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Wohnen in Frankfurt
 

Neues vom Kulturcampus

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Hotels und Wohnungen, aber wo bleibt die Kultur?

Foto: Cyrus Moser Architekten
Foto: Cyrus Moser Architekten
Auf den Tag genau vor drei Jahren wurde der 116 Meter hohe AfE-Turm auf spektakuläre Weise gesprengt. Ebenda entsteht nun der 140 Meter hohe Hotelturm OneFortyWest. Doch wo bleibt auf dem Kulturcampus die Kultur?
Als Petra Roth noch Oberbürgermeisterin war, da stand er noch, der 116 Meter hohe AfE-Turm auf dem Bockenheimer Unicampus, der zum Kulturcampus umfunktioniert werden soll. Die Stadt hatte das Areal dem Land Hessen für 70 Millionen Euro abgekauft, die Pläne waren groß. Roth sprach damals von einem „Leuchtturmprojekt“, die Mischung aus kulturellen Institutionen, aus Wohnungen und sozialen Einrichtungen sollte seines gleichen suchen. Petra Roth ist lang schon nicht mehr Oberbürgermeisterin und der AfE-Turm, in dem viele Studenten einstmals Seminare in Gesellschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Psychologie besuchten, der wurde am 2. Februar 2014 – also vor genau drei Jahren - in einer spektakulären, kontrollierten Sprengung - der angeblich größten ihrer Art in Europa, die selbst von Nachrichtensendern wie N24 live übertragen und für die 950 Kilogramm Sprengstoff benötigt wurde - dem Erdboden gleichgemacht. Jetzt laufen die Bauarbeiten an einem Nachfolgeturm auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück. 140 Meter hoch soll das Hochhaus namens OneFortyWest einmal werden. Ende 2019 soll der nach den Entwürfen des Architektenbüros Cyrus Moser gestaltete Turm fertiggestellt sein und an der Senckenberganlage Ecke Robert-Mayer-Straße alle Blicke auf sich ziehen. Und was kommt da rein? Das, was nun mal auf dem Frankfurter Immobilienmarkt am lukrativsten ist. In den unteren 15 der insgesamt 40 Etagen soll eine 4-Sterne-Plus-Herberge der spanischen Hotelkette Meliá einziehen, darüber – in den Etagen 17 bis 40 sollen 300 Apartments mit Panoramablick entstehen. Wohnungen werden in Frankfurt ja gebraucht, allerdings vor allem „bezahlbare“… Auf dem einstigen AfE-Grundstück ist noch ein weiterer 100 Meter hoher Turm geplant mit Büros und es soll noch eine Kita entstehen.

Hotel, Apartments, Büros. Alles wahnsinnig urban, aber wo bleibt die Kultur? Die Hochschule für Darstellende Kunst soll auf den Kulturcampus ziehen. Unklar ist noch wieviel Platz die Institution auf dem Gelände einnehmen wird. Das Land Hessen hat eine 100-Millionen-Euro-Zusage gemacht, das Geld wird aber erst zwischen 2012 und 2026 freigegeben. Indes ist noch unklar, wann denn die Goethe-Uni endgültig das Feld am Bockenheimer Campus räumen wird, es wird gemunkelt: erst 2021. Die derzeitige Nutzung verschiedener Gebäude verlangsamt die Entstehung des Kulturcampus.

Aber es entstehen Wohnungen. Etwa im denkmalgeschützten Philosophicum. 238 Apartments gibt es dort für Studierende und Pendler, die wenigsten sind gefördert, dann kosten sie 350 Euro warm. Die nicht geförderten, mindestens 21 Quadratmeter großen Bleiben kosten 490 Euro kalt, hinzukommen 130 Euro Nebenkosten. Das müssen glückliche Studenten sein. Aber, immerhin ein Kulturanteil ist am Wachsen: Das Senckenbergsche Forschungsinstitut wird um 10.000 Quadratmeter erweitert. Ein Anfang, immerhin.
 
2. Februar 2017, 10.11 Uhr
nb
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Tobías Rûger am 2.2.2017, 13:00 Uhr:
Wohnungen sind das derzeit wichtigste Thema beim Städtebau, keine Frage. Ein derartig gut erschlossenes Gelände sollte aber ausschließlich für Wissenschaft und Kultur vorbehalten sein. Wohnungen kann man nahezu überall baun. Wir müssen unsren Entscheidern die Sehnsucht nach Mittelmaß austreiben.
 
Thomas Bäppler-Wolf am 2.2.2017, 12:16 Uhr:
Ball flachhalten :-) alles der Reihe nach. Zoo, Gesellschaftshaus, Bolongaropalast, Städtische Bühnen...
Der Kulturcampus kommt. Gut Ding will Weile haben. Bis 2026 ist doch Zeit :-) Bis dahin ist auch BER fertig und man kann dann von Berlin aus die Frankfurter Kultur genießen. Und zum Thema Wohnen. Auch reiche Studenten wollen glücklich sein :-)
 
 
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