzutreten.“ Aber es geht ja auch um Monet und die Geburt des Impressionismus – eine Kunstströmung, die für seine Zeit neue Sehgewohnheiten einforderte. Die Industrialisierung und der technische Fortschritt wie die Fotografie beeinflussten die Arbeiten der Impressionisten maßgeblich.

Im März beginnt die Monet-Schau, schon jetzt werden einige Elemente in einem Digitorial erlebbar. Wie die Ausstellung beginnt auch die Webseite mit Malereien aus dem Wald von Fontainbleau, wo sich die Anfänge der Freilichtmalerei finden lassen. Monet und seine Künstlerfreunde Frédéric Bazille, Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir folgten ihren Vorbildern aus der „Schule von Barbizon“ und nahmen sich oft Zeit, um sich dort der Naturmalerei zu widmen.
Das Digitorial erklärt viel und weist auf Besonderheiten hin. Das „Pfirsichglas“ (ca. 1866) von Monet wird bildlich auseinandergenommen. Jeder Pinselstrich wird beschrieben und der Effekt in Bezug auf das Gesamtbild erklärt.

Wie ein Theatervorhang das Bühnenbild freigibt, öffnet sich sodann das nächste Bild. „Zu Tisch bei Monet“ war das Bild, das Monet auf der ersten Ausstellung der Impressionisten 1874 präsentierte. Der Text bietet dem Betrachter weitere Informationen zu den Historienbildern, mit denen das genannte Werk wegen seiner Größe verglichen wird. Außerdem kann sogar in die Komposition des Bildes hineingeschaut werden. Eine Röntgenaufnahme zeigt, dass sich Monet nie von Beginn an auf eine Komposition festlegte, sondern während des Malens immer wieder neue Ideen ausprobierte.

Zwei Klicks weiter gelangen wir zu einer hypnotisierenden Wasseranimation. Faszinierend fanden auch die Impressionisten die flüchtigen Momente des Wassers und seine Spiegelungen, was man am nächsten Werk La Grenouillère (1869) eindrucksvoll durch Hinein- und Herauszoomen erfährt. Ähnliches widerfährt uns auch beim Boulevard des Capucines, (1873/74), einer Leihgabe aus dem Nelson-Atkins Museum of Arts in Kansas City. Dort wird durch den Zoom gezeigt, wie viel das entfernte Betrachten offenbart, während eine Nahbetrachtung kaum noch erkennen lässt, um was es sich in dem Gemälde dreht. Über eine kurze Audioaufnahme wird dem Besucher dieser Effekt außerdem erklärt.

Dann ein großes Zitat: „Herr Monet wollte uns die verschiedenen Ansichten des Bahnhofs Saint-Lazaret bei der Ankunft und Abfahrt der Züge zeigen. Leider hat der Leinwand entweichender, dicher Rauch uns den Blick […] verwehrt.“ Dies soll ein Rezensent der dritten Impressionisten Ausstellung im Jahr 1877 gesagt haben. Was nun kommt, veranschaulicht diese Worte: Nebelschwaden ziehen über den Bildschirm und lassen die Welt „dahinter“ kaum erkennen.

Die Sonderausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“, zu sehen vom 11. März bis zum 21. Juni, zählt zu den Höhepunkten des Programms rund um das Jubiläum „200 Jahre Städel“. Museumsdirektor Max Hollein legt Wert darauf, dass die digitale Offensive seines Hauses, zu dem auch eine Exponateplattform zählt, die in wenigen Wochen ebenfalls online gehen soll, den Museumsbesuch keineswegs ersparen, sondern ihn ergänzen soll. Anders gesagt: Es ist ratsam einzutreten. Online wie offline.
 
26. Februar 2015, 15.52 Uhr
Nina Pfeifer
 
 
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