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Wohnen in Frankfurt
 

Nassauische Heimstätte

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Wohnungsbau for Future

Foto: nb
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Die Nassauische Heimstätte möchte bis 2050 klimaneutral werden. Dies wurde bereits Mitte September in einer Zielvereinbarung mit dem Land Hessen vereinbart. Durch die Maßnahme können etwa 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Knapp 60 000 Wohnungen nennt die Nassauische Heimstätte ihr Eigen. Damit gehört die mehrheitlich dem Land Hessen gehörende Wohnungsbaugesellschaft zu den zehn größten Wohnungsbauunternehmen bundesweit. In den kommenden 31 Jahren soll der vorhandene Wohnungsbestand dahingehend umgebaut werden, dass die Klimaziele des Pariser Abkommens von 2015 erreicht werden können. „Eine vergleichbare Vereinbarung ist uns in Deutschland nicht bekannt, Hessen setzt damit bundesweit Maßstäbe“, äußerten Umweltministerin Priska Hinz, Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne) und Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer des Unternehmens. Durch die Umsetzung der im Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahme werden bis 2050 bis zu 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart, wenn es läuft wie geplant.

Ob es denn läuft wie geplant, entscheidet sich auch in Frankfurt-Fechenheim. Dort werden vier Wohngebäude mit etwa 100 Wohnungen im Jahr 2020 energetisch saniert. Die Wärmeversorgung der Gebäude werde komplett auf strombasierte regenerative Energie umgestellt. Die Außenhülle der Gebäude entspreche nach dem Umbau dem Standard eines Neubaus. Dabei solle der CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduziert werden, erläutert Frederik Lang auf Nachfrage. Aus dem Versuch in Frankfurt-Fechenheim erhoffe sich die Nassauische Heimstätte Erkenntnisse für die Standardisierung der erforderlichen Umbaumaßnahmen am Häuserbestand.

Tarek Al-Wazir erklärt: „Ob die Energiewende gelingt, entscheidet sich auch in den heimischen vier Wänden. Über ein Viertel des hessischen Endenergieverbrauchs wenden wir für das Heizen unserer Wohnungen und die Warmwassererzeugung auf. Das lässt sich mit heutigen Mitteln drastisch reduzieren, ohne dass dafür irgendjemand mit kalten Füßen im Wohnzimmer sitzen müsste. Im Gegenteil: gute Dämmung, neue Fenster und eine effiziente Heizung sparen nicht nur Energie und Energiekosten, sondern steigern sogar die Behaglichkeit. Von einer energetischen Sanierung profitieren also Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie Umwelt und Klima. Deswegen ist es unser Ziel, energieeffizient zu bauen und die Sanierungsrate im Bestand deutlich zu erhöhen.“ Dass es durch energetische Sanierungen ein großes Einsparpotential gibt, ist unbestritten. In den Vergangenen 30 Jahren konnte die Nassauische Heimstätte nach eigenen Angaben den CO2-Ausstoß durch Modernisierungen um die Hälfte reduzieren. Der Plan für die kommenden rund 30 Jahre ist zweifellos ambitionierter. Der Zeitraum bis etwa 2025 solle genutzt werden, um die erforderlichen Umbaumaßnahmen zu optimieren und zur Serienreife zu führen – für alle 60 000 Wohneinheiten.

Als Kosten für das Gesamtprojekt rechnet die Nassauische Heimstätte mit etwa 2 Milliarden Euro bis 2030, zusätzlich zu den veranschlagten Geldmitteln zur Bestandserhaltung und für Neubauten. Inwieweit sich die Mietpreise durch die Sanierungen ändern werden ist noch unklar. Constantin Westphal von der Nassauischen Heimstätte betont jedoch, dass „gemäß unserem Gesellschafterauftrag“ darauf geachtet werde, dass Mieterhöhungen in einem sozialverträglichen Maß blieben. Der Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte Thomas Hain sieht dafür auch Land und Bund in der Pflicht: „Klimaschutz ist für uns als größte Wohnungsbaugesellschaft Hessens eines der vordringlichsten Themen. 2018 hat unser Unternehmen eine Klimastrategie erarbeitet, mit der wir dazu beitragen wollen, das im Pariser Abkommen fixierte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Allerdings sind wir, wie alle anderen Unternehmen der Wohnungswirtschaft, auf die Unterstützung von Bund und Land bei der sozialverträglichen Finanzierung der baulichen Maßnahmen angewiesen.“ Das Land verweist indes zwar darauf, dass für die Bauförderung der Bund verantwortlich sei, teilt aber mit, dass es sich auf Bundesebene für bessere gesetzliche Regelungen und Förderprogramme einsetzen wolle.

Wenngleich 30 Jahre für die Wohnbauentwicklung ein sehr kurzer Zeitraum seien, wie Frederik Lang betont, und der Zeitraum den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015 entspräche, geht er doch deutlich an den Forderungen etwa der Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays for Future-Bewegung vorbei. Ob die dennoch ehrgeizigen Ziele erreicht werden, wird die Zukunft zeigen. Die Landesregierung möchte erreichen, dass das Projekt Schule macht. Umweltministerin Priska Hinz sagt dazu: „Wir wollen erreichen, dass weitere Wohnbaugesellschaften dem Beispiel der Nassauischen Heimstätte folgen und werden entsprechende Gespräche aufnehmen.“
 
27. September 2019, 13.44 Uhr
Nathanael Reuter
 
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