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Wohnen in Frankfurt
 

Josefstadt

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Dialog auf Augenhöhe

Foto: Untersuchungsgebiet in Frankfurt-Nordwest © Stadtplanungsamt Frankfurt
Foto: Untersuchungsgebiet in Frankfurt-Nordwest © Stadtplanungsamt Frankfurt
Die Planungen des viel diskutierten neuen Stadtteils im Nordwesten Frankfurts schreiten voran. Trotz Ungewissheit, ob das Projekt realisiert werden kann, findet am Donnerstag, den 28. November eine Informationsveranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger statt.
90 000 neue Wohnungen – so viele wird Frankfurt laut Prognosen des Immobilienunternehmens Immoconcept, das den Frankfurter Wohnungsmarkt regelmäßig analysiert, in den kommenden zehn Jahren benötigen. „Die Potenziale aus Konversion und Nachverdichtung reichen nicht aus, um genügend Wohnraum für alle Menschen zu schaffen, die ihn brauchen“, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Um weiteren Wohnraum schaffen zu können, plant die Stadt im Frankfurter Nordwesten an der Stadtgrenze zu Oberursel, Steinbach und Eschborn den „Stadtteil der Quartiere“ zu bauen. Das Projekt ist seit Beginn der Planungen stark umstritten. Nun möchte die Stadt der Öffentlichkeit erste Ergebnisse des Untersuchungsverfahrens für den neuen Stadtteil präsentieren und den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich am Planungsprozess zu beteiligen. „Während des gesamten Prozesses führen wir mit Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen und Initiativen einen Dialog auf Augenhöhe. Sie alle werden eingebunden und finden Gehör mit ihren Erfahrungen, Vorstellungen und Meinungen – auch den kritischen“, verspricht Mike Josef. Dazu lädt das Planungsdezernat am 28. November um 18 Uhr in das Stadtplanungsamt ein.

Bei der Veranstaltung sollen erste Untersuchungsergebnisse rund um die Planungen zum neuen Stadtteil vorgestellt und Informationen zu kommenden Untersuchungen gegeben werden. Zum Einstieg werden Josef und der Leiter des Stadtplanungsamtes, Martin Hunscher, das Projekt vorstellen. Danach bekommen die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Mike Josef und dem Consilium allgemeine Fragen zu stellen. An einem großen Luftbild können Bürgerinnen und Bürger aufzeigen, welche Aspekte ihnen wichtig sind und welche heutigen Qualitäten gestärkt werden sollten. Zudem werden Experten des Stadtplanungsamtes und Gutachter der Untersuchungen anwesend sein und Fragen beantworten. Es wird Informationsstände geben, an denen die Fachleute Fragen zu Themen wie Autobahnlärm, elektromagnetische Felder, klimatische Verhältnisse, Landschaftsplanung und Artenschutz, Wasserschutz und die Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel beantworten. Auch die Bürgerinitiative Brücke 71, die sich gegen den neuen Stadtteil ausspricht, wird mit einem Infostand vertreten sein. Und auch die Nachbarkommunen Eschborn, Steinbach und Oberursel seien dazu eingeladen, sich bei der Auftaktveranstaltung zu informieren und darüber hinaus auch später im Prozess zu beteiligen, sagt Josef. Dazu wird es viele unterschiedliche Möglichkeiten geben, analog wie digital: beispielsweise auf www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/nordwest im Internet, durch ein Magazin, das erstmals zum Auftakt erscheint, und bei Aktionen vor Ort.

Stadtteil steht vor dem Aus

„Wir müssen nun handeln: Die Stadtverordnetenversammlung hat das Stadtplanungsamt beauftragt, sogenannte vorbereitende Untersuchungen durchzuführen“, kündigt Josef an. Doch momentan ist ungewiss, ob der neue Stadtteil überhaupt zustande kommt: Da die vorgesehenen Flächen als regionale Grünflächen geschützt sind, muss die Regionalversammlung Südhessen einer Bebauung des Areals zustimmen. Die SPD, die den Bau des neuen Stadtteils in Frankfurt maßgeblich vorantreibt, ist in der Regionalversammlung auf eine Unterstützung der CDU angewiesen, um in dem 99 Abgeordnete umfassenden Gremium eine Mehrheit zu bekommen. Bei einer Regionalversammlung konnte keine Einigung in Bezug auf eine Bebauung des Areals im Frankfurter Nordwesten erzielt werden. In der kommenden Sitzung der Regionalversammlung Südhessen am 13. Dezember werden die Fraktionen unterschiedliche Anträge zum neuen Stadtteil einbringen: Die SPD wird die Einholung weiterer Gutachten beantragen, die CDU möchte beantragen, dass die Pläne für den neuen Stadtteil nicht weiter verfolgt werden. Der CDU-Geschäftsführer in der Regionalversammlung Südhessen, Bernd Röttger, teilte auf Anfrage mit, die beiden Abgeordneten aus Frankfurt in der CDU-Fraktion, Jan Schneider und Christiane Loizides, seien zwar für den Bau des neuen Stadtteils, die restlichen Abgeordneten der Fraktion stünden dem Vorhaben aber ablehnend gegenüber. Beim Frankfurter Planungsdezernat bleibt man dennoch optimistisch: „Es ist noch nichts passiert, wir werden weiter für eine Mehrheit werben“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Noch sei der CDU-Antrag nur angekündigt, es sei noch überhaupt nicht klar, ob es am 13. Dezember überhaupt zu einer Abstimmung zum Thema neuer Stadtteil im Frankfurter Nordwesten kommen werde.

>> Die Veranstaltung findet am 28. November um 18 im Planungsamt in der Kurt-Schumacher-Straße 10 statt. Wer beim Auftakt dabei sein möchte, kann sich unter veranstaltung.amt61@stadt-frankfurt.de anmelden. Anmeldeschluss ist Montag, der 25. November.
 
21. November 2019, 12.52 Uhr
ffm/nre/ez
 
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Leser-Kommentare

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Thomas Szymanski am 22.11.2019, 04:44 Uhr:
"Leute, es wird doch genug gebaut. - Wer soll in einer so heißen Stadt noch 90.000 neue Wohnungen in den nächsten Jahren beziehen? Auch über Bockenheim lese ich, dass gut 2000 Wohnungen entstehen, und auch mehrere Kitas. - Außerdem wird derzeit genug gebaut, und es gibt noch massenhaft Leerstand, bzw. alte Fabriken und Vieles mehr, wo man bei Bedarf wirklich dann bauen kann, sofern nötig. Man soll nicht so tun, als gäbe es keine Baustellen mit großen Tafeln in der Stadt, wo drauf steht, was man da gerade vorhat, nämlich ein Wohnviertel anzugehen.
Außerdem darf ein Grüngürtelbereich, der geschützt ist, nicht zerstört werden, genauso wie die "GRÜNE LUNGE", was ich hiermit wiederhole.
Wir müssen, sehr geehrter Herr Mike Josef bitte an die Nachkommen denken. - Und haben Sie überhaupt überlegt, wie die Familien in die Innenstadt kommen? Mit dem Auto darf es nicht erfolgen, denn die Großstätte sollen ja laut Ihrer Aussage und dem Bund, ebenso dem Bundesumweltamt autofrei werden, hm? S-, und U-Bahnen zu bauen, wird auch teuer, nicht wahr? - Also für mich ist das zu weit hergeholt, und nicht gut überlegt. Jetzt ist es erst einmal an der Zeit den Raum (Platz) zu nutzen, den die Stadt selber bietet, denn da gibt es genug Flächen, die man bebauen kann. Nur scheint man sich nicht mit Hausbesitzern anlegen zu wollen. Einfach enteignen und dort nur bezahlbare Wohnungen errichten, wie in Münster ( da gibt es Wohnungen für jeden Geldbeutel=NRW), oder in Amsterdam, wo man alte Gebäude klug umbaut!. - Man sieht, es geht doch.
Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler und Schauspieler
 
 
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