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Die Altstadt kann erkundet werden
 

Die Altstadt kann erkundet werden

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Der Bauzaun ist weg

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Am Mittwochnachmittag wird der Bauzaun der neuen Altstadt entfernt. Ein Meilenstein bei der Entwicklung des Dom-Römer-Areals, der auch bedeutet, dass die Frankfurter Bürger die Altstadt für sich entdecken können.
Es war ein sehr langer Weg bis zur Errichtung der neuen Frankfurter Altstadt. Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, wo genau das klotzige, 1974 aus Beton gebaute, Technische Rathaus einst stand. 2012 war der Betonklotz dem Erdboden gleichgemacht worden, so dass eine sieben Hektar große Fläche frei wurde. Damit war der Boden für ein Stück Stadtreparatur, wie es Michael Guntersdorf, Chef der DomRömer GmbH nennt, geebnet. 20 historisierende Gebäude und 15 Rekonstruktionen von Gebäuden, die im Bombenhagel im März 1944 in Schutt und Asche verwandelt wurden, sorgen nun wieder für das typische Altstadtflair.





Mit kleinen Lädchen und Gastronomie, verwinkelten Gässchen und lauschigen Plätzen und deutlich sichtbarer Handwerkskunst, die in dem 200 Millionen Euro teuren Projekt großflächig zum Einsatz kam und somit Prunkstücke wie die Goldene Waage erst möglich machte. Wenn am Mittwoch gegen 14 Uhr der Bauzaun entfernt ist, wird sich die Frankfurter Bevölkerung einen Eindruck vom neuen Herzen der Stadt machen und dabei auch den neuen Eingang des Frankfurter Kunstvereins begutachten können.





Die richtige Eröffnung der Altstadt wird natürlich erst im September und dann über mehrere Tage hinweg gefeiert, 1,5 Millionen Euro soll das Festspektakel kosten. Bis dahin gibt es aber noch viel Arbeit zu tun auf dem DomRömer-Areal. 160 Menschen werden in die Altstadthäuschen einziehen. Die 70 Wohnungen sind bereits fertig und abgenommen. Außerdem sollen ab Ende Juni auch die rund 20 Läden Gestalt annehmen. Damit das logistisch möglich ist, muss der Bauzaun natürlich weg.



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Für die Frankfurter heißt das aber auch, dass man der Altstadt weiterhin bei der Vollendung zusehen kann und man schon jetzt nachspüren darf, wie es sich wohl für die Kaiser anfühlte, die seit 1562 im Frankfurter Dom gekrönt wurden und dann auf dem Krönungsweg zum Römer schritten.





Die Frankfurter Geschichte wird so erlebbar gemacht. Michael Guntersdorf ist es wichtig, dass die Altstadt nicht zum touristischen Disneyland verkommt. Die Geschäfte wurden mit Bedacht ausgewählt und die Öffnungszeiten der Lokale an das Ruhebedürfnis der künftigen Bewohner der Altstadt angepasst. Nichtsdestotrotz wird die Altstadt ein Anziehungspunkt für Frankfurtbesucher werden, denn hier zeigt sich die Stadt von ihrer heimeligen, historischen und nostalgischen Seite.
9. Mai 2018
Nicole Brevoord
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
am 31.5.2018, 11:31 Uhr:
Glückwunsch Frankfurt! Danke, Frau Roth. Während kaum ein Großprojekt in Deutschland funktioniert und diese zu finanziellen Dasastern mutieren, erhält Frankfurt ein wunderschönes Ensemble, das allen Menschen zu Gute kommt, zum Nulltarif - nein, angesichts der Millionen Besucher und Gewerbesteuer-Mehreinnahmen nebenbei auch noch ein gemeinnütziges (Altsatdt-) Projekt im besten Sinne.
Christine Altzinger beschreibt es besser, als ich es kann, Danke nach Wien!

Bei manchem Versuchsschreiberling hier ist an der Ernsthaftigkeit zu zweifeln, die wahre Intention für eine solche Schmähkritik liegt wohl eher im persönlichen; wahrscheinlich erbost, den Job bei der Frankfurter Buchmesse oder ein anderes gut dotiertes Pöstchen abgeben zu müssen....
Und dann der Vorwurf an die Stadt Frankfurt, sie habe gleich dem Schah von Persien Frau Brevord, als zujubelnde Claqueurin bestellt (denn das umschreibt der wahnsinnig intellektuelle Begriff 'Jubelpersertum') ist nun wirklich lächerlich. Da finden sich andere wirklich kritikwürdigere Themen!
 
Peter Zimmer am 10.5.2018, 23:11 Uhr:
Kleingeistiger, überheblicher und unwissentlicher kann man das Altstadtprojekt wohl kaum beschreiben Herr Ehling. Alleine die Touristen werden in den nächsten Jahren die Ausgaben wieder mehr als Wett machen. Über 100 Millionen der 200 Millionen wurden schon durch den Verkauf der Eigentumswohnungen etc. wieder in die Stadtkasse gespühlt. Es wurden ausschließlich Häuser rekonstruiert, die genau an dieser Stelle standen. Teilweise wurden sogar Spolien eingebaut. Was Sie Disneyland nennen, ist Stadtreparatur im Herzen der Stadt. Ihrer Meinung nach sollte die Stadt hässlich bleiben, um die wahre Geschichte nicht zu vergessen? Wo haben Sie diesen Blödsinn her?
 
Christine Altzinger am 9.5.2018, 16:22 Uhr:
Guter Artikel, Frau Brevord, und schöne Bilder. Das macht wirklich neugierig auf die wiedererstandene Frankfurter Altstadt. Ich als Wienerin und absoluter Frankfurt-Fan finde es toll, daß nach den Bausünden der 60er und 70er Jahre nun etwas entsteht, das das historische Frankfurt erahnen läßt. Mir tut immer das Herz weh, wenn ich Bilder vom Vorkriegs-Frankfurt (und andere deutscher Stätdte) und ihre damalige Schönheit sehe. Hier wird eine Wunde geheilt! Ein ganz tolles Projekt!
 
Holger Ehling am 9.5.2018, 14:18 Uhr:
Können wir bitte aufhören, dieses strunzdumme und überteuerte Projekt "Altstadt" zu nennen?
Nichts an dieser Konstruktion kann den Anspruch auf Authentizität erheben - es IST ein schlecht gemachtes Disneyland.
Was hier entstanden ist, ist nichts mehr als der Versuch, die wahre Geschichte der Stadt auf hübsch zu bügeln - und damit letztlich vergessen zu machen.
Außerdem: Wenn Steuermittel in Höhe von 200 Mio. Euro aufgewendet werden und dabei 70 Wohnungen und 20 Läden entstehen, sollte die lokale Presse sich des Jubelpersertums enthalten und besser fragen, wie zum Teufel diese ungeheure Verschwendung gerechtfertigt werden kann, wenn gleichzeitig die Stadt unter einem akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum leidet.
 
 
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