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Foto: Senckenberg
Foto: Senckenberg

MainStadtbaum

Gestressten Stadtbäumen helfen

Wie gestresst sind Frankfurts Stadtbäume? Und wie können sie optimal gepflegt werden, bevor Schäden auftreten? Das will das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum untersuchen. Interessierte Bürger:innen können dabei erneut mithelfen.
Die Bäume im Frankfurter Stadtgebiet stehen unter Stress – Hitze und Trockenheit haben ihnen in den vergangenen Jahren zugesetzt. Das Projekt „MainStadtbaum“ des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums soll das ändern. Unter wissenschaftlicher Anleitung können interessierte Bürgerinnen und Bürger in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal den Stresszustand der Bäume messen und auf diese Weise für ihre Gesunderhaltung sorgen. Im Mai startet das Projekt in die neue Saison.

„Das Projekt soll zeigen, welche Standorte und Baumarten am stärksten betroffen sind und wann und wie eingegriffen werden müsste, um irreversible Schäden zu vermeiden“, erklärt Projektleiter Thomas Berberich. Mit einer neuen biophysikalischen Monitoringmethode soll der Stresszustand der Straßenbäume und weiterer Bäume im Stadtgebiet gemessen werden. Auch die Aussagekraft dieses Monitorings wird im Projekt untersucht.

Knapp 200 000 Bäume gibt es im Frankfurter Stadtgebiet – viele von ihnen seien bereits geschädigt. Nicht alle dieser 200 000 Bäume werden im Rahmen von „MainStadtbaum“ untersucht, Hilfe benötigt das Forschungszentrum – das für das Projekt unter anderem mit der Stadt und der Senckenberg-Ausgründung Phytoprove zusammenarbeitet und von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gefördert wird – dennoch. Mit der Beteiligung der Bürger:innen wolle man zudem für den Zustand und die Pflege der Stadtbäume sensibilisieren, heißt es vonseiten des Forschungszentrums.

Im vergangenen Jahr hatte das Zentrum gemeinsam mit dem Grünflächenamt 128 Bäume an 27 verschiedenen Standorten in der Stadt ausgewählt. Von Juni bis September machten sich dann eine Jugend-Pfadfinder:innengruppe und 52 weitere freiwillige Teilnehmende alle zwei Wochen mit zwei Handgeräten zu „ihren Bäumen“ auf. Gemessen werden der Chlorophyllgehalt der Blätter sowie die Blattfluoreszenz. Die Werte geben dann Aufschluss darüber, wie sehr ein Baum unter Stress steht.

Ziel des Projekts ist es, den Zustand der Stadtbäume beurteilen zu können, bevor Schäden an den Bäumen zu sehen sind. Das soll eine gezielte Bewässerung und Pflege ermöglichen. Denn in den Trockenzeiten haben die zuständigen Ämter der Stadt häufig nicht genügend Kapazitäten, um alle Bäume so zu bewässern, wie es nötig wäre. Die Messergebnis können dann zeigen, welche Bäume besonders gepflegt werden müssen. „Bei Bäumen die nach äußerem Anschein gleich fit schienen, offenbarte die Messung eine sehr unterschiedliche Vitalität und Stressbelastung“, erinnert man sich im Forschungszentrum an die Ergebnisse aus der vergangenen Saison. „Bäume mit schlechteren Messwerten wiesen früher sichtbare Schädigungen auf und ließen auch früher die Blätter fallen.“ Durch die Messungen hätten die zuständigen Ämter ihre Arbeit jedoch gleich anpassen können.

In diesem Jahr startet die Saison bereits im Mai. Zum Saisonauftakt am 8. Mai ist eine digitale Veranstaltung geplant. Alle Teilnehmenden bekommen zudem eine coronakonforme individuelle Einweisung. Interessierte, die sich an den Messungen beteiligen wollen, können sich ab sofort auf der Webseite des Projekts „MainStadtbaum“ anmelden.
 
26. April 2021, 10.50 Uhr
loe
 
 
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