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Weyland informiert sich im Lyoner Quartier
 

Weyland informiert sich im Lyoner Quartier

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Große Verkehrsprobleme im Vorzeigekonversionsviertel

Foto: Nicole Brevoord
Foto: Nicole Brevoord
In der einstigen Bürostadt Niederrad entstehen ständig neue Wohnungen, doch die Umwandlung bekommt einen Dämpfer durch ein fehlendes Verkehrskonzept, erfuhr OB-Kandidatin Bernadette Weyland am Freitag.
Es liegt in der Natur des politischen Wahlkampfs, dass sich der Amtsinhaber seiner Erfolge rühmt. So freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beispielsweise bei einem Termin im Januar über den stetigen Bau neuer Wohnungen im Lyoner Quartier. Wohnungen, sein Lieblingsthema. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Den Herausforderern im Wahlkampf ist es eigen, dass sie sich die Nöte der potentiellen Wähler demonstrativ anhören. In diesem Zusammenhang ist es zu verstehen, dass die Kandidatin der CDU, Bernadette Weyland – flankiert von Wirtschaftsdezernent Markus Frank – am Freitag bei einer Veranstaltung der Standortinitiative Neues Niederrad (SINN) zugegen war, wo sich Unternehmen des Lyoner Quartiers präsentierten, aber auch deutlich wurde, welche Dinge in der einstigen Bürostadt Niederrad dringend anzupacken wären und seit langer Zeit vor sich hin schwelen.

Binnen der kommenden 18 Monate werden mehrere tausend Bewohner in das Lyoner Quartier ziehen können, machte David Roitman, Vorstand der Standortinitiative deutlich, gleichzeitig gebe es 25.000 Arbeitsplätze im Quartier. Was aber fehle, sei eine Freiflächenplanung, eine Gestaltungssatzung, es müsse an der Ästhetik und der Optik des Viertels gearbeitet werden, es fehle weiterhin an Gastronomie und Einzelhandel in den Erdgeschossen, so dass die Straßen belebt werden. „Es reicht nicht einfach ein paar Supermärkte im Quartier zu haben“, machte Roitman deutlich. Zumindest eine Grundschule am Standort sei wünschenswert, sagt Detlef Franke, der stellvertretende Vorsitzende der Standortinitiative.

Markus Frank machte bei seinem Besuch im Nestlégebäude deutlich, dass es das Verdienst der Standortinitiative sei, dass sich das Viertel so hervorragend entwickelt habe. „Als Wirtschaftsförderung unterstützen wir das. Das könnte eine Blaupause sein, wie man auch andere Stadtquartiere weiterentwickeln könnte.“ Frank nutzte das Forum, um seine Parteikollegin Weyland über den grünen Klee zu loben, was verwundert, da sie bei den Themen Sicherheit, Bahnhofsviertel und Commerzbank-Arena doch oft Zustände kritisiert, die in Franks Zuständigkeitsbereich fallen. „Bernadette Weylands Ungeduld ist eine wichtige Gabe für das Amt des Oberbürgermeisters. Das bedeutet auch, die Dinge neu zudenken“. Man könne Dinge ja offen diskutieren, so dass nicht alles so uniform sei. Weyland indes plädierte dafür „Wohnräume zu schaffen“, den öffentlichen Bereich stärker als Wohnzimmer zu betrachten.

Doch im Lyoner Quartier hapert es eben nicht nur an der Gestaltung des öffentlichen Raums, an Aufenthaltsqualität und Leben auf der Straße vor allem jenseits der Bürozeiten. Steffen Just, Schatzmeister der SINN und Chief Compliance Officer bei Nestlé, eines der am längsten im Quartier angesiedelten Unternehmen, beschrieb, wie man mit einer Kita, einem Fitnesscenter und einem Shop versucht habe, das Viertel zu beleben. Das aber reiche nicht: „Wir müssen dringend etwas an der Verkehrssituation verbessern!“. Einerseits gebe es eine starke Parkplatznot im Viertel, was sich auch als Wildparkerei bemerkbar mache, andererseits gebe es Tiefgaragen oder Parkhäuser, etwa von Wohngebäuden, die leer stünden. Zudem sei es zu Arbeitsbeginn und zu den Büroschlusszeiten schwierig, ohne lange Staus zur benachbarten Autobahn zu gelangen. Oft brauche man alleine bis zur Anbindung dreißig Minuten.

Klaus Franken vom Unternehmen Catella, das mit dem Bauprojekt Living Lyon 123 Wohnungen im Quartier für den Mittelstand errichten will, findet: „Das Verkehrskonzept hat derzeit viele Schwächen“. Es gebe viel Verkehrsflächen, etwa breite Straßen, die aber attraktiver gestaltet werden müssten. Mit Bänken, Laternen und einem Kinderspielplatz könne man den öffentlichen Raum urbaner gestalten. Beklagt wurde auch der desolate Zustand der S-Bahnstation Niederrad. Wohnungen bauen allein scheint nicht auszureichen, um einen Bürostandort in ein durchmischtes Quartier zu verwandeln.
5. Februar 2018
Nicole Brevoord
 
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