Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Wohnen in Frankfurt
Startseite Alle NachrichtenWohnen in Frankfurt
Goldene Waage in der Altstadt
 

Goldene Waage in der Altstadt

0

Außen schon hui und innen immer noch karg

Foto: Uwe Dettmar
Foto: Uwe Dettmar
Direkt vor dem Hauptportal des Doms steht eine neue Sehenswürdigkeit in Frankfurt, die eigentliche eine alte ist. Immerhin ist es eine Rekonstruktion des Baus aus dem Jahr 1619. Im Sommer können wir dort Kaffee trinken. Theoretisch.
Schon jetzt bleiben die Touristen, die am Dom vorbeischlendern vor der Goldenen Waage stehen und fotografieren das aufwendig gestaltete Fachwerkhaus, das mit seinem verspielten Dekor im starken Kontrast zu dem eher puristisch bis klobigen Stadthaus in der Nachbarschaft steht. Die Rekonstruktion des 1619 von dem niederländischen Glaubensflüchtling, dem Zuckerbäcker und Gewürzhändler Abraham von Hameln und seiner Frau Anna van Lith errichteten Renaissancebaus stellt für den Frankfurter Architekten Jochem Jourdan eine besondere Herausforderung dar. Denn das bei einem Luftangriff 1944 zerstörte Gebäude wurde bestens dokumentiert, die prachtvollen dekorativen Elemente findet man in Fotografien und Aquarellen wieder, gleichzeitig muss das Gebäude auch beheizt und belüftet sein, um heutigen Ansprüchen zu genügen. Die Rekonstruktion erfordert viel handwerkliches Knowhow. Das bemalte Zierfachwerk mit vielen Schnitzereien, der gemeißelte rote Sandstein und auch die schmiedeeisernen Gitter an den Fenstern sind für sich genommen schon Kunstwerke. Da fügen sich drei Gitter und Sandsteinspolien aus dem Originalgebäude bündig ein. Doch so hübsch die Goldene Waage von außen anzusehen ist, so sehr fehlt es innen noch am Detailreichtum.

Die Sandsteinwendeltreppe ist schon da, eingepackt im Plastik, die Wände sind teilweise mit Pressspanplatten verhangen, im ersten Obergeschoss kann man Reetmatten an den Wänden sehen. „Dadurch hält der aufgebrachte Putz dann besser“, erklärt Michael Guntersdorf, Chef der DomRömer GmbH, die den Altstadtbau koordiniert und das Quartier vermarktet. „Wir sind mit dem Innenausbau im Verzug“, sagt Guntersdorf. Zumindest kann er Fotos zeigen von der opulenten Stuckdecke, die eigentlich bereits einen Raum im ersten Obergeschoss zieren sollte, die sich aber noch beim Stuckateur in Dresden befindet.




So wird die Stuckdecke aussehen, wenn sie in der Goldenen Waage hängt

Der Prunk der Räume wird den Besuchern bei der Fertigstellung bestimmt den Atem rauben, noch kann man davon nur wenig erahnen. „Im Erdgeschoss wird Birgit Zarges eine Confiserie mit Café eröffnen, das wird vermutlich im Sommer sein, der Rest ist vermutlich Ende 2018 fertig“, so Guntersdorf. Der Rest ist eine Dependance des Historischen Museums auf zwei Etagen in der Goldenen Waage, in Anlehnung an die museale Nutzung, wie sie 1928 bereits von der Stadt in dem Prachtbau eingerichtet wurde. „Die Besucher werden bei Führungen ein historisches Bürgerhaus möbliert mit Stühlen, Tischen und Schränken und einem historischen Schachspiel besichtigen können“, sagt Guntersdorf. Das Inventar sei eingelagert, darunter befände sich auch eine Ledertapete, die den Raum mit der Stuckdecke komplettieren soll. Nur gebe es wegen des Budgets noch einige Unklarheiten, offenbar hat, so lässt es Guntersdorf durchklingen, die Einrichtung der zwei Etagen nicht so recht Eingang in den Kulturetat gefunden. Die Kosten für die Goldene Waage beziffert Guntersdorf auf rund sieben Millionen und verweist darauf, dass es sich dabei um eine alte Berechnung halte.




Foto: Bernd Kammerer

Über den zwei musealen Etagen werden die Freunde Frankfurts einziehen, die dann vermutlich auch vom Belvederchen, dem kleinen Dachgarten aus, einen Blick auf die Altstadt von oben werfen können.
14. Dezember 2017
Nicole Brevoord
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Wohnen in Frankfurt
 
 
ABG Frankfurt Holding und Stadt einig
0
Zehn Jahre Mietenstopp und mehr geförderte Wohnungen
Die Stadt Frankfurt und die ABG Frankfurt Holding haben sich bei der Aufsichtsratssitzung auf zwei Dinge geeinigt: Der Mietenstopp wird zeitlich auf zehn Jahre ausgeweitet und es soll künftig höhere Förderquoten für geförderte Wohnungen geben. – Weiterlesen >>
Text: ms/ffm / Foto: nb
 
 
22.000 Unterschriften für den Mietentscheid
0
Teilerfolg beim Kampf um günstiges Wohnen
Das Bündnis „Frankfurter Mietentscheid“ hat sein Ziel erreicht: Bis zum Stichtag am 12. Dezember wurden genug Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt. Das selbsternannte Ziel von 20.000 Unterschriften hat die Initiative dabei übertroffen. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: nb
 
 
Peter Feldmann setzt Spatenstich in Nied
0
ABG startet mit dem Bau von 75 Mietwohnungen
Seit vielen Jahren laufen die Planungen für die Bebauung des „Nieder Lochs“. Am Donnerstagvormittag haben der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldman und ABG-Geschäftsführer Frank Junker den Spatenstich für den ersten Bauabschnitt gesetzt. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Stadt Frankfurt/Heike Lyding
 
 
 
Wohnen für alle
0
Ein neues Frankfurt
Peter Cachola Schmal ist nicht nur Direktor des Deutschen Architekturmuseums – er will nebenbei auch den Frankfurter
Wohnungsmarkt revolutionieren. Seine Ideen hat er im Interview mit dem JOURNAL FRANKFURT vorgestellt. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: © Harald Schröder
 
 
600 Wohnungen im neuen Quartier
0
Ein Wohnturm nahe dem Hauptbahnhof
In der Nähe des Hauptbahnhofs soll in den nächsten Jahren ein neues Wohnquartier mit bis zu 600 Appartements entstehen. Blickfang soll der 140 Meter hohe Wohnturm werden. Welches Architektenbüro ihn bauen darf, wurde nun in einem Wettbewerb entschieden. – Weiterlesen >>
Text: nic / Foto: © Mecanoo
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  33 
 
Wohnen in Frankfurt
Am 3. Mai 2018 erscheint eine Neuauflage unseres Sonderheftes "Wohnen in Frankfurt". Hier finden Sie weitere Nachrichten und Informationen zu diesem Thema.

Twitter Activity