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Foto: Nicole Brevoord
Foto: Nicole Brevoord

Ein Blick in die neuen Microapartments

Wie wohnt es sich in der Bürostadt?

Die Bürostadt Niederrad wird zum gemischten Quartier. Was für manche noch undenkbar scheint, ist für andere längst Realität: In der Bürostadt wird gewohnt. Wie, haben wir uns in der Hahnstraße 72 angesehen.
Einst befand sich in der Hahnstraße 72 die ehemalige Coop-Zentrale. Dann stand das Bürohaus leer. Bis das unternehmen Mercurius Real Estate die Idee hatte, das Bürogebäude in ein Wohnhaus umzuwandeln. Vor dem weiß-grauen Gebäude mit den markanten schmalen Fenstern und dem rostroten Hahn auf der Rückseite der Briefkästen treffen wir Atilla Özkan von Mercurius, der uns das Haus, das gegenüber der Aral-Tanke zu finden ist, mal genauer zeigt.

196 Wohnungen sind in 15 Monaten Bauzeit – so lange dauerte die Konversion – entstanden, seit Dezember sind alle der Microapartments belegt. Die Deutsche Bundesbank habe allein 57 Wohnungen für ihre Mitarbeiter angemietet, sagt Özkan. Der Immobilienexperte ist vom Standort überzeugt: „Eine S-Bahn-Station bis zum Hauptbahnhof und zwei Stationen bis zum Flughafen – wo bitte haben Sie so eine Anbindung?“ Dazu gebe es Sportplätze. Alles was fehle seien noch Menschen im Viertel und Gastronomie. Wir betrachten von der Außentreppe die Nachbarschaft. Zu unseren Füßen baut die ABG Frankfurt Holding gerade Wohnungen und eine Kita, gegenüber soll die einstige Woolworth-Zentrale Wohnungen weichen und auf das Nachbargrundstück will die ABG ihr nächstes Projekt realisieren. Bald wird Wohnen in der Bürostadt völlig normal sein, die in anderen Vierteln übliche Infrastruktur wäre noch schön. „Nestlé, Hochtief und WISAG, die hier ansässigen Unternehmen finden es gut, dass in der Bürostadt endlich etwas passiert und der Arbeitsstandort attraktiver gemacht wird“, sagt Özkan, der die Standortinitiative SINN unterstützt. In seinem energieeffizienten Apartmentgebäude auch Green Six genannt, gibt es einige Bewohner, die in der Bürostadt arbeiten, aber auch welche, die eine Bleibe in der Nähe zum Flughafen oder der Uniklinik suchten. Da sei die Hahnstraße 72 gerade recht gekommen, in vier Wochen sei das Haus komplett vermietet gewesen.

16 bis 44 Quadratmeter sind die teilmöblierten 1-Zimmerwohnungen groß. Özkan zeigt uns ein kleines Apartment mit Parkettboden, Fußbodenheizung, Klappbett, Kleiderschrank, Tisch, zwei Stühlen, Kitchenette und einem Bad mit WC und Dusche. Klein, modern aber alles drin, was man braucht. „Sicher kann man bei uns in der Wohnung auch alt werden“, sagt Özkan, dennoch seien viele Bewohner auch nur vorübergehend hier. Bis sie in Frankfurt Fuß gefasst hätten oder weil sie nur unter der Woche in der Stadt wohnen oder Studenten sind. 340 Euro Kaltmiete zahle man für die 16 Quadratmeter-Wohnung, eine Basisinternetverbindung gebe es auch und die Nebenkosten hielten sich in Grenzen. „Das ist besser als im Hotel. Die Leute ziehen nur mit einem Koffer ein und mit einem Koffer auch wieder aus.“ Vorausgesetztes sammelt sich nicht noch Hausrat an.

Attila Özkan zeigt uns die Lobby mit schlichten Betonhockern, auf jeder im Übrigen immer farblich unterschiedlich gestalteten Etage gibt es darüber hinaus einen Gemeinschaftsraum. Im Keller kann Wäsche gewaschen werden, es sind Stellplätze für Fahrräder und auch Parkplätze vorhanden, die man für 65 Euro mieten kann und auch Abstellplätze sind zu mieten. Viele der Bewohner hätten aufgrund der guten Verkehrsanbindung gar kein Auto, berichtet Özkan. „Vom Standort her ist das eine Sensation“, sagt Özkan.

Bild: Sie sehen den Blick von der Hahnstraße, u.a. auf die Baustelle der ABG Frankfurt Holding.


PS: Die Bürostadt Niederrad soll einen neuen Namen bekommen, die Frankfurter können bis zum 20. März ihre Ideen einbringen.
 
13. März 2015, 12.00 Uhr
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
 
Fotogalerie: Bürostadt Niederrad
 
 
 
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Zum 1. Juni tritt in Frankfurt ein neuer Mietspiegel in Kraft. Er soll für Transparenz zwischen Mietenden und Vermietenden sorgen. Im Vergleich zur letzten Erhebung sind die durchschnittlichen Mieten um knapp zehn Prozent gestiegen. Kritik kommt von mehreren Fachverbänden.
Text: sie / Foto: AdobeStock/fotolyse
 
 
 
 
 
 
 
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